Hobby

Messe in Homberg lockte Liebhaber der Modelleisenbahn an

Ob Züge, Schienen oder kleine VW-Käfer – auf der Messe gibt es so ziemlich alles für die Modelleisenbahn.

Ob Züge, Schienen oder kleine VW-Käfer – auf der Messe gibt es so ziemlich alles für die Modelleisenbahn.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Von Wildwest-Waggons bis hin zu Zügen der 1970er-Jahre – die Messe in Homberg hat Liebhabern von Modelleisenbahnen eine große Auswahl geboten.

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Verspätungen, volle Züge und dreckige Toiletten: Probleme, mit denen man bei einer Modelleisenbahn eher nicht zu kämpfen hat – oder nur im Maßstab 1 zu 87. Beim Spielzeugmarkt in der Glückauf-Halle konnten Modelleisenbahn-Freunde und Liebhaber nach Sammlerstücken und passendem Zubehör stöbern – nach Schnäppchen aber eher nicht, denn die Leidenschaft ist ein kostspielige.

Organisator Jonas Altena erklärt, was ein Anfänger benötigt: „Natürlich Schienen, Züge und einen Trafo. Die bekommt man auch zusammen als Startpaket. Bei den Trafos gibt es die älteren Versionen, die man über einen einfachen Regler bedient, und die neueren, mit denen man die Züge einzeln ansteuern kann. Man kann also selbst Fahrdienstleiter sein“, sagt er. Seit 25 Jahren führt Altenas Unternehmen Jomos in ganz Nordrhein-Westfalen Ausstellungen wie die in Homberg durch. Immer mit dabei: die kleine Testanlage in der Ecke, auf der Schienen in verschiedener Breite verschraubt sind. Hier lässt sich allerhand Fachchinesisch aufschnappen.

Waggon-Modelle aus den 1940er-Jahren

Bernd Heisting setzt gerade eine Märklin-Lok, die mit Gleichstrom auf einer H0-Spur fährt, auf die Schienen. „Man muss ja vorher schauen, ob alles funktioniert, bevor man etwas kauft“, sagt der Krefelder. Schon kommt der nächste kaufwillige Kunde und testet einen etwas größeren Wildwest-Waggon. Blecherne Schüsse ertönen aus dem Inneren des Modells – alles in Ordnung.

20 Quadratmeter ist die Modelleisenbahnanlage im Keller von Rolf Jansen groß. Der 69-Jährige hat ausgemistet und ist mit seinem Enkel Joris (14) da. „Das gibt es oft, dass man Dinge kauft, die man schön findet, aber eigentlich gar nicht braucht“, sagt er und zeigt auf ein paar Waggon-Modelle der Reichsbahn. „Die passen nicht in die Epoche, die ich darstelle. Ich bediene die Zeit der 70er bis 90er, die Reichsbahn gehört zu den 40ern und war früher mal der letzte Schrei. Mit dem Zeug, das ich hier verkaufe, könnte ich gleich noch eine Anlage ausstatten“, sagt der Homberger. Sein Enkel habe kein Interesse daran. „Früher, als er klein war, mal. Aber heute nicht mehr“, meint Jansen, der selbst mit zwölf Jahren die Leidenschaft für sich entdeckt hat.

Autos in jeder erdenklichen Farbe und Funktion

Ein Meer aus Autos steht am Stand von Brigitte Zimmermann, alle nach Farben und Funktion sortiert: Feuerwehrautos, Müllwagen, Baustellenfahrzeuge, Lkw – alles da. „Das dürften ein paar tausend sein, zu Hause haben wir noch mehr“, sagt sie. Die Modelle werden schnell zu einer Rarität: „Die Firma, die sie herstellt, bringt alle zwei Monate neue Versionen auf den Markt – die alten gibt es dann nicht mehr zu kaufen.“

Deswegen kosten die oft winzigen Plastikfahrzeuge nicht unter zwölf Euro, ein größerer Leiterwagen der Feuerwehr ist erst für 25 Euro zu haben. „Wir tauschen aber auch viel“, sagt Zimmermann. Auf die Jugend hofft auch sie nicht mehr: „Unsere Enkel haben kein Interesse an einer Modelleisenbahn. Und vor allem keine Zeit. Es ist aber auch ein Hobby für wohlhabende Leute.“

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