Hitze-Sommer

Freibad am Kruppsee in Friemersheim zählte rund 35 000 Gäste

Geschäftsführer Klaus Mittmann (rechts) und Karl Otto Liebisch, 2. Vorsitzender des Schwimmvereins Rheinhausen 1913, am Kruppsee. Ihnen bescherte der Hitze-Sommer eine gute Bilanz.

Geschäftsführer Klaus Mittmann (rechts) und Karl Otto Liebisch, 2. Vorsitzender des Schwimmvereins Rheinhausen 1913, am Kruppsee. Ihnen bescherte der Hitze-Sommer eine gute Bilanz.

Foto: Ulla Michels

Duisburg-Rheinhausen.   Für den SV Rheinhausen war es ein Super-Sommer. Es kamen 60 Prozent mehr Badegäste als im Vorjahr. Wann die Saison endet, bestimmt der Verein.

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Still ruht der See - im 50-Meter-Becken zieht an diesem kühlen Freitagvormittag nur eine einzige Schwimmerin ihre Bahnen. Mittlerweile ein ungewohntes Bild. Nach wochenlangem Hochbetrieb mit bis zu 3000 Badegästen täglich kommt das Freibad am Kruppsee allmählich zur Ruhe. Die Saison steht kurz vor dem Ende. Wobei dies zu den Dingen gehört, die Karl Otto Liebisch als Vorteil der Friemersheimer Privat-Herrschaft empfindet. Hier im Bad bestimmt der Verein, wann Schluss ist. Und das bedeutet in diesem Hitze-Sommer: pure Flexibilität! Bis zum nächsten Schwimmwettkampf am 9. September bleiben die Türen an der Bachstraße in jedem Fall geöffnet. „Und dann“, so Liebisch, „sehen wir einfach weiter.“

Eins ist jetzt schon klar: Für den Schwimmverein Rheinhausen 1913 war es ein Superjahr. „Für uns war der Sommer gut, für die Bauern schlecht“, fasst Liebisch als 2. Vorsitzender treffend zusammen. Alles in allem kamen rund 35.000 Besucher. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Genug Platz für viele Badegäste

Am Kruppsee ist man einem derartigen Andrang gewachsen: Neben dem großen Schwimmbad (2000 Kubikmeter Wasser) steht der See selbst zur Verfügung, so dass sich die Badegäste nicht zwangsläufig auf den Zehen stehen. Dass sich das Naturgewässer in diesem Jahr als besonders beliebt entpuppte, liegt vermutlich an der Wassertemperatur: Im See bleibt es kühl, während das Schwimmbad an heißen Tagen schon mal bis über 25 Grad aufheizen kann. Ein Resultat der Solaranlage auf dem Dach.

Auf die ist der Verein besonders stolz. Karl Otto Liebisch spricht von Einsparungen von bis zu 30 Prozent; hier werden nur noch die Duschen mit Gas erwärmt. Das Verfahren schützt aber nicht nur die Umwelt. Für den Verein als Bad-Betreiber bedeutet es bares Geld. Das Wasser wird durch schwarze Schläuche auf dem Dach geleitet, erwärmt und gefiltert, dann fließt es wieder zurück ins Becken.

Bereits seit 1914 kümmert sich der Verein um das Freibad. Damals entstand mit Unterstützung der Firma Krupp am Friemersheimer Baggerloch eine erste Badeanstalt. 2009 sollte die heutige Anlage geschlossen werden, erinnert Liebisch. Der städtische Zuschuss wurde gekürzt - neue Ideen waren gefragt. Damals baute der Verein in Eigenregie die Solaranlage. Als Vorlage diente eine Studie der Universität Duisburg.

Doch nach diesem Sommer kann man im SV Rheinhausen erstmal aufatmen. „Die letzten drei Jahre waren schlecht“, erinnert der Vereins-Vize an das regnerische, wechselhafte Sommerwetter der Vorjahre. Und Liebisch kennt seine Badegäste: „Die kommen nur, wenn es durchgehend schön ist.“ Um Kosten zu sparen, wurden die Öffnungszeiten reduziert. Inzwischen bleibt das Bad vormittags für Vereinsmitglieder reserviert, am Nachmittag ist die Öffentlichkeit an der Reihe. Nur in den Ferien können Badegäste ab 9 Uhr schwimmen.

Angesichts der Forderungen einer Facebook-Gruppe, das Toepperbad wieder zu eröffnen (wir berichteten), kann sich Klaus Mittmann als Vereins-Geschäftsführer nur wundern. Das Schwimmerbecken ist total marode - eine Renovierung nur in zweistelliger Millionenhöhe möglich. Bei der Nachfrage verwies die Stadt seinerzeit auf das Bad am Kruppsee - als Geheimtipp und echte Alternative.

Recht hat sie, denn es ist wirklich schön hier. Inzwischen ist die Schwimmerin raus aus dem Becken. Ein, zwei Kilometer hat sie sicher zurückgelegt. Wie auf Stichwort lässt sich auch die Sonne wieder blicken. Vielleicht ist die Saison ja doch noch nicht vorbei.

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