Wassersport

Das Segeln am Duisburger Toeppersee hat viel Tradition

Seit fast 60 Jahren gibt es die Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen. Wer möchte, kann am Duisburger Toeppersee das Segeln lernen.

Seit fast 60 Jahren gibt es die Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen. Wer möchte, kann am Duisburger Toeppersee das Segeln lernen.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.  Die Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen vom Toeppersee ist für gute Segler bekannt. Auch Anfänger können den Sport hier lernen.

Wer einmal das Plätschern der Wellen, das Knarzen der Leinen und die dynamische Kraft des Windes gehört und gespürt hat, der wird seine Liebe zum Segeln nie wieder los. Auch in Duisburg kann man dieser Leidenschaft nachgehen. Am Toeppersee ist seit 1961 die Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen heimisch. Der Verein wurde ursprünglich von Kanufreunden gegründet, die sich aber kurz danach für das Segeln entschieden. Bereits ein Jahr nach der Gründung hat der WRK sich beim Deutschen Segler-Verband angemeldet, um dann schnell bei renommierten Wettfahrten und Meisterschaften zu starten.

Auch in Coronazeiten ist der Verein aktiv. „Wir nehmen an Regatten teil und haben neulich erst mit den Zugvögeln den Westfälischen Frieden gewonnen“, erzählt Jan Rohpeter begeistert. Während der Laie noch über den Vokabeln brütet, erzählt Rohpeter weiter: „Die Bootsklasse der Zugvögel hat eine lange Tradition im Verein. Früher wurden sie in den Werkshallen teilweise selbst gebaut.“ Und der Westfälische Friede ist natürlich eine Regatta, also Wettfahrt, die der Segelclub aus Münster auf dem Aasee ausgerichtet hat. Gewonnen haben Steuermann Benjamin Auerbach und Vorschoter Uwe Horstmann.

WRK hat bereits deutsche Meister und Stadtmeister hervorgebracht

Auch wenn der Verein schon deutsche Meister und Stadtmeister hervorgebracht hat, ist die WRK kein Eliteverein. Jeder, der sich jetzt noch fragt, was ein Vorschoter wohl ist, kann das Segeln von der Pike auf am Borgschenweg 11a erlernen. „Natürlich hatten wir Ausfälle durch Corona, aber vor 14 Tagen erst haben unsere Prüflinge ihren SBF Binnen und SBF See bestanden“, erklärt der Pressewart stolz. Während der Generalprobe kam es zwar zu einer spektakulären Kenterung, aber am Prüfungstag selbst konnten alle 13 Kandidaten hundertprozentig bestehen.

Und richtig Tauchen (Kentern) gehört in der Laser- oder Zugvogelklasse auch mal dazu. Gerade der Toeppersee ist durch die kleinen Inseln gar nicht leicht zu besegeln. „Wir haben oft mit Luftverwirbelungen und Böen zu kämpfen, die durch die Inseln verursacht werden“, erklärt der 79-Jährige, der zwar in Mülheim wohnt und auf den Baldeneysee schaut, aber viel lieber die 20 Kilometer zum Toeppersee fährt, um dort mit seinem Boot durch die Wellen zu pflügen. Seit 1973 ist er Vereinsmitglied und hat jahrzehntelang den Nachwuchs im Optimisten betreut. „Wir hatten damals einen Riesen-Optiträger, auf den zehn Boote passten und so konnten wir mit vielen Kindern an Regatten teilnehmen. Da waren wir an ganz vielen Wochenenden unterwegs“, erzählt der pensionierte Lehrer.

Auch der eigene Sohn wuchs mehr oder minder auf den weitläufigen Wiesen des Geländes auf, während Papa an Bord war. „Irgendwann hat er mit Optisegeln angefangen und wurde dabei so schnell so gut, dass wir kreuz und quer zu Wettkämpfen gefahren sind“, erinnert sich Rohpeter und ist stolz auf seinen Sprössling, der heute als Schiffsbauer arbeitet und nach wie vor begeistert segelt.

Das Vereinsgrundstück ist das Herzstück des Duisburger Clubs

Die Familie besitzt insgesamt drei Zugvögel, die bei Urlauben genauso dazugehören wie Zahnbürste oder Badetuch. „Der Verein war damals Dreh- und Angelpunkt. Viele Mitglieder waren handwerklich extrem begabt und so konnten wir viel selber machen. Auch das Vereinsheim haben wir gebaut“, erinnert sich Rohpeter. Das Endprodukt war allerdings selbst für den stetig wachsenden Verein ein wenig überdimensioniert. Doch erfindungsreich, wie die Wasserfreunde waren, haben sie den Bau kurzerhand als Restaurant verpachtet - und sich daneben ein kleineres Haus gebaut.

Das Restaurant gibt es bis heute und sichert den Seglern durch die Pacht ein stabiles finanzielles Polster. „Wir haben so viel Platz am Toepper, dass wir die Wiese zum großen Teil auch an Eigner von Dickschiffen vermieten können, die ihre Boote bei uns lagern. Sieht zwar nicht so doll aus, hilft aber.“ Denn so agil die Wasserfreunde auch sind, vor 40 Jahren waren die Segelbegeisterung und das Bedürfnis, in einem Verein aktiv zu sein, ausgeprägter. „Wir hatten damals eine Sportpartnerschaft mit einem Verein aus Calais. Die Jugendlichen haben uns oft besucht und wir haben in Calais die Ferien verbracht“, erzählt der Jugendwart. Die zahlreichen Abenteuer wie etwa das Kentern des Katamarans im Hafenbecken von Dover direkt vor einer Fähre erwähnt er nur nebenbei. Ist ja alles gut gegangen.

Das Vereinsgrundstück ist auch heute noch Herzstück des Clubs, denn eine moderne Slipanlage und einen Kran können nur wenige Clubs ihr Eigen nennen. So können auch segelbegeisterte Jahrgänge von 1941 sich ab und zu noch den Wind um die Nase wehen lassen. Die Wettkämpfe überlassen die Senioren mittlerweile aber dem Nachwuchs, den sie schließlich mit viel Sorgfalt ausgebildet haben.

Nur zwei Schüler dürfen während der Corona-Pandemie aufs Boot

Durch das ausgeklügelte Hygienekonzept können die Ausbilder auch jetzt aufs Wasser. Es dürfen maximal zwei Schüler aufs Boot - auf den Stegen gilt die Abstandsregel. Gestartet wird hintereinander und wer sich dann samt Boot auf dem Wasser zu nahe kommt, der hat erstmal andere Probleme zu lösen. Die Ausbildungssaison beginnt in Kürze, wer sich informieren möchte, kann am Donnerstag, 5. November, 19 Uhr, beim WRK am Infoabend über die Kurse teilnehmen. Erstmalig wurde diese Saison die Möglichkeit geboten, den SBF See, also den Bootsführerschein für das Befahren von Schifffahrtsstraßen innerhalb der Drei-Meilen-Zone und das Fahren innerhalb der Zwölf-Seemeilen Zone, zu machen.

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Das ist aber etwas für Fortgeschrittene. Wer einfach nur mit dem Gedanken spielt, sich in ein Segelboot zu setzen, der bekommt wichtige Tipps oder sogar das Angebot, hier und da mal den Vorschoter zu machen. Eine Anmeldung ist nicht nötig; es besteht Maskenpflicht.

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