Weinprobe

Feinschmecker probierten sich in Rumeln durch allerlei Weine

Eddie Mioska und Lisa Pügner-Wagner haben bei der Weinprobe im Kulturtreff Alte Dorfschule in Rumeln Musicalhits gespielt.

Eddie Mioska und Lisa Pügner-Wagner haben bei der Weinprobe im Kulturtreff Alte Dorfschule in Rumeln Musicalhits gespielt.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.  Gerd Pfaffmann veranstaltet seit zehn Jahren Weinproben im Kulturtreff Alte Dorfschule. Die Gäste dürfen jedoch nicht nur Flüssiges probieren.

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22 Liter Wein trinkt der Durchschnittsbürger in einem Jahr, drei Liter Schaumweinprodukte kommen noch extra dazu. „Wir in der Pfalz hingegen liegen bei 100 Liter im Schnitt“, sagt Weinbauer Gerd Pfaffmann. Er kennt die Zahlen genau: Seit mehr als zehn Jahren veranstaltet er im November im Kulturtreff Alte Dorfschule eine Weinprobe.

Dabei verabreicht er neben den unterschiedlichsten Rebsorten nicht nur Oliven, Salzgebäck und Käse, sondern auch den durch Altkanzler Kohl bekannt gewordenen Pfälzer Saumagen. Nun sehen die kleinen Fleisch-Würfelchen in der Schale so wie polnisches Schweinefleisch in Aspik aus, aber ohne Aspik – und viel anders ist auch deren Geschmack nicht.

Die Kohlsche Leibspeise darf nicht fehlen

Auch eine gewisse Tradition verbindet man mit der Kohlschen Leibspeise in der Pfalz. Pfaffmann weiß: „Schon Mitterand, Gorbatschow und Maggie Thatcher mussten bei ihren Treffen mit Kohl von dem Gericht probieren.“ Na, und als Unterlage für eine Weinprobe dient dieses fetthaltige Essen allemal.

Derweil unterhalten sich einige der etwa 60 Gäste fachmännisch darüber, wo ein Rivaner, Riesling oder Grau Burgunder genau am hinteren Gaumen anschlägt. Oder sie diskutieren darüber, ob es sich eher um eine vollmundige Art handelt und ob ein Rivaner oder Silvaner besser zum Spargel passt.

Lieder aus dem Musical Cats erklingen

Die Band um Klarinettist Eddy Mioska und Tenorsaxophonistin Lisa Pügner spielt so manchen Klassiker aus Musicals. „Memory“ aus dem Musical Cats erklingt in einer ungekannten Fassung und die Gäste versuchen teilweise die Titel zu erraten. Daneben wird ein spezieller Gewürztraminer verabreicht: „Dieser Wein hat schon per se eine Muskatnote in sich“, weiß Winzer Pfaffmann über ihn. Jedenfalls passt er besser zu würzigem Zwiebel- oder Flammkuchen als ein Federweißer in den Augen der Weinkenner.

Die Gäste tun das, was der Fachmann das ganze Jahr über macht: Probieren. Und als Gerd Pfaffmann dieses tägliche Probieren als schwierigste Aufgabe seines Berufs anspricht, gibt es so manche ironische Mitleidsbekundung von seinen Gästen.

Lustige Geschichten unterhalten die Gäste

Derweil Mitinitiator Ingo Pügner wahlweise ein Glas Wasser oder grünen Tee aufgrund einer Erkältung trinken muss. Er „arbeitet“ ja, liest lustige Geschichten vor: von Maulwürfen im Garten eines bekennenden Maulwurfgegners oder von Nürnberger Bratwürsten von der Tankstelle bei einer High-Tech-Grill-Party, bei der sonst nur Steaks aus der Hüfte Galizischer Rinder verabreicht werden. Es sind kleine Schnipsel aus dem Buch „Du bleibst mein Sieger, Tiger“ von Maxim Leo und Jochen Gutsch. Herzhaft werden die Gäste nicht nur von diesen Episoden unterhalten, denn danach folgt für die Sinne ein guter Portugieser Weißherbst.

Zum Schluss gibt es einen sehr süßen im Barrique ausgebauter Merlot – der würde gut zur Nachspeise passen, meinen viele Gäste, die ihren Wein-Jahreskonsum um etwa einen Liter erhöht haben dürften…

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