Ausbildung

Was macht eigentlich ein Steinmetz?

Andrea Wintgens modeliert eine Rose aus Plastilin. Foto: Kerstin Bögeholz

Andrea Wintgens modeliert eine Rose aus Plastilin. Foto: Kerstin Bögeholz

Foto: WAZ FotoPool

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Duisburg.Der Ausbildungsmarkt blüht. „Selten zuvor waren die Chancen eine Lehrstelle zu bekommen so gut wie heute“, erklärte kürzlich die Chefin der Arbeitsagentur Angela Schoofs.

Während sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Stellen steigere, konzentrierten sich viele Bewerber aber noch auf einen gewissen Stamm weitestgehend bekannter Ausbildungsberufe. „So, das es Betrieben in eher unbekannten Berufszweigen schwer fällt, Auszubildende zu finden“, sagte Schoofs. In den kommenden Wochen werden wir einen Blick hinter die Türen einiger Duisburger Betriebe werfen, deren Berufsfeld längst nicht mehr jedem jungen Ausbildungssuchenden ein Begriff sind.

So etwa der Steinmetz. „Unsere Arbeit verlangt viel Kreativität und bietet Freiheiten für eigene Ideen“, sagt Udo Wintgens. Der Steinmetz hat sein Hobby zum Beruf gemacht und führt das von seinem Vater 1953 gegründete Unternehmen „Wintgens - Steinmetzwerkstätte und Bildhauerei“ voller Leidenschaft weiter. Gestalterische Kreativität kann man Wintgens und seinem siebenköpfigen Mitarbeiterteam wahrlich nicht absprechen. In der Garten- und Ausstellungsanlage in Wanheimerort offenbaren sich die „Freiheiten“ von denen der Geschäftsführer spricht. Dutzende Grabmale reihen sich einander. Keins wie das andere. „Jedes Grabmal wird individuell in mehrmaliger Absprache mit dem Kunden kreiert und hergestellt“, versichert Andrea Wintgens, Tochter des Inhabers. Auch sie ist Steinmetz-Meisterin. Jeder Stein erzählt seine eigene Geschichte und wird den Wünschen des Kunden entsprechend hergestellt.

Die Ausbildung

Mit Ruhe, Genauigkeit und der Hilfe eines Druckluftmeißels werden die leblosen Steinblöcke zu tanzenden Figuren, ästhetischen Frauenbüsten, Gartenmöbeln oder zu nahe unverwüstlichem Kinderspielzeug. „Der Phantasie sind im Grunde keine Grenzen gesetzt. Auch unsere Auszubildenden können sich jederzeit mit eigenen Ideen einbringen. Eigentlich erwarten wir es sogar von ihnen“, sagt Wintgens.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird sowohl im Betrieb, als auch in der Berufsschule absolviert. Das Erarbeiten von Gestaltungsvorschlägen und zeichnerischen Entwürfen erfordert Kreativität. Kenntnisse in Werken und Technik sind unter anderem beim Arbeiten mit Steinfräse, Schleif- und Graviermaschinen nützlich. Beim Ausüben gestalterischer Tätigkeiten sind zudem Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich Kunst hilfreich. Um Flächen, Volumina oder Gewichte berechnen zu können, sind Mathematikkenntnisse nötig. Im ersten Ausbildungsjahr verdienen die Lehrlinge bis zu 440 Euro. Danach steigt das Gehalt um 110 Euro jährlich. Rechtlich ist keine bestimmte Schulausbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe aber überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Die Firma Wintgens bevorzugt Interessierte mit Abitur.

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