Westernstadt

Es fehlt ein Sack voller Geld

Foto: WAZ FotoPool

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Duisburg.Es sieht nicht gut aus für die Rheinhauser „Sioux Montana Ranch“, deren Gründer Erich „Fuzzy“ Wiesner aus Altersgründen das Handtuch geworfen hat, und die ein Kreis von privaten Unterstützern für die Öffentlichkeit retten will.

Die Pläne waren entweder, den - inklusive Wiesner selbst und Ehefrau Irma auf sieben Mitglieder geschrumpften - Trägerverein „Sioux Montana Club e.V.“ zu revitalisieren oder einen Gastronomen aus dem Duisburger Westen (Name .Red. bekannt) zu überzeugen, aus der liebevoll aufgebauten, jetzt vom Abriss bedrohten Westernstadt in Friemersheim ein Ausflugs- und Erlebnislokal zu machen. Vor kurzem hatten sich Vertreter der Grundstücksverwaltung, des Bauordnungsamtes, des Bezirksamtes, der mögliche Investor und die Wiesners an einen Tisch gesetzt. Das Ergebnis war niederschmetternd.

Heimliche Duldung

„Fakt ist, dass die Rettung der Ranch teuer wird. Sehr teuer!“, sagt der aus Rheinhausen stammende TV-Journalist Matthias „Tilli“ Tilgner, der die Initiative zum Ranch-Erhalt über das Internet und soziale Netzwerke von seinem neuen Lebensmittelpunkt, dem hessischen Wetzlaer, koordiniert. „Viele Bauten, die die Wiesners und ihr Verein in mühevoller Handarbeit errichtet haben“, so Tilgner, „sind seinerzeit zwar mit heimlicher Duldung der Behörden, aber eben leider ohne wirkliche Genehmigung gebaut worden.“ Dafür hätten nämlich jedes Mal sehr teure Baupläne vorgelegt werden müssen. Entsprechende Berechnungen und Gutachten hätten den Aufwand - und damit den Preis - in die Höhe getrieben.

„Vermutlich wäre die Ranch nie zu dem geworden, was sie heute ist, wenn die Stadt da strikter vorgegangen wäre. Keine Ahnung, für wen das im Endeffekt gut war“, meint Tilgner, der im Übrigen keinen Zusammenhang zur Loveparade-Katastrophe sieht: „Dieses Dilemma wäre heute so oder so auf alle Beteiligten zugekommen.“

Fakt ist jedenfalls auch, dass ein eventueller neuer Pächter der Ranch auf städtischem Gelände - ob Gastronom oder Verein - all diese Gutachten, Pläne und Berechnungen nachreichen müsste. Allein für die Vorarbeit rechnet Tilgner mit einem Betrag „im hohen fünfstelligen Bereich.“ Die von Wiesner über Jahre liebevoll erbauten Westernhäuser - von der Hufschmiede über Sheriff-Büro und Kirche bis zum Saloon - im Anschluss tatsächlich auf den vom Bauordnungsamt geforderten Stand zu bringen, würde sogar mehrere hunderttausend Euro kosten.

„Bei dieser trüben Aussicht“, so Tilgner, „ist der potenzielle Investor, der Eventgastronom von dem schon in verschiedenen Zeitungen zu lesen war, gleich vom Projekt abgesprungen. Und wenn man realistisch ist: Für einen kleinen Verein ist so eine riesige Summe auch nicht mal eben eingesammelt.“

Weiterhin auf der Suche nach einem Investor

Tilgner und seine Mitstreiter sind weiter auf der Suche nach einem Investor, der in der Montana Ranch genug Potenzial sieht, um die für den Erhalt nötigen Summen aufzubringen. Es gebe Gespräche mit einem großen Player aus der Unterhaltungsbranche mit Erfahrung im Wildwest-Genre (nicht aus Duisburg, Name d.Red. bekannt) Doch auch der müsse die Investition noch durchrechnen. Ob dieser Fisch tatsächlich anbeißt, ist derzeit völlig unentschieden. Und wenn nicht? „Wenn nicht noch der berühmte ,weiße Reiter’ angeritten kommt, mit einem Sack voller Geld ... - keine Ahnung, was man da noch machen kann“, so Matthias Tilgner.

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