Werke erblühen in ganzer Pracht und Vielfalt

Auf die Kombination von Sergej Prokofjews „Romeo“ und Julia“ mit George Gershwins „Porgy and Bess“ muss man erstmal kommen. Aber Gastdirigent Carl St. Clair zeigte im 7. Philharmonischen Konzert, wie gut sich die beiden fast zeitgleich entstandenen Werke ergänzen und erntete vom Publikum tosenden Beifall.

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Auf die Kombination von Sergej Prokofjews „Romeo“ und Julia“ mit George Gershwins „Porgy and Bess“ muss man erstmal kommen. Aber Gastdirigent Carl St. Clair zeigte im 7. Philharmonischen Konzert, wie gut sich die beiden fast zeitgleich entstandenen Werke ergänzen und erntete vom Publikum tosenden Beifall.

Während Prokofjew ein Ballett komponiert hat, ist Gershwins „Porgy and Bess“ große US-amerikanische Oper. Beide Bühnenwerke erzählen große, unglückliche Liebesgeschichten und wurden in den 1930er Jahren geschrieben. Und beide machen deutlich, welche Meister in der Orchesterbehandlung und der Erfindung von Melodien die Komponisten waren.

Carl St. Clair lässt die Duisburger Philharmoniker aus beiden Werken das Maximum an musikalischem Effekt herausholen. Die Aufmärsche der verfeindeten Familien in „Romeo und Julia“ erklingen mit herber Pracht, die Ballszenen blenden mit ihrem Glanz, und die Liebesszenen sind sanft dahingetupft. Zudem spielen die Philharmoniker unter St. Clair so plastisch, dass man einfach die Augen schließen kann, und schon hat man die Bilder der Liebesgeschichte im Kopf.

In seinem Dirigat zeigt sich der Amerikaner, der bereits zum dritten Mal ein Konzert der Philharmoniker leitet, als sorgfältiger Orchesterlenker, der sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig bringt er aber die Musik in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt zum Blühen.

Da „Porgy and Bess“ auf deutschen Bühnen nur als Tourneeproduktion auftaucht, ist es eine gute Idee, die Konzertfassung von Robert Russell vorzustellen, in der alle großen Hits der Oper enthalten sind. Dank der Unterstützung von Thyssenkrupp können mit der Sopranistin Angela Brown und dem Bassbariton Kevin Deas zwei Sänger engagiert werden, die auch auf der Konzertbühne das Flair dieser Musik bestens vermitteln. Angela Brown singt mit zartem Piano ein schwereloses „Summertime“, und Kevin Deas gibt „I Got Plenty O’Nuttin’“ und „It Ain’t Necessarily So“ nicht nur mit großer Stimme, sondern auch der richtigen Prise Ironie.

St. Clair vertraut ganz dem Können und der Erfahrung der Sänger und gibt ihnen Raum, ihrem eigenen Tempo zu folgen. Da muss er große Teile im Profil dirigieren, weil er sich immer wieder zu den beiden Solisten umdrehen muss, die in seinem Rücken stehen. Gut aufgelegt und mit dem nötigen Schwung zeigt sich auch der von Marcus Strümpe einstudierte Philharmonische Chor.

Das gut gelaunte Publikum applaudiert begeistert.

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