Theater Duisburg

Wasserschaden: Theater-Sanierung soll 2,1 Mio. Euro kosten

„Eine Katastrophe“: Das Foto zeigt den Feuerwehreinsatz im Theater Duisburg am 5. April. Die Beseitigung der Wasserschäden und die Sanierung des Stadttheaters werden schätzungsweise mehr als 2,1 Millionen Euro kosten.

„Eine Katastrophe“: Das Foto zeigt den Feuerwehreinsatz im Theater Duisburg am 5. April. Die Beseitigung der Wasserschäden und die Sanierung des Stadttheaters werden schätzungsweise mehr als 2,1 Millionen Euro kosten.

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Duisburg.  Im April wurde die Sprinkleranlage im Theater ausgelöst. Die Sanierung kostet wohl über 2,1 Mio. Euro. Die Versicherung zahle höchstens 700.000.

Als im Theater am 5. April die Sprinkleranlage bei einer Routineprüfung ausgelöst wurde und 80.000 Liter Wasser die Bühnen überfluteten, sprach Kulturdezernent Thomas Krützberg von einer „Katastrophe“. Sechs Vorstellungen fielen aus, die große Bühne war seither gesperrt. Nun steht fest: Die neue Spielzeit kann am Donnerstag mit der „Romeo und Julia“-Inszenierung des Jugendclub Spieltriebs auf der großen Bühne eröffnet werden. Die Beseitigung der Wasserschäden wird nach Schätzung des städtischen Immobilien-Managements (IMD) 2,128 Millionen Euro kosten – die Provinzial Versicherung aber werde „maximal 700.000 Euro“ erstatten.

Das geht aus einem Dringlichkeitsbeschluss vom 30. August hervor, mit dem Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und Bürgermeister Volker Mosblech (CDU) als Vorsitzender des Betriebsausschusses für das IMD den Baukosten zur Sanierung der Spielstätte zugestimmt haben. Der Ausschuss soll die Entscheidung am 19. September nachträglich genehmigen.

Halbe Millionen Euro für schnelle Wiedereröffnung

Der Beschluss sollte im Eiltempo kurzfristige Arbeiten legitimieren, um den Saisonauftakt ohne Einschränkungen zu ermöglichen und um „möglichst viele der erforderlichen baulichen Maßnahmen ohne Beeinträchtigung des Spielbetriebs initiieren zu können“.

Eine halbe Million Euro kostete es demnach allein, das Theater im Juni wieder öffnen und die Spielzeit beenden zu können. Die Kosten entstanden etwa durch Brandwachen, Gutachten und technische Prüfungen. „Ausweichkosten des Theaters für die Verlagerung von Aufführungen andere Spielstätten und Betriebsunterbrechungskosten der Kulturbetriebe“ seien in dieser Summe nicht erfasst, heißt es weiter.

Rechtsamt prüft Schadensersatzansprüche

Das Rechtsamt prüfe gemeinsam mit der Provinzial Versicherung, „ob ein Schadensersatzanspruch gegen die Verursacher besteht und ob und wann hier gegebenenfalls Regressansprüche bestehen“. Die wöchentliche Wartung der Sprühflutanlage hatte die Firma Caverion aus Köln übernommen.

Die Versicherung jedenfalls zahle, so steht es in der Drucksache, „nur die Wiederherstellung der versicherten Sachen am Tag des Schadens“, nicht aber die Instandsetzung der Sprinkleranlage. Für Brandwachen, die Unterbrechung des Spielbetriebs und die Kosten für dessen beschleunigte Wiederaufnahme komme die Versicherung ebenfalls nicht auf.

Die Sanierungsarbeiten, so die Schätzung, werden „voraussichtlich bis zum Ende der spielfreien zeit 2020 andauern“.

Das sind die größten Posten, mit denen das IMD rechnet: 300.000 bis 500.000 Euro für die Instandsetzung der Sprühflutanlage, 295.000 bis 368.000 Euro für die Reparatur der Inspizientenanlage, 375.000 Euro für die Erneuerung des Bühnenbodens, 150.000 Euro für eine neue Bühnenbeleuchtung.

Tschaikowsky-Oper „Pique Dame“ am 28. September

Am Donnerstag um 19.30 Uhr kehrt als erstes eine Eigenproduktion auf die große Bühne zurück: Shakespeares „Romeo und Julia“ hatte in der vergangenen Saison besonders unter dem großen Wassereinbruch zu leiden. Das erste Stück, das der Jugendclub Spieltrieb auf der großen Bühne einstudiert hatte, musste nach der Premiere im Rahmen der Duisburger Akzente am 16. März abgesetzt werden.

Die erste Opernproduktion, auf die reparierte Bühne kommt, ist die Duisburg-Premiere der Tschaikowsky-Oper „Pique Dame“ am 28. September.

Im Großen Haus durfte wegen des Wasserschadens zuletzt nur das Parkett besetzt werden, aus Brandschutzgründen blieben die Ränge geschlossen. In der Spielzeitpause wurde an der Reparatur der Unterbühne gearbeitet.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben