Rohrbruch

Anwohner ohne Wasser in der Leitung

Einen Durchmesser von 20 Zentimetern haben die Wasserrohre, die an der Behringstraße zu Bruch gingen. Schadhafte Stücke werden herausgeschnitten und ersetzt. Ein Ringsystem gibt es hier nicht, sodass das Wasser für rund 70 Hausanschlüsse abgestellt werden musste.

Einen Durchmesser von 20 Zentimetern haben die Wasserrohre, die an der Behringstraße zu Bruch gingen. Schadhafte Stücke werden herausgeschnitten und ersetzt. Ein Ringsystem gibt es hier nicht, sodass das Wasser für rund 70 Hausanschlüsse abgestellt werden musste.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg-Rheinhausen.   Gleich zwei Rohrbrüche haben an der Behringstraße in Friemersheim zu einem Ausfall geführt. Tankwagen rückten an, um Anwohner zu versorgen.

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Wasser ist nicht nur Leben, Wasser ist auch Alltag. Das fällt vor allem dann auf, wenn plötzlich keines mehr aus der Leitung kommt. So geschehen Dienstagmorgen nach einem Rohrbruch im Frischwasserleitungssystem unter dem Asphalt der Rheinhauser Behringstraße. Das ganze Karree bis zur Joseph-Haydn-Straße und zur Gluckstraße war betroffen. „70 Netzanschlüsse konnten nicht mehr versorgt werden“, sagt Felix zur Nieden, Sprecher der Versorgungsgesellschaft DVV, die am frühen Morgen mit Tankwagen voller Trinkwasser anrückte.

In der Nacht zu Dienstag waren aus einem Rohr, Durchmesser: 20 Zentimeter, große Mengen Wasser entwichen. Grund für den Bruch des Rohres war offenbar Materialermüdung. Am frühen Morgen war ein Trupp der Netze Duisburg GmbH angerückt und begann mit dem sogenannten Schiebern. Das heißt, die entsprechende Leitung wurde gesperrt, damit kein weiteres Trinkwasser verloren geht. Laut Aussage Felix zur Niedens sei dadurch der Druck in der Leitung nahe der Kreuzung Lindenallee/Behringstraße gestiegen, so dass auch dort ein Rohr brach. Die Netze-Mitarbeiter waren somit an zwei Stellen gleichzeitig mit Flicken beschäftigt.

Wie viele Anwohner genau betroffen waren, konnte die DVV wegen der zahlreichen Mehrfamilienhäuser, die hinter den Anschlüssen stecken, nicht exakt ausrechnen. Auch kleinere Firmen, die Pommesbude an der Behringstraße und die Kita Gluckstraße mussten sich auf die ungewohnte Situation einstellen. Dass ein solcher Rohrbruch die Versorgung komplett lahmlegt, kommt laut DVV eher selten vor. „An den meisten Stellen haben wir Ringsysteme, so dass wir das Wasser dann von einer anderen Seite zuführen können“, erklärt Felix zur Nieden. An der Behringstraße gibt es diese Ausweichmöglichkeit nicht.

Das hat auch eine Kollegin zu spüren bekommen, die an der Joseph-Haydn-Straße wohnt. Den Wecker ersetzten die Herren der Netze Duisburg, denen sie in aller Hergottsfrühe im Schlafanzug die Tür öffnete. Mit müden Augen griff sie wie jeden Morgen zum Wasserhahn, um die Kaffeemaschine zu befüllen. Fehlanzeige und ein kurzer Schreckmoment. Ein Morgen ohne Kaffee? Kurz darauf blubberte Sprudelwasser in der Maschine. Hat funktioniert. Für die restlichen Bedürfnisse rund ums Wasser wurde der Sohn nach unten auf die Straße geschickt, um einen Eimer Waser am Tankwagen zu zapfen.

Drei Wagen mit je 1000 Litern und einer mit 500 Litern standen zur Verfügung und wurden abwechselnd nachgefüllt. Auch Zeljko Velez von der Schlemmer-Stube wurde zum Wasserträger. „Ich habe keine Ahnung, wie viele Eimer ich schon geschleppt habe. Könnte sein, dass das mein fünfzehnter ist“, sagte er mittags, als er Nachschub fürs Spülwasser holte. Hinter ihm wartete Thomas Lapin vom Zahntechnik-Labor Böning. Auch er hatte den Weg zum Tankwagen schon mehrfach gemacht. „Versuchen Sie mal, Gips ohne Wasser anzumischen.“ Aber nicht nur für die Arbeit wurde das Wasser benötigt. Auch eine Klospülung funktioniert nicht ohne.

Kita blieb geschlossen

Unter anderem deshalb musste die Kita Gluckstraße die Eltern am Morgen bitten, ihre Kinder wenn möglich nicht in die Kita zu bringen. Eine vernünftige Versorgung der kleinen Gäste war ohne Wasser nicht sichergestellt. Nachbar-Kitas hätten die Kinder zur Not aufgenommen. Ein Angebot, von dem aber niemand Gebrauch machte.

Gegen 14 Uhr konnte Netze Duisburg die ersten Reparaturerfolge vermelden. Zumindest die eine Hälfte des betroffenen Abschnittes der Behringstraße und die Joseph-Haydn-Straße hatten laut DVV um diese Uhrzeit wieder Frischwasser.

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