Leserwettbewerb

Wenn beim Kegeln in Duisburg so richtig die Post abgeht

Die Mitglieder des KC „Blauer Donnerstag“ kegeln mittlerweile freitags im Haus Duissern. Den Namen haben sie trotzdem beibehalten.

Die Mitglieder des KC „Blauer Donnerstag“ kegeln mittlerweile freitags im Haus Duissern. Den Namen haben sie trotzdem beibehalten.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Ein Club mit ehemaligen Postmitarbeitern liegt beim Wettbewerb um Duisburgs ältesten Kegelclub in Führung – gemeinsam mit den „Namenlosen“.

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Nach der Arbeit sollte auch auf der Kegelbahn die Post abgehen. Das war die Grundidee. Und die müssen die anfangs zwölf Gründungsmitglieder des KC „Blauer Donnerstag“ ganz gut umgesetzt haben. „Angeblich soll der Name mit reichlich alkoholischen Getränken zu tun haben“, sagt Reiner Gogolin (74). Er ist einer von fünf verbliebenen Männern der ersten Stunde und müsste es eigentlich genau wissen. Der 74-Jährige, der wie fast auch alle aktuellen Teammitglieder früher bei der Post gearbeitet hat, lächelt auf Nachfrage allerdings nur vielsagend. Auf jeden Fall freut er sich, dass seine 1968 gegründete Truppe aktuell beim Bieterwettbewerb um Duisburg ältesten Club vorne liegt.

Den Spitzenplatz muss sie sich allerdings mit einem im selben Jahr aus der Taufe gehobenen Club teilen. Name? Dieter Pohl, Präsident und Gründungsmitglied, erzählt dazu eine amüsante Geschichte. „Ich habe die erste Kegeltour gebucht, bin ins Reisebüro gegangen und da sollte ich den Namen des Clubs mitteilen...“ Dumm nur, dass es noch gar keinen gab. „Mir fiel in der Situation nix Dolles ein und da hab ich einfach ,Die Namenlosen’ gesagt. Und so heißen wir halt bis heute...“

Immer sieben Tage Ballermann

Seit 30 Jahren ist sein anfangs zwölf-, jetzt noch achtköpfiges Team, das alle vier Wochen freitags im Buchholzer „Lifestyle“ kegelt, einer Baleareninsel treu geblieben. Pohl: „Wir fahren immer nach Mallorca, sieben Tage Ballermann...“

Der KC „Blauer Donnerstag“ kann immerhin auf 15 Jahre Sambazug-Erfahrung verweisen. Mittlerweile gehen die Herren aber nicht mehr groß auf Tour, beschränken sich auf gemeinsame Essen oder Treffen am Vatertag. Gekegelt wird auch nicht mehr an einem Donnerstag, sondern Freitag. Der Name ist trotzdem geblieben – und das eine oder andere Bier soll weiterhin getrunken werden...

Hoch her muss es auf einer Karnevalsfeier 1969 im Hochfelder Hof zugegangen sein. Es war die Geburtsstunde des KC „Kawuppdich“, der aktuell Platz drei im Leserwettbewerb belegt und bis heute größtenteils aus Familienmitgliedern um Gründer Karl Heinz Köpp (68) besteht. Seine Mutter hatte damals die Idee, den Club so zu benennen. Weil die Kugeln mit ordentlich Schmackes auf die Bahn befördert werden sollen.

Viel Freude und gelegentliche Kräche

Anfängliche Probleme, die äußersten Kegel zu treffen, führten zum Namen des ebenfalls 1969 in der Gaststätte „Zur Toni“ im Duisburger Süden gegründeten Clubs „Verhungerter Bauer“ – auch ein Familienclub.

Rolf Landrock hatte seinerzeit anlässlich des zehnjährigen Bestehens eine Chronik begonnen. Darin heißt es: „Rückblickend ist zu sagen, daß die Kegelabende allen sehr viel Freude machten und auch gelegentliche (oder häufige?) Kräche, die meist in alkoholisierter Stimmung mit wütenden Austrittsdrohungen endeten, unserem Klub nichts anhaben konnten, da man spätestens am nächsten Kegelabend wieder nüchtern und eine zeitlang einsichtig war...“

„Kegelrobben“ liegen aktuell ganz vorne

Der 2016 gegründete KC „Kackstuhl“ muss seinen Spitzenplatz im Rennen um Duisburgs jüngsten Kegelclub an die „Kegelrobben“ abtreten. Zwölf Frauen, alle Mitglieder des Vereins „Aqua und mehr“, die dort unter anderem Wassergymnastik machen, treffen sich seit dem 17. März 2017 regelmäßig alle vier Wochen auf der Bahn der Versehrten-Sportgemeinschaft Rheinhausen. Vorher wird gekocht und gebacken – und dann geht’s los. „Wir sind noch in der Phase, überhaupt erst einmal Kegelspiele wie hohe und niedrige Hausnummer kennen zu lernen“, erzählt Teammitglied Gabi Seewald. „Gut sind wir nicht, aber wir haben viel Spaß.“

Immerhin hat es bisher eine Keglerin mal geschafft, alle Neune abzuräumen. Die Glückliche war Nelli Anders, zweite Vorsitzende von „Aqua und mehr“.

Neue Gebote gesucht

Liebe Leser, kegeln Sie in einer Truppe, die es länger als die jeweils 1973 gegründeten Clubs „Blauer Donnerstag“ und „Die Namenlosen“ gibt? Oder können Sie den am 17. März 2017 aus Taufe gehobenen KC „Kegelrobben“ toppen? Dann schreiben Sie uns bitte eine Mail unter dem Stichwort „Kegeln“ mit ersten Informationen, gerne auch mit Fotos und einer Telefonnummer für Rückfragen an redaktion.duisburg@waz.de.

Der älteste und jüngste Club Duisburgs werden am Ende gegeneinander antreten. Der Sieger bekommt eine Trophäe und eine Urkunde.

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