Bahn

Lokführer haben gute Berufsaussichten

Miteinander im Gespräch (v.l.) Claudia Strobel, SBH West GmbH Produktverantwortliche Logistik, Carina Meier, Auszubildende zur Lokführerin, Annette von Drop, SBH West GmbH, Niederlassungsleiterin Rheinland Mitte.

Foto: Foto: Tanja Pickartz

Miteinander im Gespräch (v.l.) Claudia Strobel, SBH West GmbH Produktverantwortliche Logistik, Carina Meier, Auszubildende zur Lokführerin, Annette von Drop, SBH West GmbH, Niederlassungsleiterin Rheinland Mitte. Foto: Foto: Tanja Pickartz

duisburg-rheinhausen.   26-Jährige absolviert Ausbildung bei der SBH West. Junge Frau interessierte sich schon als Kind für Züge, Busse und Straßenbahnen

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Carina, die Lokomotivführerin - so kann sich die 26-jährige Carina Meier im Herbst 2017 nennen, vorausgesetzt, alles läuft nach Plan. Denn die junge Dame absolviert in Rheinhausen-Ost seit Ende November eine zehnmonatige Ausbildung zur Triebfahrzeugführerin, bei der SBH West, nahe dem Bahnhof Ost an der Friedrich-Alfred-Straße in Hochemmerich. Dort drückt die ehemalige Hauptschülerin in einem Intensivkurs noch einmal die Schulbank - zusammen mit 14 männlichen Kollegen. „Schon als Kind habe ich mich immer für Züge, Busse und Straßenbahnen interessiert“, berichtet Carina Meier. „Es hat mir Spaß gemacht, damit zu fahren. Als ich das Angebot für die Ausbildung bei der SHB West gelesen haben, habe ich meine Chance gesehen und mich beworben.“ Sie könne sich gut vorstellen, über Jahrzehnte als Lokführerin zu arbeiten und dabei gutes Geld zu verdienen.

Gute Berufsaussichten

Für die Frau aus Gelsenkirchen stehen die Chancen günstig, denn Lokführer haben wieder Konjunktur. „Die rund 450 Eisenbahnunternehmen in Deutschland suchen nach qualifizierten Fachkräften. Besonders Lokführer haben gute Berufsaussichten“, erläutert Annette vom Dorp, die die Niederlassung Rheinland Mitte des Bildungsdienstleisters SHB West in Rheinhausen leitet.

Bundesweit fehlen zur Zeit 1200 Lokführer. Aber warum ist Lokführer momentan ein Mangelberuf? -“ Wir haben in den letzten Jahren ganz viele Unternehmen zur Deutschen Bahn hinzubekommen“, so Claudia Strobel von der SBH West Gelsenkirchen. „Einige Unternehmen haben es verpasst, für genug Nachwuchs zu sorgen.“

Doch welche Voraussetzungen muss man mitbringen? - „Man muss mindestens 20 Jahre alt und zuverlässig sein sowie einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 vorweisen. Natürlich sind auch gute Kenntnisse der deutschen Sprache erforderlich.“ Und was muss man/frau in dem Kurs alles lernen, um die theoretischen und praktischen Prüfungen am Ende zu bestehen?

„Die Teilnehmer unserer Qualifizierung durchlaufen neben den Grundlagen im Eisenbahnbetrieb und der fachpraktischen Ausbildung auch Trainings im Simulator und Praxisstunden unter Aufsicht auf der Schiene. So erhalten sie in zehn Monaten alle wichtigen Kompetenzen für das sichere Führen von Triebfahrzeugen“, erklärt vom Dorp.

Was bedeutet das? - „Die Absolventen müssen am Ende über Störungen oder Unregelmäßigkeiten im Eisenbahnbetrieb und Erste Hilfe Bescheid wissen“, so Claudia Strobel. „Sie müssen sich auch als Wagenprüfer, Rangierbegleiter und Bremsprobenberechtigter qualifizieren. Außerdem vermitteln wir ihnen Kenntnisse zum Triebfahrzeugdienst und die Grundlagen zum Dieselbetrieb. Wir unterweisen sie auch in den einzelnen Baureihen. Die Teilnehmer müssen unter Aufsicht am Stadthafen im Essener Norden fahren, sie üben das Fahren auch an einem Eisenbahn-Simulator. Dazu erhalten sie viele Ausbildungsextras. „Der Praxisanteil ist enorm hoch, gerade zum Ende der Qualifizierung“, ergänzt Annette vom Dorp.

Carina Meier hat kein Problem mit allen den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten, die auf sie zukommen werden, auch wenn sie einen Sohn hat , der noch klein ist. Sie freut sich auf die neue, verantwortungsvolle Herausforderung, man sieht es ihr an. Und als Einstiegsgehalt winken ja auch immerhin 2200 Euro pro Monat. Netto.

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