Einzelhandel

Aldi verlässt die Rheinhauser Fußgängerzone

Aldi in der Rheinhauser Fußgängerzone: Nach 34 Jahren ist Schluss. Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Foto: Tanja Pickartz

Aldi in der Rheinhauser Fußgängerzone: Nach 34 Jahren ist Schluss. Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Rheinhausen.   Dann stehen hier insgesamt acht Geschäfte leer. Fußgängerzonen der 1970er Jahre funktionieren nicht mehr, so Werbering-Chef Karsten Vüllings.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der nächste Leerstand in der Fußgängerzone Rheinhausens steht kurz bevor: Seit einigen Tagen hängt in der Aldi-Filiale ein Aushang, der den Abschied des Lebensmittelgeschäfts ankündigt. Am kommenden Dienstag ist Schluss, um 14 Uhr schließen sich die Pforten der Filiale ein letztes Mal. Das ist seit vielen Monaten bekannt und stand auch schon in dieser Zeitung. Für Aufregung sorgt das Thema immer noch.

„Das durch den Weggang von Aldi eine weitere Lücke in der Fußgängerzone entstehen wird, ist natürlich bitter“, sagt Karsten Vüllings, Vorsitzender des Werberings Rheinhausen. Die Filiale würde schlichtweg nicht mehr in die Vertriebsstrategie des Lebensmittelkonzerns passen, erklärt Vüllings. Das tröstet die vielen langjährigen Kunden nicht. Die diskutieren in den sozialen Netzwerken kontrovers über die Schließung der Filiale.

„Schade für die, die nicht mobil sind“

„Echt schade für die Leute aus der Umgebung, die eben nicht mobil sind“, schreibt Christina Zimmermann in der Facebook-Gruppe „Wir sind Rheinhausen“. Ein anderer Nutzer sieht vor allem die Generation 60plus im Nachteil. „Schade für diejenigen, die die Filiale praktischerweise mit ihren Rollatoren besuchen konnten“, schreibt er.

Die Firma Aldi begründete die Schließung bereits im März damit, dass die Rheinhauser Filiale den heutigen Kundenwünschen nicht mehr entspräche. Als das Geschäft 1983 in Rheinhausen eröffnete, habe es noch keine Kühltheken oder Backautomaten gegeben. „Das Waren- und Serviceangebot ist weiter gewachsen und wird sich noch deutlich weiter entwickeln. All dies lässt sich in unserer Filiale in der Friedrich-Alfred-Straße 66 leider nicht mehr umsetzten“, sagt Unternehmenssprecher Tobias Neuhaus.

Das Erscheinungsbild der Fußgängerzone wird mit dem Aldi-Weggang weiter geschwächt. Das weiß auch Werbering-Chef Vüllings. „Inklusive des Aldi-Ladenlokals werden in der kommenden Woche acht Geschäfte leerstehen. Die Entwicklung ist typisch, die 1970er-Jahre-Fußgängerzonen funktionieren einfach nicht mehr.“ Besserung? Nicht in Sicht.

Auch ein Bäcker schließt seine Pforten

Das hänge auch mit den nicht mehr zeitgemäßen Mietvorstellungen der Eigentümer zusammen, sagt Vüllings. „Heutzutage zahlt niemand mehr tausende Euro für ein Ladenlokal. Die Konzerne geben die Preise vor, danach kann man sich dann richten oder eben auch nicht.“ Neben Aldi verlässt zum Jahresende auch die Bäckerei „Alte Liebe“ den Standort Friedrich-Alfred-Straße. Hier wurde allerdings rechtzeitig für Ersatz gesorgt. „Das Ladenlokal wird übernommen“, weiß der Werbering-Vorsitzende. Dem Vernehmen nach wird dort 2018 ein Optiker eröffnen.

In Sachen Aldi-Schließung gab es zumindest für die Beschäftigten gute Nachrichten. Alle Mitarbeiter sollen in Filialen der Umgebung weiter beschäftigt werden. Dort werden sie vermutlich auch auf ihre alten Kunden treffen: Die Filiale Homberger Straße liegt nämlich nur einen Kilometer entfernt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik