Stadtplanung

Rheinhauser Initiative Cölve-Brücke besucht Moerser Stadtrat

Das war im Oktober vorigen Jahres. Protestversammlung am Kirmesplatz in Moers-Schwafheim.

Das war im Oktober vorigen Jahres. Protestversammlung am Kirmesplatz in Moers-Schwafheim.

Foto: Markus Joosten

Duisburg-Rheinhausen.   Doris Göbel und die übrigen Bürger der Interessengemeinschaft sind bereit. Am Mittwoch, 10. April, fahren sie zur entscheidenden Sitzung.

Doris Göbel und der „harte Kern“ sind vorbereitet. Rund 30 Bürger der Interessengemeinschaft Cölve-Brücke kommen am Mittwoch mit nach Moers. Fahrgemeinschaften werden gebildet, Friedhelm Brümmer, Brückenkonstrukteur der Initiative, reist mit seinem Modell der Behelfsbrücke auf dem Dachgepäckträger an. „Kaffee und belegte Brötchen bringen wir auch mit“, ergänzt Göbel als Sprecherin.

Schließlich weiß keiner, wie lang die Sitzung dauert. Fest steht aber: Wenn der Moerser Stadtrat dem Behelfsbau zustimmt, werden die Rheinhauser Bürgermeister Christoph Fleischhauer und das Stadtparlament vor dem Rathaus mit einem Schild empfangen. „Danke“ steht darauf. Fürs erste versehen mit einem Fragezeichen. Eine Botschaft an die Politik.

Verwaltungschefs demonstrierten Einigkeit

Auch wenn selbst Skeptiker wie die streitbaren Trompeter nicht mehr davon ausgehen - theoretisch ist es möglich, dass der Moerser Stadtrat das Projekt aus irgendwelchen Grünen ablehnt, gibt Göbel zu bedenken.

Zwar demonstrierten Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und sein Moerser Amtskollege von der CDU zuletzt Einigkeit - faktisch sei die Hürde aber noch nicht genommen. „Wobei wir von allen Seiten hören, dass die Angelegenheit so gut wie in trockenen Tüchern ist“, hofft Göbel. Trotzdem hat sich die Interessengemeinschaft vorgenommen, in jedem Fall bis zum Ende der Sitzung vor dem Moerser Rathaus auszuharren. Wenn alles gut gelaufen ist, kann das Fragezeichen weg.

Termin für den Baustart steht schon wieder in Frage

Zunächst jedenfalls. Denn auch bei einem positiven Votum gilt: „Wir haben ja noch keine Brücke“, formuliert Göbel. „Die Planung ist noch nicht durch, dieses Verfahren fängt erst nach den Sitzungen an. Und, vor allem: Wir wissen immer noch nicht, wann die Behelfsbrücke kommt.“ War zunächst vom Baubeginn im Frühjahr 2020 die Rede, hieß es zuletzt, der Start könne auch 2021 erfolgen.

Die veranschlagte Bauzeit liegt bei drei Monaten. Doris Göbel hat in jedem Fall die nächste Kommunalwahl im Herbst 2020 im Blick. „Bis dahin muss sich etwas getan haben. Wir sind ja schließlich alle Wähler.“ Zu guter Letzt gelte es dann auch, den Bau einer neuen Brücke kritisch zu beobachten. „Das Provisorium hält bestenfalls 12 Jahre.“

Seit fast zwei Jahren ist die Cölve-Brücke gesperrt

Seit Mitte 2017 ist die Cölve-Brücke zwischen Rheinhausen-Trompet und Moers-Schwafheim gesperrt und stellt Anwohner und Geschäftsleute tagtäglich vor Herausforderungen. Die favorisierte Behelfsbrücke ist als vorübergehender Ersatz geplant, außerdem soll eine Übertragung des Bauwerks an die Stadt Duisburg vorbereitet werden. Auch hierzu, hieß es zuletzt, bestehe Einigkeit zwischen den Verwaltungschefs.

Die Kosten liegen laut Vorlage bei fünfjähriger Miete inklusive Baukosten bei 932.000 Euro, mindestens. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Politik beider Städte mit unserer Verwaltungsvorlage für die Vorschläge gewinnen können“, ließen Christoph Fleischhauer und Sören Link zuletzt über ihre Sprecher ausrichten. In Anbetracht der Bedeutung des Verkehrswegs bewegten sich die Kosten „in einem akzeptablen Rahmen.“ Der Rat der Stadt Duisburg entscheidet am 6. Mai. Aber das dürfte dann tatsächlich nur noch eine Formsache sein.

Moers soll das Brückenmodell bekommen

Eins steht aber jetzt schon fest. Wenn das Modell der Behelfsbrücke nicht mehr benötigt wird, wollen Erbauer Friedhelm Brümmer, Doris Göbel und die Trompeter Bürger den Testbau dem Moerser Bürgermeister schenken. Der kündigte an, ihn im Rathaus aufstellen zu wollen, weiß Göbel. Als Erinnerung an (ehemals) einzige Brücke auf Moerser Stadtgebiet.

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