Wasserspaß

Weltrekord auf der Wasserrutsche in Duisburg gebrochen

Das Wackeln der Rutsche deutet an, dass gleich der nächste Starter durch die Bahn geschossen kommt. Doch den Schwimmring gerade zu halten, ist gar nicht so leicht.

Das Wackeln der Rutsche deutet an, dass gleich der nächste Starter durch die Bahn geschossen kommt. Doch den Schwimmring gerade zu halten, ist gar nicht so leicht.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Ein Kölner unterbietet auf Europas größter mobiler Wasserrutsche den alten Bestwert. 3500 Menschen hatten sich kostenlose Tickets gesichert.

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„Boah, der ist schnell“, sagt jemand am Rand, wohl in leiser Vorahnung. Dietrich Kist hebt den Arm, um den Zeitmesser auszulösen und dreht sich auf seinem Schwimmreifen nochmal um die eigene Achse, bevor er im Zieleinlauf zum Stehen kommt. Einen Moment blickt er sich um – die Anzeige kann er aus seiner Position nicht sehen, doch der begeisterte Jubel der Zuschauer sagt ihm, dass es gereicht haben muss. Der Kölner ballt die Faust: Sieg und Weltrekord.

Mit 9,2 Sekunden ist Kist schneller als jeder andere zuvor auf Europas größter mobiler Wasserrutsche, die am Wochenende auf dem König-Heinrich-Platz aufgebaut war. Der alte Bestwert stammt aus dem Jahr 2013, als der Australier Nate Ryan in Brisbane mit 9,33 Sekunden der Schnellste war.

Weltrekordversuch beim großen Rutsch-Spektakel in Duisburg 3500 Menschen hatten sich eines der kostenlosen Tickets gesichert, um die 150 Meter lange, aufblasbare Rutsche hinabgleiten zu können. Veranstaltet hatte die Aktion das Duisburger Unternehmen Schauinsland-Reisen. „In 12 Stunden waren alle Tickets weg, deswegen haben wir die Rutschzeiten am Samstag nochmal um zwei Stunden verlängert“, sagt Bruno Riedel, Geschäftsführer der City Slide Event GmbH. Eigentlich sollte die Aktion schon am vorigen Wochenende stattfinden, wurde wegen des schlechten Wetters aber verschoben. Dass der Weltrekord hier in Duisburg geknackt wurde, hat aber auch ihn überrascht: „Ich bin total begeistert, das ist enorm. Hier herrscht ein Gefühl, wie man es sonst nur von der WM kennt“, beschreibt er die Atmosphäre.

Pure Freude nach dem Rekordlauf

Die City Slide war über den Sommer hinweg in zehn verschieden deutschen Städten aufgebaut worden, von München bis Travemünde und von Leipzig bis Mönchengladbach, wo auch Dietrich Kist seinen Vorlauf gewann. In jeder Stadt wurde ein Sieger ermittelt. Die Gewinner traten beim großen Finale in Duisburg noch einmal gegeneinander antraten. Der 33-jährige hatte bereits im zweiten von drei Versuchen den Weltrekord knapp verpasst, ihm fehlten nur vier Hundertstel. Beim dritten Versuch zeigte die Uhr am Ende 9,2 Sekunden.

„Ich bin mega happy, ich freue mich total“, sagt Kist nach seinem Rekordlauf. „Ich habe den Ring diesmal zur richtigen Zeit hochgerissen, aber dass es für den Weltrekord reicht, habe ich nicht gedacht. So richtig realisieren kann ich das aber erst, wenn ich den Preis in den Händen halte“, meint der glückliche Gewinner eines 2000 Euro teuren Reisegutscheins. Der schnellste Duisburger heißt Alexander Esau, der mit 11,49 Sekunden nur auf dem achten Platz landete. „Ich bin absolut nicht zufrieden, das muss im nächsten Jahr besser werden“, sagt er selbstkritisch. „Aber es hat Spaß gemacht, sowas könnte man öfter machen“, fügt er hinzu.

In der Sonne liegen derweil Carina Kantimm und Gina Brands. Ihre mitgebrachten Schwimmreifen dienen ihnen als Matratze. Sie haben eines der kostenlosen Rutschtickets ergattern können und sind zweimal die Rampe heruntergeschossen. „Es war cool, aber leider auch zu schnell vorbei. Man bekommt gar nicht mit, dass da Menschen am Rand stehen“, sagen sie. „Aber es ist besser als die Rutschen im Freibad“, finden die beiden jungen Frauen.

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