Umwelttage

Umweltschützer diskutierten mit Duisburgs neuem Dezernenten

Aus der Luft schön grün: Duisburg-Rheinhausen mit dem Logport-Gelände. Hier gibt es immer wieder Ärger wegen des Lkw-Verkehrs.

Aus der Luft schön grün: Duisburg-Rheinhausen mit dem Logport-Gelände. Hier gibt es immer wieder Ärger wegen des Lkw-Verkehrs.

Foto: Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Umweltverbände aus dem Duisburger Westen luden Dezernenten Martin Linne zum Gespräch. Rund 100 Bürger kamen in den Saal der St. Joseph Gemeinde.

PETRA SCHMIDT

Duisburg-Rheinhausen. Dicke Luft, zu wenig Grün, zu viel Verkehr – im Rahmen der Duisburger Umwelttage nutzten die Bürgerinitiative „Saubere Luft“ und die „Umweltgruppe West“ die Gelegenheit, diese Themen ausführlich mit Martin Linne, seit wenigen Tagen neuer Dezernent für Umwelt und Planung bei der Stadt Duisburg, zu diskutieren. Knapp 100 interessierte Bürger, darunter Aktivisten und Akteure des Umwelt-und Naturschutzes, drängten sich im Saal der Friemersheimer St. Joseph Gemeinde und unternahmen zunächst einen „Ausflug“ in Metropolen der Welt.

Ein Film über natürliche Klimaanlagen


Ein 50 Minuten langer Film befasste sich mit dem „heißen Pflaster Stadt“, speziell mit den Problemen der Dichte in Großstädten und zeigte am Beispiel von Singapur auf, wie die Widerstandsfähigkeit der Städte erhöht werden kann. Mittlerweile gibt es dort eine Architektur, bei der Pflanzen an den Häusern hochklettern und die Dächer begrünen. Der positive Effekt: Pflanzen sind natürliche Klimaanlagen, senken den Feinstaub in der Luft und dienen der Gesundheit der Menschen.

Martin Linne betonte, dass der Bezug zu Grün und Natur wichtig dafür sei, „ob wir uns wohlfühlen.“ Duisburg sei aber nicht Singapur und man müsse sich hier nicht über Grün in der 66. Etage unterhalten. Er wolle verschiedene Nutzungsanforderungen aufeinander abstimmen. Treiber für Großstädte sei die industrielle Produktion. Die Belastungen, die durch die Dichte entstehen würden, müssten aber kompensiert werden.

In Duisburg gebe es viel Potenzial für Dach- und Fassadenbegrünung, was speziell bei etlichen Firmen inzwischen umgesetzt werde. Als Beispiel führte er Krefeld an, wo er einige Jahre als Dezernent arbeitete. In der Nachbarstadt gebe es immer mehr Dachbegrünung und Hecken statt Zäune. An dieser Vision wolle er in Duisburg arbeiten und ermunterte: „Immobilieneigentümer und Mieter können bei sich anfangen.“

Bürger wollen gegen die Stadt Duisburg klagen


Mangels Zeit musste Moderator Norbert Bömer bei den anschließenden Statements und Diskussionsbeiträgen ein bisschen aufs Tempo drücken. Beklagt wurde, dass die Umweltpolitik in Duisburg keine große Rolle mehr spiele. Ein Sprecher der Gruppe „Hornitexter“ aus Homberg kritisierte, dass in Duisburg Logistik an erste Stelle stehe, und kündigte an, dass die „Hornitexter“ gegen den Bebauungsplan für den Logistikstandort klagen werden.

Einen breiten Gesprächsrahmen nahmen die Baumschutzsatzung und der Verkehr ein. Der Umwelt- und Planungsdezernent will gerne eine neue Baumschutzsatzung diskutieren, kann sich aber eher eine Baumpflicht, zum Beispiel ein Baum auf jedem Grundstück, vorstellen.

Bürgerinitiative will weniger Autos in der Stadt

Beim Thema Verkehr drehte es sich vor allem um die Routen der Lkw zu Logport 1. Wegen falscher Schilder irren die Fahrer durch die Straßen von Friemersheim. Eine Lösung wäre, dass dort ansässige Firmen eindeutige Adressen angeben und im Navigator der Fahrzeuge eine entsprechende Software installiert ist.

Ulrich Scharfenort, neuer Vorsitzender der Bürgerinitiative „Saubere Luft“, sprach noch den Klimanotstand in Duisburg an und wünschte sich unter anderem eine stärkere Verdrängung von Autos aus der Innenstadt zugunsten von Fußgängern und Radfahrern.

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