Bier

Warum die König-Brauerei aus Duisburg nun auf Rotbier setzt

Braumeister Oliver Landsberger (links) und Geschäftsführer Daniel Einhäuser präsentieren das neue König Rotbier. Die neue Sorte ist bereits im Handel erhältlich.

Braumeister Oliver Landsberger (links) und Geschäftsführer Daniel Einhäuser präsentieren das neue König Rotbier. Die neue Sorte ist bereits im Handel erhältlich.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Mit dem König Rotbier greifen die Beecker eine alte Biersorte auf, die aufgrund ihrer Milde junge Konsumenten erreichen soll.

Wer glaubt, Bierbrauen sei langweilig, hat noch nie mit einem Braumeister gesprochen. Wenn Oliver Landsberger erklärt, was das neue König Rotbier so spannend macht, strahlen seine Augen. Seine Begeisterung steckt an.

„Das erste Rotbier wird um das Jahr 1750 vor Christus erwähnt“, taucht er tief in die Geschichte ein. „Damals hat der babylonische König Hammurabi in Gesetzestexten alle Biersorten beschrieben. Auch ein rotes Bier war dabei.“ Daher verweist die König-Brauerei aus Beeck auch mit einem Augenzwinkern darauf, dass sie das Rotbier nicht erfunden hat. „Aber wir kommen landesweit als große Brauerei als Erster damit auf den Markt – und nicht als Zweiter oder Dritter“, setzt Geschäftsführer Guido Christiani auf ein Alleinstellungsmerkmal.

Rotbier soll jüngeres Publikum ansprechen

Wie schon gemeldet erweitert König sein Angebot mit dieser Biersorte, die vor allem auch ein jüngeres Publikum ansprechen soll. „Es ist ganz eindeutig ein Trend zu milderen Bieren zu entdecken“, sagt Daniel Einhäuser, ebenfalls Geschäftsführer bei König. „Damit wollen wir uns auch gerade jüngeren Konsumenten zuwenden.“

Das schlägt sich auch in Art der Markteinführung nieder. Zunächst einmal wird es TV-Werbespots geben. „Wir müssen aber auch dorthin gehen, wo die jungen Leute sind“, sagt Einhäuser. Heißt: Auf sozialen Medien wie Facebook und Instagram wird es ebenfalls Werbung geben, aber beispielsweise auch eine gänzlich neuartige 360-Grad-Spotify-Werbung.

Rückläufigen Bierabsatz entgegenwirken

Der Gedanke ist klar. Der Bierabsatz ist – abgesehen vom zurückliegenden Rekordsommer – leicht rückläufig. Große Brauereien suchen also nach Möglichkeiten, sich den Marktwünschen durch Vielfalt anzupassen. Dazu hat König intensive Marktforschung betrieben. „Wir haben das Rotbier verschiedenen Menschen zur Verköstigung vorgesetzt. Einmal ,blind’, also ohne weitere Informationen, dann in geänderter Reihenfolge mit Informationen. Auch mit der Markenstrategie. Und unser Rotbier kam hervorragend an“, erklärt Lisa Schwampe, Leiterin Portfolio und Strategie-Marketing bei König.

„Um den milden Geschmack zu erreichen, nutzen wir ausschließlich Aromahopfen und keine Bitterhopfen“, erklärt Landsberger. „Dazu kommen drei verschiedene Malze: Pilsener Malz, Brühmalz, das für die schöne Färbung des Bieres sorgt, und ein Malz namens Cara München, dessen Zucker unter Hitze leicht karamelisiert.“ So kommt eine gewisse Süße in den Geschmack des Rotbieres.

Beim Wort „Rotbier“ handelt es sich um einen Sammelbegriff. Verbreitet sind Biere dieser Art in Belgien, im Raum Nürnberg sowie in Irland. Der Alkoholgehalt liegt mit 5,2 Prozent leicht höher als bei Pilsener (4.9).

Durch das klassische König-Branding wollen die Beecker unterstreichen, dass das Rotbier landesweit eingeführt wird. „Die Marke Th. König Brauwerke steht für regionale Spezialitäten wie unser Zwickl-Kellerbier“, so Einhäuser. Sowohl die Marke als auch das Kellerbier als solches scheinen gut zu laufen. „Wir weiten den Vertrieb für das Zwickl in die Region Hamburg aus, weil wir denken, dass das Bier dort gut zu verkaufen ist.“ Der Name Brauwerke ist nicht ohne Grund ein Pluralwort. Christiani: „Es ist durchaus denkbar, dass hier noch etwas dazu kommt.“

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