Heimatgeschichte

Wenn Heinz Billen von Rumeln und Kaldenhausen erzählt

Heinz Billen (r.) bei seinem Vortrag an der Kirchstraße. Sein aus Rumeln-Kaldenhausen gesammeltes Material reicht für eine ganze Vortragsreihe.

Heinz Billen (r.) bei seinem Vortrag an der Kirchstraße. Sein aus Rumeln-Kaldenhausen gesammeltes Material reicht für eine ganze Vortragsreihe.

Foto: Ulla Michels

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.   Vortragsabend über Rumeln-Kaldenhausen bei der VHS. Der Saal war restlos gefüllt, Heinz Billen soll schon bald weitere Geschichten erzählen.

Mit so viel Besuch hatten die Organisatoren der Volkshochschule nicht gerechnet: Restlos belegt war der Gemeinschaftsraum des Vereins „Wohnen in Rumeln“ an der Kirchfeldstraße an diesem Abend. Der Heimatforscher Heinz Billen hatten zum Vortrag über das Thema „Ehemalige Bauernorte Rumeln und Kaldenhausen“ geladen. 42 Leute lauschten den Erzählungen des Historikers und nickten manchmal zustimmend, wenn es um alte Orte oder Straßen ging, die viele noch kennen.

„Eigentlich ist es heute Abend der Start einer Vortragsreihe“, sagte Heinz Billen. Denn er habe so viel Material über den Ort mit dem Doppelnamen, dass man es gar nicht an einem Abend erzählen kann. Darüber freute sich auch Gabriele Petrick, Leiterin der VHS Duisburg-West: „Ich bin überwältigt, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird, wir wollen im nächsten Semester weitermachen.“

Heinz Billen spannte einen Bogen von der Römerzeit bis heute. Sein historisches Wissen über Rumeln-Kaldenhausen scheint kaum Grenzen zu kennen. Als Unterstützung hatte er bloß einen Ordner und einige Fotos dabei, die er zuweilen hoch hielt. Bei der nächsten Veranstaltung will er vielleicht noch den Beamer nutzen, um die eine oder andere Geschichte mit großen Bildern zu untermalen. Aber auch seine Worte waren für viele Besucher fesselnd genug.

Am Anfang waren zwei Dörfer

„Jetzt fangen wir mal ganz klein bei Adam und Eva an, nämlich bei den beiden Dörfern.“ Sicher sei zumindest, dass zur Römerzeit die ersten Menschen in einem römischen Etappenort zwischen den Kastellen in Asberg und Gellep auf Höhe des heutigen Kaldenhausen gelebt haben. Später seien Rumeln und Kaldenhausen „reine Straßendörfer“ gewesen, deren Höfe sich an der durch sie hindurch führenden Straße orientiert hätten: Herrenhaus an der Straße, Scheunen Richtung Feld.

Ab 1803 seien die Orte sogar, nach der Eroberung durch Napoleon, französisch gewesen. „Aber da will ich ein anderes Mal etwas drüber erzählen“, sagte Billen nicht nur zu diesem Thema, sondern zum Beispiel auch zur Kirchen- und Schulgeschichte. Das Material für eine ganze Vortragsreihe ist also da.

Auch die Namensfindung in der Neuzeit war ein Thema. Denn bis 1950 sei der Name des Ortes nur Rumeln gewesen. „Aber die Gemeindeverwaltung und die Polizei waren in Kaldenhausen.“ Vieles, was heute als aus Rumeln bezeichnet wird, sei Kaldenhausen, zum Beispiel das Rumelner Rathaus oder die Zeche. 1946 stellten die Kaldenhausener einen Antrag an die britische Besatzungsregierung, den Ort umzubenennen.

Dieses Verfahren habe bis 1950 gedauert, weil sich Post und Reichsbahn quer gestellt hätten. Erst dann sei der heutige Doppelname eingeführt worden. Bis 1904 habe auch niemand so genau gewusst, ob man Kaldenhausen mit K oder mit C schreibt. Nach Rückfragen durch Post, Bahn und Verwaltung sei schließlich die offizielle Schreibweise auf K festgelegt worden.

Rund eineinhalb Stunden gab Heinz Billen Geschichten zum Besten. Wann es im nächsten Semester der VHS die geplante Fortsetzung gibt, ist aber noch nicht bekannt.

Das ist Heinz Billen

Seit Jahrzehnten setzt sich Heinz Billen (82) für sein Rumeln-Kaldenhausen ein. Nach der Volksschule erlernte er das Metallhandwerk, später folgte der Meisterbrief für angewandte Physik. Seit den 1970-er-Jahren ist Heinz Billen für den Ortsteil als Ehrenamtler tätig. Er war Mitgründer des Werberinges Rumeln-Kaldenhausen und arbeitete im Bürgerverein mit.

Zur 800-Jahr-Feier von Kaldenhausen veröffentlichte er ein Geschichtsbuch über den Ort und stellte exklusives Prägewerkzeug für Medaillen und einen Sonderstempel der Deutschen Bundespost her. Mit dem Heimatforscher Peter Wey veröffentlichte er außerdem drei Bildbände über seine Heimat und beteiligte sich später an der Wappenwand vor dem Rathaus.

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