Stadtplanung

Homberger sorgen sich um die Zukunft des Edeka-Marktes

Was wird aus dem Supermarkt an der Halener Straße, wenn dort ein Baugebiet entsteht? Vergrößern darf er sich nur in kleinem Rahmen.

Was wird aus dem Supermarkt an der Halener Straße, wenn dort ein Baugebiet entsteht? Vergrößern darf er sich nur in kleinem Rahmen.

Foto: Udo Milbret

Duisburg-Homberg.   Stadt stellte Pläne für ein Baugebiet an der Halener Straße vor. Bürger sehen Bau von 100 Wohneinheiten kritisch. Sie fürchten um den Supermarkt

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Ernsthafte Sorgen machen sich viele Homberger Bürger über den Fortbestand des Edeka-Supermarktes an der Halener Straße im Ortsteil In den Haesen. Das wurde bei einer Bürgeranhörung im Bezirksrathaus Homberg deutlich. Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes und des Projektentwicklers IST Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH aus Haan erläuterten rund 70 Besuchern die Planung eines Neubaugebietes auf dem ehemaligen Sportgelände, mehr als 45.000 Quadratmeter groß.

In diesem Kontext machte ein Mitarbeiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektentwicklung klar, dass sich der Edeka-Supermarkt mit heute 650 Quadratmetern maximal auf 799 Quadratmeter erweitern darf. Eine Erweiterung auf 1000 Quadratmeter, die heutzutage die Lebensmittel-Branche zur langfristigen Sicherung eines Standorts für notwendig hält, schloss der Stadtplaner an der Halener Straße aus und verwies auf das Einzelhandelskonzept der Stadt.

Vorwürfe an die Stadt

Auf diese Ausführungen reagierten die anwesenden Homberger Bürger mit Unmut: Die Wortmeldungen reichten von „Ihr plant jetzt schon die Schließung des Edeka-Marktes“ über „Die Stadt sieht zu, dass dieser Edeka-Markt über kurz oder lang zumacht“ und „Was machen die Menschen, wenn der Edeka-Laden in ein, zwei Jahren zumacht?“ bis zu „Sie schränken von vorneherein ein, dass sich der Edeka-Markt erweitern kann.“

Dagegen betonten die Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes und Jochen Füge vom Planungsbüro, dass die Verwaltung den Supermarkt weder schließen wolle noch könne, das sei eine privatwirtschaftliche Entscheidung, keine der Verwaltung: „Das entscheidet der Eigentümer.“ Hans-Gerd Bosch, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, wies darauf hin, dass eine Stellungnahme von Edeka über die Zukunft des Standorts notwendig sei. Bisher liege diese aber noch nicht vor.

50 Einfamilienhäuser und 50 Wohnungen

Zum Neubaugebiet, das die städtische Wohnungsgesellschaft Gebag bebauen will: Projektentwickler Jochen Füge präsentierte zwei Varianten, die sich durch Art und Lage der Zugangsstraßen unterscheiden. In beiden Fällen sind 50 Einfamilienhäuser im Inneren des Gebiets sowie etwa 50 Wohnungen in Mehrfamilienhäuern an den Rändern des Baugebiets geplant. Der heutige Grünzug am Schwarzen Weg soll erhalten bleiben, ein weiterer Grünzug entlang der Güterbahnstrecke soll hinzu kommen.

Füge betonte, dass man noch ganz am Anfang der Planung stehe. Bis zum Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplan werde es von heute an noch etwa zwei Jahre dauern, in der Zwischenzeit müssten noch diverse Gutachten eingeholt werden. Erst dann, ab 2020, kann gebaut werden.

Lieber ein Spiel- oder Bolzplatz

Mehrere Bürger forderten nicht nur den Erhalt des Edeka-Marktes, sondern auch der heutigen Grünfläche, anstelle der Wohnbebauung solle man auf dem Grundstück einen Spiel- sowie einen Bolzplatz anlegen.

Die CDU-Fraktion schloss sich dem Votum der Bürger und auch der ablehnenden Stellungnahme des BUND Duisburg (siehe Info-Kasten unten) an, regte die Anlage eines Parks an und forderte den Erhalt der heutigen Parkplätze mit dem alten Baumbestand unmittelbar an der Halener Straße.

>>>>> BUND lehnt Pläne ab<<<<<

In einer Stellungnahme lehnt der BUND die Bebauung der Sportanlage an der Halener Straße ab, „weil hier schon wieder Siedlungsentwicklung zu Lasten des Außenbereichs betrieben werden soll.“ Von einer Bebauung des Geländes seien insbesondere die Belange des Schutzgutes Pflanzen/Tiere/Biologische Vielfalt betroffen, durch die geplante Versiegelung auch die Schutzgüter Boden und Grundwasser. „Durch das Blockieren einer Frischluftschneise ist auch das Schutzgut Klima/Luft erheblich betroffen“, so der BUND und fordert: „Konkrete Ersatzpflanzungen und Entsiegelungsflächen seien im B-Plan zu benennen.“

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