Bürgergespräche

Emotionale Debatte über Hochheide mit Oberbürgermeister Link

Oberbürgermeister Sören Link (Mitte) beim Thekengespräch in Hochheide.  Mit dabei waren die SPD-Politiker Mahmut Özdemir (r.), Hans-Joachim Paschmann (2. von rechts) und Ralf Jäger (rechts). Foto: Arnulf Stoffel / Funke Foto Services

Oberbürgermeister Sören Link (Mitte) beim Thekengespräch in Hochheide. Mit dabei waren die SPD-Politiker Mahmut Özdemir (r.), Hans-Joachim Paschmann (2. von rechts) und Ralf Jäger (rechts). Foto: Arnulf Stoffel / Funke Foto Services

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Oberbürgermeister Sören Link diskutiert in der Gaststätte Zum Laternchen mit aufgebrachten Bürgern. Es ging um die Weißen Riesen, aber nicht nur.

Homberg. Die SPD Duisburg hat mit den „Thekengesprächen“ ein neues Format eingeführt. Bürgern können Fragen an Politiker und Mandatsträger stellen – nur halt in einer Kneipe. Am Donnerstag gastierte das Format in der Hochheider Gaststätte „Zum Laternchen“. Offenbar brannte den Menschen einiges unter den Nägeln. Rund 70 Besucher kamen. Bei gutem Wetter war die Terrasse im hinteren Bereich gerammelt voll.

Zu Gast waren Oberbürgermeister Sören Link, Bundestagsabgeordneter Mahmut Özdemir, der Duisburger SPD-Chef und Landtagsabgeordnete Ralf Jäger, Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann und einige weitere Lokalpolitiker.

Es gab vor allem kritische Fragen. So wurde bemängelt, dass die Fahrt aus dem Duisburger Westen mit Bus und Bahn in die Stadt schwierig sei. „Bus und Bahn ist in Duisburg ein Dauerthema“, gab Sören Link zu. Vergleiche man mit Städten wie Berlin, gebe es einen meilenweiten Unterschied. Dennoch würden jährlich rund 40 Millionen für den Personennahverkehr ausgegeben.

Beispiel Fahrradstadt Münster - nur halb so gut, wäre schon sehr gut

Er hob das Konzept „myBus“ der DVG hervor, welches abends auf bestimmten Strecken die Möglichkeit bietet, Busse bedarfsgerecht zu bestellen. Siggi Schilling, Vorsitzender des Homberger Turnvereins, beleuchtete die sportliche Seite des Straßenverkehrs. „Mir ist klar, dass wir in Sachen Radwege nicht die Chance haben, wie Münster zu werden. Aber wenn wir nur auf die Hälfte heran gelangen, wäre das schon gut.“

Bessere Radwege und bessere Straßen wünschten sich viele. „Die Straßen in Duisburg sind insgesamt in einem bescheidenen Zustand“, so Link. Das liege daran, dass die Stadt Jahrzehnte lang viel zu wenig Geld hatte. Auch Zuschüsse von Land und Bund habe es kaum gegeben. Er wies aber auch darauf hin, dass sich die Begeisterung bei einigen in Grenzen halten dürfte, wenn etwa eine vierspurige Straße plötzlich auf zwei Spuren verengt würde, weil die restlichen Fahrstreifen für Busse und Fahrräder reserviert würden.

Beschwerden über die Räumung der Häuser an der Husemannstraße

Emotional wurde es beim Thema Hochhäuser. Eine ehemalige Bewohnerin der geräumten Bauten an der Husemannstraße klagte darüber, dass der Oberbürgermeister und die Stadt nichts für sie getan hätten. Das ließ Link nicht auf sich sitzen. „Meine Mitarbeiter waren ab dem ersten Moment der Schließung vor Ort.“ Kurz darauf sei auch ein Bürgerbüro eingerichtet worden. Insgesamt seien den Mietern über 400 Wohnungen angeboten worden. Er habe Verständnis dafür, dass man in seiner Nachbarschaft verwurzelt sei. „Aber wenn man nicht bereit ist, zumindest befristet eine Ersatzwohnung etwa in Rheinhausen zu beziehen, sind unsere Möglichkeiten begrenzt.“

Ablehnendes Gemurmel beim Thema Weiße Riesen

Genauso war es beim Thema Weiße Riesen. Eine Bewohnerin betonte, dass sie das Haus nicht verlassen wolle, und auch andere sagten, dass die Stadt mehr für Hochheide tun solle. „Wir haben etwas getan. Der erste Weiße Riese ist gefallen. Wir haben Fördermittel vom Bund für den Stadtteil besorgt“, sagte Mahmut Özdemir. Viele hätten sich früher bei ihm über die Weißen Riesen und ihr Umfeld beschwert. Aber darüber, dass es nun besser werde, höre er von den Bürgern nur selten etwas. Auch im Laternchen gab es ablehnendes Gemurmel, als die Anwohnerin dafür plädierte, die anderen Hochhäuser stehen zu lassen.

Am Ende gaben sich die Politiker zufrieden. Es seien zwar teils emotionale, aber immer faire Diskussionen gewesen.

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