Stadtentwicklung

Sprengung „Weißer Riese“ in Duisburg: Das ist zu beachten

„Fire“ steht auf den Knöpfchen rechts und links unten. Der Sprengmeister drückt auf beide gleichzeitig und aktiviert damit die Zünder, Der „Weiße Riese“ verwandelt sich dann in 45.000 Tonnen Schutt.

„Fire“ steht auf den Knöpfchen rechts und links unten. Der Sprengmeister drückt auf beide gleichzeitig und aktiviert damit die Zünder, Der „Weiße Riese“ verwandelt sich dann in 45.000 Tonnen Schutt.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Hochheide.   Die Stadt informiert über den Ablauf der Sprengung des „Weißen Riesen“. Die Vorbereitungen in Duisburg-Hochheide liegen voll im Zeitplan.

Die Glocke der benachbarten Salvatorkirche schlug exakt 12 Uhr, als Oberbürgermeister Sören Link (SPD) den Saal Gaziantep im Rathaus betrat. Keine 45 Minuten später war auch schon wieder alles gesagt zum „Weißen Riesen“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Hochheide. Und das von insgesamt sieben Personen, die die Sprengung des 60 Meter hohen Hauses am 24. März verantworten.

Die Vorbereitungen liegen voll im Zeitplan, so die Hauptaussage. Für den OB geht es beim Abbruch der Schrottimmobilie darum, ein Zeichen des Aufbruchs für das Viertel zu setzen. „Die Menschen in Hochheide regen sich über den Schandfleck schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten auf und konnten unsere Beteuerungen, dass dort etwas passiert, kaum noch glauben.“

Stadtteilerneuerung dank Fördermitteln vom Land

Dank Fördermitteln vom Land könne man den Stadtteil Stück für Stück aufwerten, die Sprengung des „Riesen“ an der Ebert-Straße soll bekanntlich nicht die letzte sein im Sanierungsgebiet.

Der zuständige Dezernent Andree Haack, er ist in der Siedlung aufgewachsen, stellte aber erneut klar, dass nicht alle sechs „Weißen Riesen“ abgerissen werden sollen. „Die Lebensqualität in einigen der Häuser ist nach wie vor hoch und die Bausubstanz ist gut.“

Diese Bausubstanz – 103.000 Kubikmeter umbauter Raum – will Sprengmeister Martin Hopfe von der Thüringer Sprenggesellschaft binnen acht bis zehn Sekunden in 45.000 Tonnen Schutt verwandeln. „Danke für die guten Wünsche“, sagte der zunächst in Richtung Stadt-Riege. „Wir setzen alles daran, dass die Sprengung ohne Schäden abläuft.“

290 Kilogramm synthetischer Sprengstoff

290 Kilogramm synthetischen Sprengstoff stopft Hopfe ab kommender Woche in 1450 Bohrlöcher, dazu gibt es in der 6. und 7. Etage des Gebäudes und im Untergeschoss 1650 Stellen, an denen Sprengstoff gelegt wird. „290 Kilogramm ist relativ viel, für das Sprengen etwa eines Schornsteines reichen fünf Kilo aus“, so Hopfe zur Einordnung. In einem Steinbruch dagegen würde tonnenweise Sprengstoff zum Einsatz kommen.

Damit die Umgebung keinen Schaden nimmt, ist rund um das Gebäude ein Schutzwall aufgeschüttet worden. „Ab 20. März werden zudem an den Nachbargebäuden Schutzgerüste montiert, ebenso werden Container für die Einsatzleitung aufgestellt“, sagt Projekt-Leiter Marc Sommer. Damit keine Trümmerteile umherfliegen, sind im und am Gebäude Maschendrahtzäune und dickes Textilfließ gespannt.

Um die Staubentwicklung einzudämmen, wird auf dem benachbarten Bürgermeister-Bongartz-Platz ab 22. März ein riesiger Pool aufgebaut. Die dort gesammelten 500 Kubikmeter Wasser spritzt die Feuerwehr binnen 15 Minuten auf die Trümmer. Wobei es Staubentwicklung geben werde, ganz könne man sie nicht verhindern, selbst wenn es ähnlich stark regnen würde wie aktuell täglich.

Ab 8 Uhr wird evakuiert

Insgesamt 2500 Hochheider müssen ab 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen, die Stadt fährt sie in einen Betreuungsraum in der Leibnitz-Gesamtschule in Hamborn. Etwa zwei Stunden nach der Sprengung können die Bewohner zurück nach Hause. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass dies gegen 14 Uhr der Fall sein wird. In der Evakuierungs- und auch in der Sicherheitszone wird es ein absolutes Halteverbot geben, ebenso sind Straßensperren aufgebaut und weiträumige Umleitungen eingerichtet.

Die Stadt wird nicht müde, den Menschen abzuraten, zur Sprengung nach Hochheide zu kommen. Bei der Live-Übertragung im WDR-Fernsehen habe man die beste Sicht, und rund um die Absperrungen werde man auch nicht gerade für Annehmlichkeiten potenzieller Sprengtouristen sorgen. Das heißt, es gibt keine Verpflegungsstände und auch keine Toiletten vor Ort. „Es werden Menschen zum Gucken nach Hochheide kommen, ganz sicher“, sagt Frank van Staa vom Bürger- und Ordnungsamt. „Darauf sind wir aber vorbereitet.“

Hier gibt es weitere Informationen

Weitere Informationen rund um die Sprengung am 24. März gibt es unter www.duisburg.de und unter www.diesprengung.de, Mailadresse info@diesprengung.de. Call Duisburg ist erreichbar unter 0203/94000.

Beschwerden im Zusammenhang mit der Sprengung können an die genannte Mail-Adresse gerichtet werden und auch direkt an den Generalunternehmer, die P&Z GmbH, unter 01800/5000167

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