Wohin nach der Grundschule?

Schonender Übergang an der Heinrich-Heine-Gesamtschule Rheinhausen

Die dynamische Schülervertretung der Heinrich-Heine-Gesamtschule (v.l.): Justin Hildebrandt, Jacky Ehrich und Esra Demir.

Die dynamische Schülervertretung der Heinrich-Heine-Gesamtschule (v.l.): Justin Hildebrandt, Jacky Ehrich und Esra Demir.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Dusiburg-Rheinhausen.   Viele Klassenlehrerstunden und eine geborgene Unterrichtsumgebung sollen den Schülern hier den Übergang so einfach wie möglich machen.

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„Wir sind seit Jahren mit der Schule sehr zufrieden, vor allem mit dem offenen und unkomplizierten Kontakt zur Schulleitung.“ Bernd Krinzin ist nicht nur Vater von vier Kindern, die alle auf der Heinrich-Heine-Gesamtschule sind, beziehungsweise waren, sondern passenderweise auch noch Schulpflegschaftsvorsitzender. Besonders lobt Krinzin den fließenden und schonenden Übergang von der behüteten Situation der Grundschule hin zum routinierten Schulbetrieb einer Einrichtung mit 1070 Schülern.

„Wir lassen uns hier bewusst sehr viel Zeit und sorgen dafür, dass die Klassenlehrer so viele Stunden wie möglich bei den Fünfern und Sechsern verbringen“, erklärt auch Schulleiter Günter Derksen. Gelöst hat die Gesamtschule diese Situation folgendermaßen: „Wir bieten unterschiedliche Schwerpunkte an. Wir haben eine Musik-, Kunst-, Sport-, Informatik- oder Sprachklasse. Um diese Fächer möglichst häufig anbieten zu können, haben wir uns dazu entschlossen, die Zeit für die AGs gleicher Thematik vom Klassenlehrer unterrichten zu lassen.

So kommen wir auf die hohe Stundenzahl, die für die erste Zeit sehr wichtig ist.“ Jacky Ehrich aus der 7d kann dieses Konzept nur ausdrücklich loben: „Als ich neu an diese Schule gekommen bin, waren alle total nett und ich habe mich nie alleine gefühlt, obwohl hier so viele Schüler gleichzeitig waren.“

Arbeit im Ganztagssystem

Die Heinrich-Heine-Gesamtschule arbeitet im Ganztagssystem. Die Kinder verbringen also den Großteil des Tages in der Schule, was bestenfalls ja auch noch Spaß machen soll. „Es gibt hier viele AGs und wir haben schon mehrere Preise für unsere Arbeiten gewonnen“, sagt Esra Demir aus der 9. Sie ist Mitglied der Schülervertretung, die die Richtung und Entwicklung der Schule deutlich mitbestimmt. Das ist auch ausdrücklich so gewollt von Derksen und seiner Stellvertreterin Cordula Klüter.

„Uns ist wichtig, den Schülern den Weg zum selbstständigen mündigen Menschen aufzuzeigen. Wir wollen bewusst politisch-demokratisches Bewusstsein wecken und die Kinder zum Abwägen der Vor- und Nachteile anregen“, erklärt Klüter. Das passiert im Schulalltag auch ganz praktisch. Sei es, der Oberbürgermeister kommt zur Sprechstunde vorbei, die Klassen nehmen am Planspiel des Bundestages teil oder die gesamte Schule organisiert eine parallele Bundestagswahl (gewonnen hat hier übrigens die SPD). „Das haben wir letztes Jahr gemacht und das war ein toller Erfolg. Die älteren Schüler haben den jüngeren das Prinzip erklärt und dann durfte jeder wählen“, sagt Justin Hildebrandt. Er ist Oberstufenschüler und ebenfalls SV-Mitglied.

Politisches Engagement sieht auch Justin als einen der herausragenden pädagogischen Ziele seiner Schule. Einher mit dem politischen Ansatz geht auch das Engagement für den Stadtteil. Die Schule organisiert Vorlesenachmittage im Seniorenheim, Auftritte beim Stadtfest, die Schnuppertage für die Grundschüler und viele andere Events mehr, die beweisen, dass Schule weit mehr als eine reine Lerninstitution ist. „Schule ist für mich ganz stark persönlichkeitsbildend und da gehört auch das Umfeld dazu“, verdeutlicht Rektor Derksen seinen Ansatz.

Kooperationen im Stadtteil

Trotzdem muss am Flutweg 56 ordentlich gelernt werden, egal, für welchen Abschluss die Schüler sich entscheiden. Die Schule kooperiert fächerbasierend sowohl mit dem Krupp-Gymnasium als auch mit der Lise-Meitner–Gesamtschule, um im Oberstufenbereich ein möglichst weites Spektrum anbieten zu können. Dieses Jahr gab es gut 50 Abiturienten, einen davon sogar mit der begehrten 1,0 Note. Auch wirtschaftlich hat das Kollegium schon seit Jahren die Fühler Richtung Industrie ausgestreckt und konnte die Post, Siemens und auch die Universität Duisburg-Essen als Kooperationspartner mit ins Boot holen.

Im Technikbereich liegt demnach auch einer der Schwerpunkte der Einrichtung. Der Zweite ist der musische Zweig. Die Heinrich-Heine–Gesamtschule war eine der ersten Duisburger Schulen, die das Fach Darstellen und Gestalten in den Unterrichtsbetrieb mit aufgenommen hat. Drei Wochenstunden wenden Schüler und Lehrer hierfür auf, in der Doppelstunde sogar mit zwei Lehrkräften gleichzeitig. Viel Platz für persönliche Entfaltung mit pädagogischer Begleitung.

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