Hilfsprojekte

Fünf Bands spielten in Rheinhausen zugunsten der Aids-Hilfe

Auch „Absolut“ spielten ohne Gage für den guten Zweck.

Foto: Michael Dahlke

Auch „Absolut“ spielten ohne Gage für den guten Zweck. Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Rheinhausen.   Anlässlich des Welt-Aids-Tages luden der Rheinhauser Arzt Günther Bittel und das Haus der Jugend zum Benefizkonzert „Treatment for all“.

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Gutes tun, Musik genießen, Forschung und Prävention unterstützen und Enttabuisierung erfahrbar machen: Dies geschah am Samstagabend im „Haus der Jugend“. Das Jugendzentrum führte mit dem Rheinhauser Allgemeinmediziner Günther Bittel ein besonderes Konzert durch. Anlässlich des Welt-Aids-Tages stand der Abend ganz im Zeichen des Benefiz. „Treatment for all“, zu deutsch „Gleichbehandlung für alle“: So lautete der Titel des Konzertabends, dessen Erlös der Aidshilfe und der Hilfsorganisation „Solidarität International“ zugute kommt.

Und nicht nur der Abend stand unter dem Motto. Es ist ein Satz, der Günther Bittel nachhaltig prägte. Die Idee hinter dem Benefizkonzert entstand 1993, berichtete Bittel: „Damals habe ich am Aufbau des Duisburger Hospizes mitgewirkt. Dort starben auch zahlreiche Aids-Patienten. Das hat mich nie losgelassen.“ 2001 reiste er für einen Studienaufenthalt nach Südafrika. Dort erlebte er die Ohnmacht gegenüber Aids: Mangelnde Krankenversorgung, kein Zugang zu Medikamenten, hohe Ansteckungsraten. Besonders in Erinnerung blieben ihm die Massendemonstrationen. Dort forderten die Einwohner: „Treatment for all!“

Bands spielten ohne Gage

Dieses Zitat übernahm Bittel und transportierte die Nachricht von Afrika nach Duisburg. Vor Ort will er was bewegen. Und das schafft er mit dem Benefizkonzert. Fünf Bands traten am Samstag auf: „Bands Bassfeld & Moll feat. Marta“, „Absolut“, „Cloud Colony“, „Silent Fox“ und „Freshgame“. Sie alle verzichteten auf ihre Gage. Viele davon waren „Wiederholungstäter“, so auch die Band „Bassfeld & Moll“. Sänger Thorsten Bassfeld erzählte: „Wir haben vor vier Jahren schon einmal auf dem Benefizkonzert gespielt. Die Idee, Musik für den guten Zweck zu machen, gefällt uns sehr.“

Einrichtungsleiterin Bärbel Rinck erzählte, dass immer mehr Bands Interesse am Auftritt im Rahmen des Weltaids-Tages haben. Das Konzept ist erfolgreich: Viele junge und ältere Besucher kamen, leisteten mit dem Eintrittspreis einen Spendenbeitrag und rockten mit den Bands. Mehrere hundert Euro kamen so im letzten Jahr zusammen. Studentin Lena (19) kam mit ihrer Schwester her. „In meinem Freundeskreis gibt es Leute, die an Aids erkrankt sind. Wenn sie es erzählen, leiden sie oft unter Stigmatisierungen“, sagte sie. Angesichts der hohen Zahlen von weltweit 37 Millionen Infizierten und einer Million Todesfällen pro Jahr ist ihr klar: „Da dürfen wir nicht wegsehen.“

80 000 Menschen sind HIV-positiv

Aufmerksam hörte sie zu, als die Diskussionsrunde mit Dietmar Heyde (Aidshilfe Duisburg), Bärbel Esser (Solidarität International, Außenstelle Neudorf) und betroffenen Bürgern Zahlen, Fakten und Interventionsarbeiten benannte. Mediziner Bittel, der die Runde moderierte, spielt selbst in der Band „Freshgame“. Er betonte, dass 80 000 Menschen in Deutschland HIV-positiv sind. Die Krankenkassen übernähmen zwar die Behandlung, aber Flüchtlinge ohne Aufenthaltspapiere hätten keinen sicheren Zugang zur Versorgung. Mehr als 25 Wirkstoffe gegen Aids gäbe es inzwischen. Was er sich für die Zukunft wünscht? „Einen offenen Dialog auf sozialer, kultureller, medizinischer und politischer Ebene.“

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