Stadtentwicklung Hochheide

Die Linke fordert Sanierung der Moerser Straße

Die Moerser Straße war einmal eine florierende Einkaufsmeile. Heute steht eine Vielzahl der Ladenlokale leer, die Fassaden der Gebäude sind verfallen. Die Linke fordert weitgehende Umbaumaßnahmen.

Foto: Tanja Pickartz

Die Moerser Straße war einmal eine florierende Einkaufsmeile. Heute steht eine Vielzahl der Ladenlokale leer, die Fassaden der Gebäude sind verfallen. Die Linke fordert weitgehende Umbaumaßnahmen. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Hochheide.   Auf der einst so beliebte Einkaufsmeile in Hochheide dominieren Leerstand und Verfall. Die Linke stellt Drei-Stufen-Konzept zur Veränderung vor.

Die Moerser Straße in Hochheide war einmal eine beliebte Einkaufsmeile, einst genossen es hier Homberger und Hochheider, ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen, die Auswahl war groß, es gab zahlreiche Fachgeschäfte. Gleichzeitig war die Moerser Straße als Hauptverbindungsachse zwischen Homberg und Moers so etwas wie eine Visitenkarte von Hochheide, die Häuser und Geschäfte waren genauso gepflegt wie ihr Umfeld.

Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt: Es sind deutlich weniger Kunden als noch vor 20 oder 30 Jahren unterwegs , 15 Ladenlokale stehen leer, geblieben sind vor allem Spielhallen und Wettbüros, bröckelnde Fassaden, schmuddelige Bürgersteige und eine enge, marode Fahrbahn. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich. Grund genug für die Linke Homberg/Ruhrort/Baerl, sich Gedanken über die ausstehende Pflege des Ortsbildes zu machen:

Vor kurzem machte ein weiterer Laden zu

„Die Straße leidet unter der Armut in Hochheide und dem veränderten Kaufverhalten der Bürger, die Waren zunehmend im Internet bestellen“, analysiert Lukas Hirtz, in Personalunion Sprecher der Ortsverbands und der Duisburger Linken. „Der Leerstand ist erheblich.Vor kurzem hat auch noch ein Tapetengeschäft zugemacht.“

Die Bürgersteige seien mit weniger als 1,50 Meter Breite zu schmal für Passanten, sagt der Linken-Sprecher. „Der Zustand der Fahrbahn auf der Moerser Straße ist schlecht, die Fassaden vieler Häuser nicht gerade ansehnlich.“

Und die Zukunft? - Wie sich das Fachmarktcenter Nühlen nach seiner Eröffnung im kommenden Jahr auf die Moerser Straße und ihre übrig gebliebenen Geschäfte auswirken werde, sei momentan noch völlig offen. „Es kann eine Chance, aber auch ein Risiko sein“, meint Hirtz. Handlungsbedarf sieht Die Linke allemal. Die Ideenwerkstatt des Ortverbandes förderte neben einer Bestandsaufnahme zahlreiche Vorschläge zutage, wie man die Situation vor Ort für alle Beteiligten verbessern kann. „Wir unterscheiden zwischen kurz- , mittel- und langfristigen Maßnahmen“, erläutert der Linken-Politiker.

Als Sofortmaßnahmen fordert Hirtz eine häufigere Reinigungsfrequenz und die Anhebung der Reinigungsklassen der Wirtschaftsbetriebe (WBD) für die Moerser Straße. Da die Parkplätze auf der Fahrbahn zu viel Platz weg nähmen, müsse ein Parkverbot von 8 bis 19 Uhr eingerichtet werden.

Forderung: Kompletter Umbau

Um die Gehwege zu verbreitern und einen Streifen für Fahrradfahrer zu installieren, müsse man Markierungen auf der Fahrbahn anbringen. Das sei alles mit geringem finanziellen Aufwand umzusetzen. Gegen Spielhallen könne die Stadt planungsrechtlich vorgehen. Anders sei es bei Wettbüros. „Deren Ausweitung kann man bisher nur auf zwei Jahre zeitlich begrenzen“, sagt der Linken-Sprecher.

Mittelfristige Maßnahmen: „Der komplette Umbau der Moerser Straße ist wichtig und notwendig, sie muss saniert werden. Dabei müssten die Gehwege verbreitert, Bäume gepflanzt, Bänke und Mülltonnen aufgestellt werden. Fußgängern kann man den Seitenwechsel mit einem Übergang in Höhe der Sparkasse erleichtern. Das kann man mit dem Umbau in einem Aufwasch machen.“ Da der Leerstand auch durch die zu kleinen Ladenlokale verursacht werde, müsse man Durchgänge schaffen, so könnten größere Verkaufs- und Beratungsflächen entstehen.

Die Linke hält auch die Einrichtung eines Stadtteilbüros als Anlaufstelle für die Bürger sinnvoll. „Für die Stadtteilarbeit ist die Ausweitung des öffentlichen Beschäftigungssektors notwendig: „So können Leute, denen sonst die Erwerbsarbeit verwehrt wird, zum Beispiel für mehr Sauberkeit in der Moerser Straße sorgen und sich um das Ortsbild kümmern“, sagt Hirtz.

Langfristige Maßnahmen könne man nur einleiten, wenn man die Armut im Ortsteil bekämpfe, sagt der Linken-Sprecher. „Dafür müssen wir den kommunalen Wohnungsbau ausweiten. Das entlastet die Mieter, erhöht die Kaufkraft und stärke das Ortsbild.“ All das wolle man zusammen mit den Bürgern erreichen, sagt Hirtz. Denn eins ist klar: „Der Zustand der Straße ist nicht mehr akzeptabel.“

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