Die geheimnisvolle Marktfrau

Knapp einen Meter hoch ist die zierliche, in Bronze gegossene Marketenderin, bringt aber dafür doch stolze 150 Kilogramm auf die Waage – nicht nur wegen des vollen Obstkorbes, den sie in den Händen hält. In dieser Folge widmen wir uns der Niederrheinischen Marktfrau, die auf dem Friemersheimer Marktplatz Richtung Kronprinzenstraße steht. Seit Juli 1988 hat sie das Markttreiben fest im Blick, fixiert auf einem fest stehenden Betonsockel.

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Knapp einen Meter hoch ist die zierliche, in Bronze gegossene Marketenderin, bringt aber dafür doch stolze 150 Kilogramm auf die Waage – nicht nur wegen des vollen Obstkorbes, den sie in den Händen hält. In dieser Folge widmen wir uns der Niederrheinischen Marktfrau, die auf dem Friemersheimer Marktplatz Richtung Kronprinzenstraße steht. Seit Juli 1988 hat sie das Markttreiben fest im Blick, fixiert auf einem fest stehenden Betonsockel.

Mysteriös ist ihr Entstehen, geheime Treffen im Sauerland sollen zu ihrer Entwicklung beigetragen haben, so wird im Duisburger Westen gemunkelt. Fest steht, dass der Bauunternehmer Antonius Linn sie den Friemersheimer Bürgern gestiftet hat. Der kulturell engagierte Linn sagte vor Inangriffnahme des Projekts: „Trotz seiner Neugestaltung fehlt dem Marktplatz ein künstlerischer Anziehungspunkt, so wie es das Kaiser-Wilhelm-Denkmal war.“

Der damalige Bezirksvorsteher Hans Kleer jedenfalls war im Juli 1988 außer sich vor Freude und sagte wohl bei der Enthüllung der Skulptur: „Das habe ich in meiner gesamten Amtszeit noch nicht erlebt, dass ein Bürger hier ein Denkmal stiftet“, und adelte damit den stiftenden Bauunternehmer „Toni“ Linn, der im Laufe des Jahres 2007 verstarb. Die Figur wurde am 7. Juli 1988 mit einer Sekttaufe der Bürgerschaft feierlich übergeben. „Für die Taufpaten gab es Freibier und Gratis-Eis“, heißt es in einem Zeitungsartikel dazu.

Ursprünglich ging die Meinung, dass Antonius Linn ausschließlich Stifter war und sich mit einem Künstler im Sauerland getroffen haben soll, der die Vorgaben und die Gussform für die Figur lieferte. Anschließend soll sie dann in einer niederrheinischen Gießerei gegossen worden sein.

Heimliche Treffen

Sein Sohn Norbert Linn klärt aber auf: „Mein Vater war ein wenig besessen und wollte selbst Skulpturen fertigen und hat die Skizzen und die Gussform zu der Marktfrau, später dann noch zu dem Bergmann im Diergardtpark, selbst entworfen.“ Dass es im Sauerland heimlich und ein wenig mysteriös zuging, kann Norbert Linn nicht leugnen. „Mein Vater schlich sich dann immer an unserem Urlaubsort Olsberg fort und traf sich mit einem Mann aus einer Gießerei“, weiß Norbert Linn, der heute in der CDU aktiv ist. Schließlich habe die Gießerei Steinrücken in Olsberg-Bruchhausen die Marktfrau nach Vorgaben von Antonius Linn in Bronze gegossen.

Auch wenn man seinen Namen auf dem Schild der Marktfrau unten am Sockel schon fast nicht mehr lesen kann – so hat sich Bauunternehmer Antonius Linn um die Aufhübschung des Friemersheimer Marktplatzes verdient gemacht. Und lesen Sie in einer der kommenden Folgen vom Diebstahl der Skulptur des Bergmanns, die ebenfalls von Linn gestiftet wurde, aus dem Diergardt-Park in Asterlagen.

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