Kindertheater

Komma-Theater in Rheinhausen zeigt Stück über Schönheitswahn

Benjamin Garcia, Anja Klein und Tina El-Fayoumy stehen im Kinderstück „Klamotte“ auf der Bühne des Komma-Theaters in Duisburg-Rheinhausen.

Benjamin Garcia, Anja Klein und Tina El-Fayoumy stehen im Kinderstück „Klamotte“ auf der Bühne des Komma-Theaters in Duisburg-Rheinhausen.

Foto: Ulla Michels

Duisburg-Rheinhausen.   Kleider machen Leute - oder nicht? In Duisburg-Rheinhausen kicherten die Allerkleinsten über gängige Schönheitsideale. Bühne frei für „Klamotte“!

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Shopping-begeisterte Damen und Herren werden es kennen: Es gibt diesen Moment, in dem man seinen Kleiderschrank ausmisten muss. Nach der Einsicht kommt das Chaos aus Sachen, die man plötzlich doch noch braucht. Das, was am Sonntag im Kinder- und Jugendtheater Komma geschah, erinnerte an jenes Kleidungschaos. „Klamotte“ hieß das Stück, das am Sonntag Premiere feierte.

Regisseur Maik Evers, Komponist Benjamin Garcia und Dramaturg Sascha Bauer konzipierten das Stück extra für Kinder ab drei Jahren. Die Proben mit den Schauspielern Anja Klein, Tina El-Fayoumy und Benjamin Garcia gestalteten sich bewusst offen. Es wurde an- und ausgezogen, improvisiert und umgedreht. Das Ergebnis? Ein bewegungsreiches Stück, das zum Lachen und Entdecken einlädt. Bei der Premiere waren 30 Kinder mit ihren Familien im Entdeckermodus.

Ein Stoffsack voller Klamotten

Sie nahmen rund um die Bühne Platz. „Mama, was ist in dem Stoffsack?“, fragte ein Mädchen. Bevor das Geheimnis gelüftet wurde, musizierten die drei Schauspieler auf Gitarre, Tamburin und Miniklavier. Mit den Worten „Dingi, Dango, Dongo“ wurde El-Fayoumy ausgezählt. Unscheinbar in weiß gekleidet hob sie einen Sack an. Aus ihm fiel ein gelbes Kleid. „Leid“, sagte ein Kind und der Vater korrigierte schmunzelnd: „Kleid“. Die Kinder lachten, als Anja mit dem Kleid kämpft und umherspringt. Es wollte einfach nicht passen. Benjamin und Tina schauen in die anderen Säcke: Blaue Hose, blaue Weste, Hut. „Das passt zusammen“, riefen die Kids und fieberten mit, wer den riesigen Hut anzieht.

Wie wär’s denn mit einem Tigermuster?

Aber vorher kamen glitzernde und tigerbemusterte Mäntel zum Vorschein. Kurzerhand tanzten die Schauspieler mit den Mänteln im Walzerschritt. Als die drei wie Laufsteg-Models posen, amüsieren sich die Kinder köstlich. Das Kinderlachen zeigte, wie abstrus künstliche Schönheitsideale sind und wie treffend sie im Stück karikiert werden.

Der Spruch „Kleider machen Leute“ kam einem in den Sinn, als Benjamin zum rottragenden Torero wird. „Man fühlt sich wie in einem begehbaren Kleiderschrank“, sagte Vater Jakob Wenzel, der mit Tochter Milena hergekommen war. „Es ist erstaunlich, dass die Kinder sich an den einfachen Dingen erfreuen. Da braucht es kein Smartphone und Internet.“

Klar: Viele Klamotten machten müde. Das Stück endete märchenhaft auf der Kleidererbse, aber zu viel sei an dieser Stelle nicht verraten.

Eine Einladung an Kita-Gruppen

Nach 45 Minuten gab es Riesenapplaus von den kleinen und großen Theaterfans. Weitere Aufführungen folgen am Sonntag, 12. Mai, 15 Uhr, Mittwoch, 15. Mai, 14 sowie Sonntag, 16. Juni, 15 Uhr und Mittwoch, 19. Juni, 14 Uhr. Eintritt für Kinder 4 Euro, Erwachsene 8 Euro. Am 15. Mai besteht für Kita-Gruppen und Schulen die Möglichkeit, das Theater spielerisch zu erkunden. Infos unter 0203 / 2838486.

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