Stadtentwicklung Bergheim

128 neue Wohnungen – 2018 sollen sie fertig sein

Der Bauvereins-Chef (r.) und sein Bauleiter: Johan Nickel und Volker Seemann.

Foto: Katharina Paris

Der Bauvereins-Chef (r.) und sein Bauleiter: Johan Nickel und Volker Seemann. Foto: Katharina Paris

Duisburg-Bergheim.   Für 18 Millionen Euro erneuert der Rheinhauser Bauverein den Bestand am Flutweg. 2018 sollen alle 128 Wohnungen trotz Verzögerung fertig sein

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Das größte Neubauprojekt des Bauvereins Rheinhausen seit Jahrzehnten geht auf die Zielgerade: Im Wohnpark Bergheim errichtet die Wohnungsgenossenschaft auf einer Fläche von rund 9500 Quadratmetern zwischen Breslauer Straße und Flutweg acht energieeffiziente Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 128 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. Kostenpunkt: rund 18 Millionen Euro.

Vier Gebäude sind bereits komplett fertig gestellt, zwei sollen im Mai 2018 bezugsfertig sein, zwei weitere bis zum Spätsommer 2018 folgen. Alle Wohnungen – ob fertig oder nicht – sind bereits jetzt vermietet, freut sich Bauvereins-Chef Volker Seemann. Mit durchschnittlich sieben Euro pro Quadratmeter ist die Miete vergleichsweise günstig.

Für die Neubauten wichen, wie berichtet, Anfang 2016 vier in die Jahre gekommene, dreistöckige Hausblöcke, Baujahr 1953, mit insgesamt 128 Wohnungen, eine Sanierung hätte sich finanziell nicht mehr gelohnt. In Wirtschaftswunder-Zeiten der 1950er-Jahre genügten schon die eigenen, bescheidenen vier Wände mit viel Licht und Luft und etwas Grün im Umfeld.

Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute müssen alle Neubauten behindertengerecht und energieeffizient sein, dem neuesten Brand- und Schallschutz genügen. In einer stark individualisierten Gesellschaft müssen neue Wohnungen alle Bedürfnisse von Singles, Senioren, Paaren oder kinderreichen Familien befriedigen und passend zugeschnitten sein. Das alles mussten Vorstand Seemann und seine Kollegen vom Bauverein bei der Planung berücksichtigen.

Aufzüge und große Fenster

Schöner Wohnen im Wandel der Zeiten: Die Fassaden der acht modernen Pultdach-Häuser mit je 16 Wohnungen in je vier Geschossen wirken durch große Fenster und Balkone aufgelockert. Die Gebäude haben es aber auch in sich. Seemann: „Brand-, Wärme- und Schallschutz genügen den neuesten Erfordernissen. Die Barrierefreiheit gewährleisten flache Durchgänge und Aufzüge in jedem Wohnhaus.“ Fahrräder können ebenerdig in Fahrradhäusern abgestellt werden.

Die Badezimmer präsentieren sich in modernem Design. Alle Wohnungen verfügen über eine bodengleiche Dusche, die größeren teilweise zusätzlich über eine Badewanne. Wohnungen mit ein oder zwei Kinderzimmern sind mit einem zusätzlichen WC ausgestattet. Zudem sind alle an das Glasfaser-Multimedia-Kabelnetz angeschlossen. Auf Wunsch gibt es auch Highspeed-Internet.

45 bis 106 Quadratmeter Wohnfläche

„Der Zuschnitt der Wohnungen entspricht den individuellen Erwartungen ihrer Bewohner – von 45 bis 106 Quadratmetern “, sagt Seemann. Es gibt acht verschiedene Grundrisse. Die Balkone sind deutlich größer als in den alten Häusern, zu den Wohnungen im Erdgeschoss gehört je ein Mietgarten. Das Quartier runden Grünflächen mit Bäumen, ein großer Spielplatz und 136 Stellplätze ab.

Anders als bei anderen Bauprojekten blieb der Kostenplan für den Wohnpark Bergheim im Rahmen. Nicht so beim Zeitplan: Archäologische Untersuchungen verzögerten den Baufortschritt um Wochen. Bei den Ausschachtungen fanden Experten Relikte aus der Eisenzeit, eine Moerser Fachfirma sicherte und dokumentierte für die Stadtarchäologie Duisburg 96 streifenförmige Bodenverfärbungen, Keramik- und Grobkieselkonzentrationen vermischt mit metallzeitlicher Keramik, dazu ein Graben und Gruben für Pfosten.

Funde aus der Eisenzeit

Die Funde deuten auf einen „metallzeitlichen Siedlungsplatz“ hin, wie es im Gutachten heißt. Weitere Untersuchungen sollen in nächster Zeit folgen. Erst wenn die Archäologen damit fertig sind, hat die Baufirma aus Grevenbroich freie Bahn – und kann auch die beiden letzten Wohnhäuser fertigstellen.

>>>Mehrere Nistkästen aufgestellt>>>

Aufwändig wurden Maßnahmen zum Naturschutz. So mussten mehrere Nistkästen für Fledermäuse, Mauersegler und andere Vogelarten an Bäumen aufgehängt werden. „Insgesamt kosten uns die Arbeiten für Archäologie und Naturschutz rund 350.000 Euro“, rechnet Volker Seemann, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins mit rund 5400 Mitgliedern, vor.

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