Weihnachten

Krippenausstellung in der Rheinhauser Erlöserkirche

Manfred Gehnen (l.) und sein Bruder Dieter mit zweien ihrer aufwändig gebauten Krippen, die sie zum Selbstkostenpreis abgeben. Der Käufer bezahlt lediglich für das Material.

Foto: Udo Gottschalk

Manfred Gehnen (l.) und sein Bruder Dieter mit zweien ihrer aufwändig gebauten Krippen, die sie zum Selbstkostenpreis abgeben. Der Käufer bezahlt lediglich für das Material. Foto: Udo Gottschalk

Duisburg-Rheinhausen.   Letztmals standen am jetzt 15 Krippen zum Verkauf. Nach fast 20 Jahren hören Manfred Gehnen und sein Bruder Dieter aus Altergründen aus.

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Zum 19. und gleichzeitig letzten Mal fand am Wochenende die Krippenausstellung in der Rheinhauser Erlöserkirche statt. Die beiden Krippenbauer-Brüder Manfred (67) und Dieter (69) Gehnen hören gesundheitsbedingt mit dem Krippenbau auf. „Leider“, wie beide übereinstimmend sagen. 15 Krippen standen am Samstag und Sonntag noch einmal zu Ausstellung und Verkauf. In ganz unterschiedlicher Stilrichtung sind die kleinen Bauwerke entstanden. So gibt es orientalisch anmutende Krippen oder solche nach dem Vorbild eines alpenländischen Stalls.

„Es weiß ja keiner, wie es wirklich ausgesehen hat“, sagt Manfred Gehnen. Was er aber trotzdem immer dabei haben muss, ist die alpenländische Eckkrippe. Die geht fast jedes Jahr weg. Denn die Krippen werden nicht nur ausgestellt, sondern stehen auch zum Verkauf. 15 bis etwa 150 Euro kosten sie, je nach Größe und Arbeitsaufwand. An den Krippen ist für gewöhnlich alles selbst gebaut. Das einzige, was die beiden Brüder aus Rheinhausen-Mitte und Friemersheim fertig dazu kaufen, sind die Figuren.

1999 hat alles begonnen

1999 hat alles begonnen. Da brauchte Dieter Gehnen eine Krippe für den heimischen Weihnachtsschmuck. Allerdings fand er die Preise so hoch, dass sich der gelernte Schlosser einfach selbst an die Holzarbeit machte. Das gelang ihm ziemlich gut. Denn als damals am 27. Dezember kurz nach Weihnachten viele Freunde und Bekannte zum Geburtstag seiner Frau kamen, hätten auch sie gefragt, ob er nicht für sie so eine Krippe machen könnte.

Das wurde immer mehr und so stieg auch sein Bruder Manfred in den Krippenbau mit ein. „Das ist inzwischen wie ein Hobby für uns“, sagt Manfred Gehnen. Das Tüfteln würde einfach großen Spaß machen. Schließlich soll auch alles stimmig sein und mit den Figuren zusammenpassen. „Wir wollen mit unseren Krippen auch nichts verdienen.“ Die Preise umfassen quasi nur die Materialkosten.

Aufwand: Bis zu 200 Stunden

Wer sich die Kosten für Krippen auf den Weihnachtsmärkten ansieht, wird das zu schätzen wissen. Dort kosten sie oft mehrere hundert Euro. Wenn die beiden Brüder ihre Arbeitsstunden mitberechnen würden, wäre das wohl auch in Rheinhausen so. An so mancher Krippe saßen sie mehr als 200 Stunden. Zum Beispiel, weil sie die Dachschindeln bei einer als Bauernhaus aufgemachten Krippe alle einzeln liebevoll bemalten und aufklebten.

Wenn die Krippen am Wochenende nicht alle verkauft werden, sollen die Übrigen im Internet verkauft werden – an Selbstabholer. Denn alles andere wäre für die guten Stücke wohl zu gefährlich. So dürften die Arbeiten der beiden Brüder zum Abschluss noch einem größeren Publikum bekannt werden, als sie es eh schon waren.

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