Stadtentwicklung

Duisburg-Hochheide: 2019 soll der erste „Weiße Riese“ fallen

Die „Weißen Riesen“: Das Hochhaus in der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 (hinten) soll im März 2019 gesprengt werden, das in der Ottostraße 24-30 (3.v.r.) soll möglichst schnell folgen.

Die „Weißen Riesen“: Das Hochhaus in der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 (hinten) soll im März 2019 gesprengt werden, das in der Ottostraße 24-30 (3.v.r.) soll möglichst schnell folgen.

Foto: Hans Blossey/Archiv

Duisburg-Hochheide.   In Duisburgs einzigem Hochhaus-Stadtviertel in Hochheide wird einer der sechs Wohntürme gesprengt. Wie geht es weiter in dem Sanierungsgebiet?

Sie sind das weithin sichtbare Symbol verfehlter Stadtplanungspolitik: Sechs 60 Meter hohe Wohnriegel. Drei davon haben je 180 Wohnungen, die drei anderen gleich doppelt so viele. Am liebsten wäre die Stadt sämtliche „Weißen Riesen“ eher heute als morgen los. Was allerdings trotz eines ersten Schritts eher unwahrscheinlich ist.

Um zu verstehen, warum diese heute zu einem Drittel leerstehenden Betonbauten Anfang der 1970-er überhaupt entstanden sind, muss man gedanklich zurück in die 1960-er-Jahre. Damals gab es für die vielen oft großen Familien lediglich kleine Zechenhäuschen mit geringen Standards. Die Hochheider lechzten nach geräumigen Bädern und mehr Platz für alle. Doch sollte dieses Wohnmodell bereits sehr schnell unattraktiv werden. Wohnen im Hochhaus war und ist hier nicht mehr gefragt, immer mehr Menschen verließen zudem das Problemviertel Hochheide. Wie geht es jetzt weiter?

Weitere Asbestrückstände gefunden

Der genannte erste Schritt: Am Sonntag, 24. März 2019, soll das Hochhaus Friedrich-Ebert-Straße 10-16 mit seinen 320 Wohnungen gesprengt werden. Es ist bereits der zweite Termin, ein erster im September 2017 hatte bekanntlich nach dem Fund weiterer Asbestrückstände abgesagt werden müssen. Die Ankündigung „Im nächsten Jahr fällt der erste ,Weiße Riese““, wahlweise von Behördenmitarbeitern oder Kommunalpolitikern aufgesagt, erwies sich wieder einmal als falsch.

Weitere Sprengungen sollen folgen

Die Zukunft von Duisburgs einzigem Hochhaus-Stadtteil – höher kann man in der Stadt nirgends wohnen – sieht aber mehr vor, als das Einknicken eines Wohnturmes. Ein zweiter leerer Klotz, Ottostraße 24-30, soll es diesem möglichst schnell nachmachen. Mindestens zwei weitere Riegel will die Stadt ebenfalls noch „erlegen“. Mit den rund 17 Millionen Euro an Landes-Fördergeldern scheinen weitere Ankäufe und Sprengungen aber kaum zu realisieren. Rechnet man doch deutlich mehr als fünf Millionen Euro pro Hochhaus-Sprengung. Dazu kämen der Ankauf der entsprechenden Immobilien sowie die Umsiedlung hunderter Bewohner.

Noch thronen sechs Riesen über der Stadt. Was Politiker nicht davon abgehalten hat, schon einmal über die spätere Nutzung des Areals zu streiten. Soll dort ein „Central Park“ entstehen oder doch lieber ein Baumarkt? Jetzt hoffen sie erst einmal, dass die Sprengung von Friedrich-Ebert-Straße 10-16 tatsächlich und reibungslos klappt. Und dass diese dann eine Art Signalwirkung für Hochheide hat...

Drei der Hochhäuser funktionieren durchaus

Auch das gehört zur Wahrheit in Hochheide, drei der sechs Häuser funktionieren durchaus. Die beiden kleineren („Roter Riese“, und Ottostraße 18-20) sind saniert worden, die Wohnungen sind zum großen Teil vermietet.

Die Vermietungsquote der beiden übrigen Häuser soll ebenfalls durchaus hoch sein. In Sachen Kauf eines der Häuser (Ottostraße 54-56) verhandelt die Stadt mit dem Besitzer, einem Ruhrorter Bauunternehmer.

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