Soziales

Flüchtlinge gärtnern mit „Altanwohnern“ in Rheinhausen

So sehen die Pflanzkübel im Rheinhauser Heimatgarten aus. Sie sind sehr beliebt, wer einen möchte, landet zunächst auf einer Warteliste.

So sehen die Pflanzkübel im Rheinhauser Heimatgarten aus. Sie sind sehr beliebt, wer einen möchte, landet zunächst auf einer Warteliste.

Foto: sip

Duisburg-Rheinhausen.   „Heimatgarten“ nennt die städtische Wohnungsgesellschaft Gebag ihr Projekt an der Franz-Schubert-Straße in Rheinhausen. Flüchtlinge gärtnern mit „Altanwohnern“.

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Ein Garten, der verbinden soll. Das steckt hinter dem Heimatgarten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag an der Franz-Schubert-Straße in Rheinhausen. Diese Verbindung wurde jetzt rund um den Heimatgarten kräftig gefeiert. Flüchtlinge und Nachbarn feierten gemeinsam ein Sommerfest. Sonst sind viele von Ihnen auch zusammen im Heimatgarten tätig. Rund 350 Flüchtlinge leben seit September 2015 hier. Außerdem rund 200 Menschen, die dort bereits vorher lebten, quasi „Altanwohner“.

Viele Flüchtlinge hatten sich bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes eingebracht. Zum Beispiel beim Kochen: „Wir haben ganz viele unterschiedliche Gerichte hier. Zum Beispiel von einem Koch aus Syrien, der selbst Flüchtling ist“, erzählt Petra Valentin, Projektkoordinatorin der Gebag. Zum Preis von 20 Cent gab es so ein ausgefallenes Essen. „Wir wollen damit eine Wertschätzung signalisieren“, so Valentin. Die Einnahmen des Tages kommen dem Flüchtlingscafé des Vereins „Mehr Flüchtlingshilfe“ zugute. Das wird nur wenige Meter weiter in einem Nachbarhaus betrieben. Auch viele andere Initiativen, die sich für Flüchtlinge engagieren, waren zugegen, etwa die Diakonie.

Großer Beliebtheit erfreute sich auch ein Glücksrad, bei dem es Spielzeug zu gewinnen gab, dass die GfB (Gesellschaft für Beschäftigungsförderung) aus Spenden hergerichtet und zur Verfügung gestellt hatte. Von der Stadt-Tochter DuisburgSport wurden auch einige Spielgeräte gestellt. Zum Beispiel eine Rollenbahn. „DuisburgSport ist von sich aus auf uns zugekommen und hat gefragt, ob sie mitmachen können“, freut sich Valentin. Aber auch, wer sich einfach nur ein bisschen mit seinen Nachbarn austauschen wollte, war herzlich willkommen. „Rund 250 Leute waren immer hier.“

35 Kästen gibt es insgesamt

Der „Heimatgarten Rheinhausen“ ist ein Urban-Gardening-Projekt. Auf einer Rasenfläche von rund 6000 Quadratmetern stehen insgesamt 35 Pflanzkästen. Alle Duisburger sind zum gemeinschaftlichen Gärtnern und Mitgestalten eingeladen. Möglich gemacht haben dies neben der Gebag als Eigentümerin des Grundstücks noch drei weitere Partner: die NRW.ProjektSoziales GmbH als Projektmanagerin, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) als Projekt-Förderer und die GfB, die als Träger von „Arbeitsgelegenheiten“ mit Fördermitteln des Jobcenters die handwerklichen und gärtnerischen Voraussetzungen im Heimatgarten schafft. Von 7.30 bis 13.30 Uhr sind sechs Kräfte von dort im Einsatz und bauen Pflanzkübel oder Bänke. Die werden zum Beispiel aus alten Paletten gefertigt, die Firmen vorbeibringen.

Weitere Informationen:

Aktuell sind alle Pflanzkästen vergeben. Es gibt sogar eine Warteliste. Allerdings werden immer wieder neue frei.
Mehr Informationen
gibt es bei Facebook oder im Internet unter
heimatgarten-rheinhausen.jimdo.com.

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