Ausbildung

1000 Schüler besuchen Rheinhauser Messe am Tag der Logistik

Oft berichten aktuelle oder ehemalige Auszubildende von ihrer Arbeit.

Oft berichten aktuelle oder ehemalige Auszubildende von ihrer Arbeit.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Rheinhausen.   Bei der Ausbildungsbörse in der Villa Rheinperle präsentieren sich vor allem Rheinhauser Logistikbetriebe. Der Nachwuchsmangel ist groß.

Normalerweise ist die Villa Rheinperle eine atmosphärische Event- und Hochzeitslocation mitten im Container-Wald. Jetzt wurden im und um das Haus hingegen Schüler mit zukünftigen Ausbildungsstellen verheiratet. Organisiert hatte die Messe die Bezirksverwaltung um die Rheinhauser Bürgermeisterin Astrid Hanske.

„Ich habe durch meinen Beruf als Lehrerin schon viel Erfahrung mit Berufswahlkoordination, daher wusste ich, dass viele Schüler in Rheinhausen Ausbildungsplätze suchen, die Firmen am Logport aber auch die Schüler“, sagt sie. 38 Aussteller locken am Tag der Logistik mit Ausbildungsofferten, rund 1000 Schüler aus dem Duisburger Westen sind gekommen. Hanske lobt zudem die Solidarität der Rheinhauser:

Zusätzliche Zelte für mehr Firmen

„Wir mussten draußen noch einige zusätzliche Zelte aufstellen, die kosten 500 Euro pro Stück. Aber die Rheinhauser Unternehmen haben sich zusammen getan und die Kosten übernommen“, freut sie sich. In der 9. Klasse, erzählt Hanske, täten sich viele Schüler noch schwer, sich für einen Beruf zu entscheiden. „Die stehen komplett allein da. Daher die Messe.“

Neben zahlreichen Logistikunternehmen präsentieren sich auch einige Handwerksbetriebe auf der Messe. Darunter ist die Firma Nietiedt aus Rumeln, bei der Schüler sich zum Maler und Lackierer sowie zum Bodenleger ausbilden lassen können. Für die Lehre genügt ein guter Hauptschulabschluss. „Wir haben schon seit Jahren keinen regen Zustrom im Handwerk mehr“, sagt Mitarbeiter Michael Lösgen.

„Besonders der Beruf des Bodenlegers ist unattraktiv, weil es eine anstrengende körperliche Arbeit ist.“ Die Ausbildungsmesse hält er deswegen für eine gute Idee. „Mit Stellenanzeigen in der Zeitung lockt man niemanden mehr an. Heute dagegen hatte ich schon fünf ernsthafte Interessenten“, sagt Lösgen.

Nachwuchsmangel hat auch die Firma Rinnen, die vor allem flüssiges Gefahrgut transportiert. „Bei uns kann man mehrere Ausbildungen mit unterschiedlichen Qualifikationen machen, zum Beispiel Metallbauer, Kfz-Mechatroniker oder Berufskraftfahrer“, sagt Oliver Brucks. „Gerade bei den Berufskraftfahrern gibt es erhöhten Bedarf, denn die sind im Durchschnitt sehr alt. Das heißt, in einigen Jahren werden die händeringend gesucht“, erklärt er.

Die Voraussetzungen für die Ausbildungen seien mit der Zeit gesunken: „Für den Beruf braucht man nicht unbedingt einen Abschluss, die persönliche Eignung muss einfach stimmen“, meint Brucks. Saskia Althans macht bei Rinnen eine Ausbildung zur Bürokauffrau und wirbt am Stand ebenfalls um Auszubildende: „Ich hatte Glück mit der Firma, man lernt und sieht hier sehr viel.“

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