Geschichte

Aus für die Interessengemeinschaft Margarethensiedlung

Eine der letzten Ehrungen des Vereins (v.l.): Ingrid Lenders (Vorsitzende), Christel und Salvatore Zanetti sowie Kassierer Heinz Conrad.

Eine der letzten Ehrungen des Vereins (v.l.): Ingrid Lenders (Vorsitzende), Christel und Salvatore Zanetti sowie Kassierer Heinz Conrad.

Foto: IGMS

Duisburg-rheinhausen.   Immer weniger Mitglieder: Rheinhauser Verein, der sich zu Zeiten des Verkaufs der Rheinhauser Siedlung gegründet hatte, gibt auf.

Es war kein leichter Tag für die 1. Vorsitzende Ingrid Lenders und den gesamten Vorstand der Interessengemeinschaft Margarethensiedlung (IGMS). Stand doch als einziger Diskussionspunkt die Frage zur Debatte: „Sollen wir den Verein auflösen, oder nicht.“ Um es vorweg zu nehmen: Es sollte ein trauriger Sonntag werden für den Verein, deren Mitglieder im Wulius-Vereinsheim ander Hans-Böckler-Straße zusammengekommen war.

blick zurück: Ursprünglich wurde die IGMS gegründet, als der Konzern Krupp Ende der 1970er Jahre begann, die Siedlungshäuser im Herzen Rheinhausens zu verkaufen. „Viele Bewohner der Siedlung hatten Angst, dass sie aus den Häusern ausziehen müssten, wussten nicht, wie mit Ämtern (Denkmalbehörde), mit den ganzen Formalien und Gesprächspartnern umzugehen“, so Ingrid Lenders.

Die IGMS als Krupp-Gesprächspartner

Die IGMS bot sich als Gesprächspartner an, sei in den ersten Jahren ein zuverlässiger Helfer bei allen anstehenden Fragen gewesen. Es folgten für die Geselligkeit Straßenfeste, Ernte-Dank-Feste, Nikolausfeiern für die Kinder, Touren mit dem Fahrrad und vieles mehr.

Lenders: „Aber seit sich die Häuser alle in Privatbesitz befinden, alle Umbauarbeiten abgeschlossen sind, schwand das Interesse der Mitglieder immer mehr. Zudem ist es auch so, dass die damaligen Gründer und Mitglieder älter wurden, in ein Heim oder zu ihren Kindern zogen, oder auch starben. Das ganze Umfeld änderte sich und auch das Interesse der Mitglieder. Am Ende begrüßte der Vorstand bei den Ausflügen oder Veranstaltungen meist mehr Gäste als Mitglieder.“

Und Helfer zu gewinnen sei immer schwerer. geworden. Aus diesen Gründen habe der Vorstand nach einer Klausurtagung im vergangenen Jahr beschlossen, den Verein aufzulösen. Lenders kann ihren Schmerz nicht verbergen, sagt, „dass es schon ganz schön weh tut, ausgerechnet im 40. Jahr des Bestehens den Verein aufzulösen.“ Denn dies ist nun quasi fix. Die Abstimmung ergab, dass sich bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen die Mitglieder für eine Auflösung entschieden. Zum Ende des Jahres wird nun zu einer Mitgliederversammlung „zwecks Auflösung des Vereins“ eingeladen.

Ehrung für das Ehepaar Zanetti

Aber es gab an diesem Tag auch eine erfreuliche Handlung. Die Vorsitzende ehrte Christel und Salvatore Zanetti für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit. Irene Sonntag, 2. Vorsitzende, übergab die Vereinsnadeln. Ingrid Lendes überreichte eine Blumenstrauß, Kassierer Heinz Conrad ein Weingebinde. Die beiden sind das letzte Paar, das vom noch bestehenden Vereinsvorstand geehrte wurde.

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