Stadtentwicklung

Mühlenwiese in Bergheim soll bebaut werden

Auf dieser Wiese könnten bald Häuser stehen, Zum Ärger unter anderem der Kirchengemeinde, die um die Zukunft vieler Veranstaltungen fürchtet.

Foto: Tanja Pickartz

Auf dieser Wiese könnten bald Häuser stehen, Zum Ärger unter anderem der Kirchengemeinde, die um die Zukunft vieler Veranstaltungen fürchtet. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Bergheim.  Werkverein Gelsenkirchen soll neben der Sanierung der Mühle auch Wohnungen planen. Was das Aus, unter anderem fürs Folkfest, bedeuten würde.

Die beiden Fotos dieser Geschichte zeigen eine Wiese samt Umfeld in Bergheim. Das Areal befindet sich nahe des Gemeindezentrums. Auf dem Wege an der Peschmannstraße und ist an diesem Dezembervormittag menschenleer. Im Unterschied zu diversen Samstagen in der Zeit von frühem Frühjahr bis spätem Herbst und vor allem im Unterschied zu einem ganz besonderen Samstag im Juni.

Dann gibt es hier von der Kirchengemeinde organisierte und außerordentlich gut besuchte Trödelmärkte für Kinderkleidung und auch das große Folkfest. Das organisieren stets Ehrenamtler, Eintritt frei, tausende Zuschauer sind dabei. Geht es nach Plänen des Werkvereins Gelsenkirchen, ist diese Wiese bald bebaut. Zum Ärger unter anderem der Kirchengemeinde.

Zu zwei nicht-öffentlichen Treffen war der Werkverein, ein laut Informationen der Redaktion Sozialträger mit rund 850 Mitarbeitern, inzwischen in Bergheim vor Ort und sprach dort mit Vertretern der Kirchengemeinden, der Bezirksvertretung und auch der Stadt. Laut eines Papiers, das der Redaktion vorliegt, möchte der Werkverein über einen Projektentwickler die marode Mühle sanieren und auch erweitern. Dazu sollen auf der Wiese zwischen Mühle und der Bushaltestelle Jägerstraße barrierefreie Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen. Zu den möglichen Bewohnern sollen Menschen mit Behinderung, Senioren oder dementiell Erkrankte gehören.

Eine Planskizze soll es bereits geben

Eine entsprechende Planskizze soll es bereits geben, allerdings stehe das Projekt erst ganz am Anfang der Planung. Aus Gelsenkirchen war zunächst zu erfahren, dass man das Projekt kenne. Am nächsten Tag hieß es dann, dass noch nicht feststehe, „ob der Gelsenkirchener Werkverein damit etwas zu tun hat.“ In etwa zwei Wochen könne man dazu mehr sagen.

Von Seiten der Stadt heißt es auf Anfrage, dass für das Grundstück – es gehört laut Aussagen aus der Kirchengemeinde der Stadt – bisher keine Bauvoranfrage vorliegt.

Vorsichtig formuliert gar nicht gut kommt das mögliche Projekt bei den Rheinhauser Bezirksvertretern und auch in der Friedenskirchengemeinde an. Die betreibt unter anderem das Jugendzentrum Tempel und ist damit Organisator des Folkfestes. Pfarrer Heiner Augustin, der sich ob des laufenden Verfahrens eher mit einer Meinung in der Sache zurückhält, stellt eines aber grundsätzlich klar: „Eine Bebauung der Mühlenwiese ist nicht im Sinne der Bevölkerung.“

Die Zukunft der maroden Mühle

Es formiert sich deutlicher Widerstand, in einer Erklärung des Presbyteriums, die der Redaktion vorliegt, heißt es, dass eine mögliche Bebauung der Wiese das Ende sämtlicher Veranstaltungen bedeuten würde. „Es wäre ein nicht zu ersetzender Verlust für die Menschen im Stadtteil.“

Die mehr und mehr verrottende Mühle ist in der Erklärung auch erwähnt. Gerne würde man an einer in den Stadtteil passenden Nutzung des Gebäudes mitarbeiten.

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