Vereine & Corona

Der Social Club in Rheinhausen ist vorerst gerettet

Der Social-Club-Vorstand kann aufatmen: Hartmut Wächter (v. r.), Werner van Lier, Reiner Bohres (2. Vs.) und Karl-Heinz Weinkauf

Der Social-Club-Vorstand kann aufatmen: Hartmut Wächter (v. r.), Werner van Lier, Reiner Bohres (2. Vs.) und Karl-Heinz Weinkauf

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Dusiburg-Rheinhausen.  Viele Bürger folgten dem Spendenaufruf zugunsten der Duisburger Institution. Auch der Jäger Jacoby aus „Gefragt-Gejagt“ will Wissensquiz helfen.

Auf die Rheinhauser ist Verlass. Sie sind hartnäckig, traditionsbewusst, vor allem solidarisch. Der notleidende Social Club ist gerettet. „Zumindest kommen wir in diesem Jahr über die Runden und haben die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr positiv weitergeht“, sagt Vereinsvorsitzender Hartmut Wächter, der hier seit 20 Jahren aktiv ist. Ferdi Seidelt, der die Einrichtung am Alfred-Hitz-Platz für systemrelevant hält, sollte Recht behalten. Zumindest, was den Zeitpunkt anbelangt.

Krisensitzung mit der Vereinsspitze

Der CDU-Fraktionschef in der Bezirksvertretung hatte eine Krisensitzung der Fraktionschefs mit der Vereinsspitze unter dem Vorsitz von Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske angeregt und auf eine Lösung bis Anfang August, also noch vor der morgigen BV-Sitzung (12. August), gesetzt. Zwei Mal tagte die informelle Runde, an der unter anderem auch Kulturdezernentin Astrid Neese teilnahm. Der wichtigste Impuls kam aber aus der Bürgerschaft. Gut 5000 Euro sind nach dem öffentlichen Spendenaufruf zusammen gekommen. Sie resultieren aus vielen kleineren Spenden, aber auch einigen größeren Aktionen wie einer Versteigerung in der benachbarten Gasstätte Cathy’s Hütte, bei der 500 Euro erlöst wurden. Der gut besuchte Social Club sorgt schließlich für Belebung der Nachbarschaft.

Die Unterstützung zeigt Wächter, „dass unseren Freunden das Bergheimer Forum am Herzen liegt. Das ist toll. Bei einer so guten Resonanz weiß man wieder, warum man das alles macht. Man hängt ja in einer solchen Krise schon etwas durch“, freut sich Wächter. Dass in schwierigen Zeiten die Menschen noch zusammen rücken und sich gegenseitig helfen, sei großartig. Der 63-Jährigen ist hauptberuflich Veranstaltungstechniker und hat in Duisburg viele historische Märkte organisiert.

Bürger spenden 5000 Euro

Als Förderer des Clubs fällt er, da er sich selbst in einer wirtschaftlich schwierigen Phase befindet, deshalb derzeit aus. 9000 Euro von der Corona-Soforthilfe des Bundes konnte der Verein außerdem verbuchen. Aber wie so oft scheint der Betrag zu schrumpfen, ehe der erste Cent ausgegeben ist, erzählt er hörbar frustriert. Sie bekamen die Summe Ende Juni und sollen sie Ende Juli schon ausgegeben haben, was sie noch nicht ist. Mal sehen, was nach Berücksichtigung der verschärften Förderrichtlinien davon übrig bleibt.

Stadt übernimmt Dachsanierung

Es ist eine brisante Mischung, die dem Verein fast zum Verhängnis geworden wäre. Immerhin zeichnet sich in Teilbereichen auch eine strukturelle Verbesserung ab.

Das zentrale Problem: Mit dem Immobiliendienst der Stadt (IMD) wurde vor Jahren eine niedrige Miete, aber die Übernahme der Instandhaltung des Gebäudes durch den Verein vereinbart. Das ging so lange gut, bis die Dachterrasse über den Schulungsräumen undicht wurde.

Asbestentsorgung ließ Kosten klettern

Da Asbest verbaut worden war, schossen die Sanierungskosten in die Höhe. Der Verein konnte die Kosten durch die Ausweitung von Partys auffangen. Das wertete das Finanzamt aber als Schritt in die Kommerzialisierung und entzog dem Verein die Gemeinnützigkeit mit den damit verbundenen steuerlichen Vergünstigungen. Seitdem ringt der Verein um seinen alten Status und wird von der Politik dabei unterstützt. „Als jetzt auch noch das Dach kaputt ging, hätte uns das glatt das Genick gebrochen“, erzählt er.

Jäger Jacoby kommt zum Real-Quiz

Viele Veranstaltungen waren bereits konzipiert. Unter anderem plante Wächter, Rollenspiele wie man sie aus dem Internet kennt, live zu spielen und mit Anspruch und politischen Bildungsinhalten zu versehen. „Wir haben schon an den Drehbüchern gearbeitet“, berichtet er. Dann kam Corona. Solche realen Konfliktlösungen lassen sich genau so wenig wie Partys auf Distanz durchführen. Halbe Sachen wollte er nicht. So wurde alles verschoben.

Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger WestenImmerhin übernimmt der IMD die Kosten für die Dacharbeiten. Jetzt freut sich Wächter auf ein anderes Realformat. Jäger Sebastian Jacoby aus der ARD-Quizshow „Gefragt-Gejagt“ hat seine Unterstützung zugesagt und will im Forum an einer Art Benefiz-Kneipen-Quiz mitwirken. Ein Termin steht noch nicht fest. Unterstützung für den Club ist weiterhin gefragt.

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