Stadtplanung

Bürger in Duisburg-Baerl lehnen eine neue Deponie ab

Eine alte Schranke versperrt den Weg zur  Halde Lohmannsheide in Duisburg Baerl.

Eine alte Schranke versperrt den Weg zur  Halde Lohmannsheide in Duisburg Baerl.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Homberg.   SPD hatte zur Info-Versammlung über die Zukunft der Lohmannsheide geladen. DAH1 will eine neue Deponie, Bürger wünschen sich ein Erholungsgebiet.

Es gibt nicht viele Menschen, die eine neue Deponie auf der Halde Lohmannsheide wollen. Eigentlich sind das nur die Mitarbeiter der Planerfirma DAH1 (Deponien auf Halden), ein Gemeinschaftsunternehmen der RAG Montan Immobilien und der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet. Das wurde jetzt bei einer von der SPD einberufenen Bürgerversammlung im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Baerl nochmal offensichtlich.

Fast bis auf den letzten Platz waren alle Stühle belegt. Außer den Bürgern waren gleich mehrere DAH1-Vertreter gekommen, um das Vorhaben noch einmal zu erläutern. In der gezeigten Präsentation heißt es, dass die geplante Deponie auf der alten Bergehalde ein „Beitrag zur Entsorgungssicherheit“ sei.

Denn gerade im Regierungsbezirk Düsseldorf seien keine ausreichenden Volumina für Abfälle der Deponieklasse I vorhanden, um eine sichere Entsorgung für die nächsten zehn Jahre zu garantieren. Typische für die Deponierung vorgesehene Abfälle seien dabei gering belastete Bau- und Abbruchabfälle wie etwa Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik, Boden, Steine, Baggergut und Gleisschotter.

Planer rechnen mit 123 Lkw mehr pro Arbeitstag

Die Halde habe einen Einzugsbereich von 50 Kilometern, sei also eher für den Nahbereich ausgelegt. Im Jahresschnitt sei mit einer Mehrbelastung von 123 Lkw pro Tag bei 260 Arbeitstagen zu rechnen. „Bezogen auf den gesamten Verkehr im Untersuchungsgebiet sind die Steigerungen des Verkehrsaufkommens mit maximal einem Prozent beim Schwerverkehr und 0,1 Prozent beim Gesamtverkehr sehr gering“, heißt es dazu von DAH1. Anfahrtwege sind vor allem über die A42 und dann über Grafschafter Straße, Voßbuschstraße und Gutenbergstraße von Duisburger Seite oder über die Römerstraße von Moerser Seite.

Die Bürger sahen diese Belastung allerdings keineswegs als „sehr gering“ an. Insbesondere, da Lohmannsheide bereits durch viel Lkw-Verkehr der dort ansässigen Spedition Rinnen belastet ist. Auch die mögliche Belastung des Grundwassers war ein Thema. „Das ist ein sehr emotionales Thema und trotzdem wurde die Diskussion sehr fair geführt“, sagte Hans-Gerd Bosch, Baerler SPD-Chef und Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung.

Politik wünscht sich Rückendeckung der Bürger

Mit der Veranstaltung wolle sich die Politik auch die Rückendeckung der Bürger holen. Denn bereits im Oktober hatten SPD und Grüne einen von allen Parteien getragenen Antrag in die BV-Sitzung eingebracht, in welchem ein bergerechtliches Abschlussverfahren für die Bergehalde gefordert wird – also eine Versiegelung und keine neue Nutzung.

„Die Deponie wird seit Jahren nicht mehr betrieben. […] Der Zweck, Bergematerial zu deponieren ist entfallen. Um weitere Gefahren für das Grundwasser zu vermeiden, ist eine zügige Herstellung der Oberflächenabdichtung erforderlich“, heißt es. Genauso sieht es übrigens auch die Moerser Politik. Alle Ratsfraktionen der Nachbarstadt haben in einer Resolution vom 21. November an den Moerser Bürgermeister den Antrag der Bezirksvertretung unterstützt.

Einhellige Meinung war, dass die Halde am besten begrünt wird und dann der Naherholung dient. Nur die Vertreter von DAH1 sahen das eben anders.

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