Literatur

Rheinhausen ist Schauplatz für einen Krimi

Idealer Schauplatz für schaurige Geschichten: die Bliersheimer Villen vor der Renovierung.

Idealer Schauplatz für schaurige Geschichten: die Bliersheimer Villen vor der Renovierung.

Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Rheinhausen.  Die ehemalige Anwältin Sabine Thomas hat ein neues Buch veröffentlicht. „Ein alter Schmerz“ handelt von Verbrechen in den Bliersheimer Villen.

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Als die ehemaligen Krupp-Villen im Logport noch nicht renoviert waren, sondern vor sich hin verfielen, wird sich so mancher gefragt haben, welche Geschichten diese Mauern erzählen können. Sabine Thomas hat sich eine solche Geschichte ausgedacht und daraus einen Krimi gemacht, der geschickt Vergangenheit und Zukunft miteinander verwebt. Hauptperson ist die Mordermittlerin Caro. Sie wird in der Gegenwart zu einem brutalen Mord in einer der verfallenen Villen gerufen. Spuren führen sie ins Rocker- und Drogenmilieu, aber auch zu einem Missbrauchsopfer, welches mit dem Ermordeten, einem ehemaligen Rechtsanwalt, noch eine Rechnung offen hatte.

Der Fall weist aber auch in die Zeit kurz nach der Jahrhundertwende, als die Betriebsdirektoren des Hüttenwerks noch feudal in den Villen residierten und allerlei Dienstpersonal beschäftigten. Die Geschichte eines dort angestellten Dienstmädchens spielt auch heute noch eine Rolle, denn eine uralte Familienfehde wirkt in dem Krimi noch bis in die Gegenwart nach. Der Roman ist auf vier Erzählebenen unterwegs: Zu lesen sind tagebuchähnliche Aufzeichnungen der Tochter des Mordopfers, die Geschehnisse rund um die Ermittlertätigkeit, die Geschichte des Dienstmädchens und schließlich ein Brief aus der Vergangenheit, der vielleicht sogar eine Lösung liefert. Sabine Thomas war 26 Jahre in Rheinhausen als Anwältin tätig.

Ende des Jahres 2018 schied sie aus der Kanzlei Puhr-Westerheide Rechtsanwälte an der Beethovenstraße aus und ging in den Ruhestand. Die Idee zu einem Rheinhausen-Krimi kam ihr schon im Jahr 2014. Damals war ein Kurzkrimi-Wettbewerb zum Thema Rheinhausen ausgeschrieben.

„Eigentlich wollte ich mitmachen, stellte aber sehr schnell fest, dass mich so vieles an Rheinhausen fesselt - die Industriegeschichte, die soziale Entwicklung, die Kontraste. Es musst also ein Roman werden“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. Sie fühle sich dem Stadtteil und den Menschen verbunden, nur der Liebe wegen, sei sie in ihrem Ruhestand endgültig ins Rheinland gezogen. „Am Allerwichtigsten war mir, das Medium Krimi zum ‘Vorwand’ zu nehmen, die hoch interessante Geschichte dieses Stadtteils vor dem Auge des Lesers aufscheinen zu lassen, die Industriegeschichte und die Geschichte seiner Menschen samt aller sozialer Unterschiede und baulicher und landschaftlicher Kontraste -- von den niedergehenden Teilen der Rheinhauser Mitte über den Wiederaufbau der Bliersheimer Villen bis zum Toeppersee.“ Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Dabei hat sie nicht nur Wert auf eine spannende Geschichte gelegt, sondern auch auf die Sprache. „Ich wollte angesichts einer Flut reißerischer Krimis einen schreiben, der tiefgründig ist und durch eine schöne, präzise Sprache besticht. Da es vier Erzählebenen gibt, hatte ich Gelegenheit, vier Sprachstile einzusetzen, das hat mir viel Freude gemacht.“ Wesentlich sei ihr auch gewesen, dass der Leser ein Empfinden dafür entwickelt, wie es zu einer Mordtat kommen kann, Tat wie Täter sollten am Ende ambivalente Wertungen oder Gefühle auslösen.

Wer das Buch kaufen möchte, kann den Buchhandel in Rheinhausen unterstützen: Bücherinsel, Friedrich-Alfred-Str. 93. Sabine Thomas hat bereits zwei andere Bücher veröffentlich mit Geschichten aus ihrer Arbeit als Familienrechts-Anwältin: „Und konnten es einfach nicht fassen“ und „Hell wie der Mond und stark wie Eisen“.

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