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Redakteurin: So war es als „Wer wird Millionär?“-Kandidatin

Günther Jauch mit Kandidatin Monique de Cleur. Die Sendung wurde am 13. März 2004 ausgestrahlt. Seit vielen Jahren ist Monique de Cleur ein Teil der Duisburger Redaktion.

Günther Jauch mit Kandidatin Monique de Cleur. Die Sendung wurde am 13. März 2004 ausgestrahlt. Seit vielen Jahren ist Monique de Cleur ein Teil der Duisburger Redaktion.

Foto: TVNOW / RTL

Duisburg.  Unsere Redakteurin Monique de Cleur hat vor 15 Jahren 32.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ gewonnen. Was sie bei der Quizshow erlebt hat:

Das Schlimmste an „Wer wird Millionär“ ist keine Frage. Es ist auch nicht die Fernsehschminke, nicht das Schwitzen unterm heißen Scheinwerferlicht und nicht das Bewusstsein, dass einem Millionen Menschen beim Scheitern zusehen könnten. Es ist der Kandidat vor Dir.

In meinem Fall war es ein Herr, der völlig unbelastet von Wissen antrat. Mangelndes Wissen glich er mit umso längeren Spekulationen aus. Über eine halbe Stunde lang hangelte er sich von einem „Weiß ich nicht“ zum nächsten – um dann doch wieder richtig zu raten. Tatkräftig unterstützt von Günter Jauch.

Wir übrigen neun Kandidaten hassten ihn

Dann, endlich: die nächste Auswahlrunde. Nur noch wenige Minuten bis zum Ende der Aufzeichnung. Die Musik wird abgespielt. Die Frage vorgelesen. Auf den Displays vor den Kandidaten leuchtet sie auf: „Sortieren Sie“ – ich weiß es nicht mehr. Irgendetwas Historisches, und ich dachte sofort: Das ist gut. Da habe ich ein gesundes Halbwissen. Die Ereignisse konnte ich alle einordnen; noch während Günter Jauch die Antworten vorlas, hatte ich die Lösung eingetippt: Deine einzige Chance, wenn Du drankommen willst. Warten, überdenken, korrigieren: Kannst Du vergessen. Dauert viel zu lange.

Endstation ist die 64.000-Euro-Frage

Schnell ging es, als ich endlich auf dem Stuhl saß. Die 15 Minuten Ruhm waren eher so sieben oder acht. Zum einen, weil ich fokussiert war. Zum anderen, weil ich dachte: die armen, anderen Kandidaten. Ich bin durch die Fragen gesprintet: Was ich wusste, habe ich gesagt, was ich nicht wusste, auch.

64.000 Euro: „Welchen Heimkehrer lässt Wolfgang Borchert ‘Draußen vor der Tür’ stehen?“ Die Antworten: Vier Namen von Fernsehmoderatoren. Beckmann, Christiansen, … Keine Ahnung, Germanistik habe ich nur im Nebenfach studiert. Also bin ich mit 32.000 Euro nach Hause gegangen. So schnell, dass die anderen Kandidaten tatsächlich noch eine Auswahlrunde schafften.

Ich war keine Risikospielerin

Manchmal denke ich: Hättest Du Dich doch ein paar Jahre später angemeldet. Ich hätte so viel mehr gewusst als mit Mitte 20, gerade frisch aus der Uni raus. Bestimmt wäre ich ein paar Fragen weiter gekommen: Journalisten wissen schließlich, so ein beliebtes, nicht ganz unberechtigtes Vorurteil, von allem etwas – nur nichts richtig. Die Million aber würde ich auch heute nicht holen.

Dazu muss man in der Show tatsächlich spielen. Wer nur Fragen beantwortet, geht mit einer fünfstelligen Summe nach Hause, mit etwas Glück auch mit einer sechsstelligen. Für die siebte Ziffer muss man zocken können. Es ist wie im Casino: Wer bereit ist, seinen kompletten Gewinn auf die Zero zu setzen, kann reich nach Hause gehen – oder sehr enttäuscht. Sicherheitsspieler wie ich werden nicht reich. Aber auch nicht enttäuscht.

Die nächste Auswahlfrage war übrigens etwas zu Disney-Tieren. Ich hätte keine Chance gehabt.

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