Comedy

Besucherrekord bei Matthias Reuters Kabarett in Rheinhausen

Bei der Reihe „Kabarett für’n Hut“ stand dieses Mal das Kölner Comedy-Duo Mike und Aydin auf der Bühne.

Foto: Zoltan Leskovar

Bei der Reihe „Kabarett für’n Hut“ stand dieses Mal das Kölner Comedy-Duo Mike und Aydin auf der Bühne. Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg-Rheinhausen.   Der Oberhausener Kabarettist lud zum Vorweihnachts-Programm in die Bezirksbibliothek. Unterstützung gab’s dieses Mal von einem Kölner Comedy-Duo.

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Es war ein Vorweihnachts- bzw. Europa-Brexit-Programm, was die Akteure dieses Mal beim „Kabarett für’n Hut“ in der Rheinhauser Bezirksbibliothek veranstalteten. Vor 160 Leuten, so viel wie noch nie, probierte Gastgeber Matthias Reuter auch Sketche, die er in einem Weihnachts-Spezial am Nikolaustag im Oberhausener Ebert-Bad aufführen will. Und die klappten schon in Rheinhausen: Genial wird er, wenn er den Zuschauern veranschaulicht, wie es bei ihm im Familienkreis beim Weihnachtsliedersingen aussieht.

Chaos unter dem Tannenbaum

„O Tannenbaum“ intoniert die Familie gemeinsam – nur danach ist das Chaos perfekt, wie Reuter den Zuschauern, die auch die erste Strophe mitsingen, suggeriert. Seine Mutter tönt „wie treu sind deine Blätter“, Tante Elise meint, es müsse „grün“ heißen.

An der Stelle sei es gemeinhin mit dem Singen vorbei, weil ein heftiger Familiendiskurs über den richtigen Wortlaut einsetze. Spätestens, als sein Bruder besserwisserisch darauf behaupte: „Ein Nadelbaum hat doch gar keine Blätter!“, sei der Abend gelaufen. So schlawinert Matthias Reuter durch das Programm, spielt so manchen Gassenhauer auf dem E-Piano. Unterstützung im Ablauf bekommt er vom Kölner Comedy-Duo „Mike & Aydin“.

„Fish & Chips“ in Istanbul

Mike kommt großmännisch britisch daher in seinem schwarzen Frack, sein Widerpart Aydin mimt den machohaften Türken, der noch nicht einmal weiß, wie er eine Fliege binden soll. Der eine (Mike) ist froh, dass er bald raus ist aus Europa. Sein deutsch-türkischer Kompagnon Aydin würde gern in die EU hinein – was natürlich wegen Erdogan nicht gelingen wird. So streifen die beiden in einer Szene durch Istanbul – und Mike ist in der Bosporus-Metropole auf der Suche nach seinem Nationalgericht „Fish & Chips“, das aber nicht angeboten wird. Das Duo zieht über andere Nationalitäten her. Die Italiener erscheinen dabei als Volk, das selbst bei Shakespeare nur an „Bunga-bunga“ denkt.

Comedianhaft stellen Mike und Aydin die Balkonszene mit Romeo und Julia nach, das Ganze wirkt allerdings sehr zerfahren und zäh. Und immer wieder gibt es Sticheleien in beide Richtungen. So lästert Aydin über England: „Hättet ihr doch mal den Euro eingeführt. Dann wüsstet ihr wenigstens genau, wie viele Schulden ihr bei der EU habt.“

Naja. Reuter beendet den Diskurs mit einem Gedicht über eine allein lebende Oma: „Sie würde doch auch gerne Weihnachten bei ihren Lieben verbringen. Aber Mist, ihre Familie holt sie Heiligabend wieder zu sich.“ Es gab sicherlich bessere Programme dieses Formats – eine Einstimmung aufs Fest war es allemal.

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