Sanierungsgebiet Hochheide

Nach der Sprengung wird in Duisburg-Hochheide aufgeräumt

Nach der Sprengung des ersten Weißen Riesen in Duisburg-Hochheide wird aufgeräumt. Hier einige der kleinen Helfer mit Anna Morck (r.) und Pia Radtke von der Tagesgruppe Hochheide.

Nach der Sprengung des ersten Weißen Riesen in Duisburg-Hochheide wird aufgeräumt. Hier einige der kleinen Helfer mit Anna Morck (r.) und Pia Radtke von der Tagesgruppe Hochheide.

Foto: Dennis Freikamp

Duisburg-Homberg.   Der erste weiße Riese ist weg, gestern rief das Quartiersbüro Hochheide zur ersten Aufräumaktion im Viertel auf. Trotz Kälte kamen über 20 Helfer.

Frieren macht einsam. Es ist kurz vor 14 Uhr, von fleißigen Helfern keine Spur. Eiskalt ist es an diesem Freitag auf dem Bürgermeister-Bongartz-Platz - noch stehen Norbert Falk und Rosemarie Ring vom Quartiersbüro allein am Stand, den sie zum Treffpunkt für ihre erste Aufräumaktion erklärt haben. Rosemarie Ring ist bester Dinge. Sie trägt eine Wollmütze und blickt dem Nachmittag erwartungsvoll entgegen. Mollig warme Bauarbeiter-Handschuhe für die Müll-Sammler liegen bereit, außerdem Greifzangen, ordentlich aufgereiht - gelbe Westen, Müllbeutel und grüne Weingummifrösche als Stärkung zwischendurch. Material, das die Stadt im Rahmen der Offensive für ein sauberes Duisburg zur Verfügung stellt.

Und tatsächlich. Schlag 14 Uhr kommen sie doch: Kollegen, Anwohner, außerdem die Tageskinder der Einrichtung Sankt Josef. Wobei Pädagogin Petra Schoenenborn als Begleiterin einräumt, sie zuvor mit Pommes bestochen zu haben. Zunächst hatten die kleinen Leute nämlich keine Lust. „Wieso“, wollten sie wissen, „sollen wir den Müll von Anderen aufsammeln?“

Leere Wodkaflaschen und Pizzakartons

Ja, wieso eigentlich? Es wird voller am Treffpunkt, die ersten Greifzangen sind vergeben. Die Mannschaft des Quartiersbüros teilt die Gruppen ein. Vier Mannschaften, vier Gebiete - aufgeräumt wird auf dem Bongartz-Platz, rund um den Roten Riesen, entlang der Haniel-, Kirch- und Friedrich-Ebert-Straße und am Hochhaus Ottostraße.

Auch das Ehepaar Karin und Klaus-Peter Schattauer ist da. Beide sitzen in der Jury des Bürger- und Quartiersfonds und sind Mitglieder des Lions Club - beiden liegt ihr Viertel am Herzen. Karin Schattauer hat das Modell einer hölzernen Sitzbank mit fein geschwungenem Rahmen mitgebracht, die mit Hilfe des Quartiersfonds und der spendablen Löwen realisiert werden soll. Noch ist offen, wo sie stehen wird. Dabei ist die Antwort leicht. Schattauer: „Da, wo sie keiner kaputt macht.“

Das Ehepaar wohnt im Roten Riesen und ist genervt vom Müll vor seiner Haustür. Leere Wodka- und Whiskyflaschen in Gebüschen, schmutzige Pizzakartons daneben. Relikte nächtlicher Gelage. Sieht nicht nur hässlich aus, sondern zieht außerdem Ratten an. Und so gab es für das Ehepaar gestern nur eine Losung. Ärmel hochkrempeln, mitmachen. „Toll, dass so viele Kinder dabei sind“, freut sich Karin Schattauer. „Die kann man noch zu etwas bewegen. Das ist die nächste Generation.“ „Wir gehören zum Stadtteil, also sind wir auch dafür verantwortlich“, ergänzt Petra Schoenenborn.

Ordnung macht Schule - manchmal

„Beschwerden über Müll sind hier ein Dauerthema“, weiß Brigitte Karhoff vom Quartiersbüro. „Aber meckern ist eins, mit anpacken das andere. Wir wollen, dass die Stellen, an denen etwas liegt, weniger werden. Vor dem Quartiersbüro sammeln wir täglich den Müll auf - und mittlerweile liegt tatsächlich nicht mehr soviel da.“ Ordnung macht bisweilen Schule.

Inzwischen sind es über 20 Helfer. Rosemarie Ring bleibt am Stand. Falls noch jemand kommt. Die kleinen Leute sind nicht mehr zu halten. Erste Papierchen werden aufgespießt. Das Treffen gestern war nur der Anfang. Weitere Aufräumaktionen sollen folgen.

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