Sanierungen der A 59

Warum der teure Flüsterasphalt so schnell zerbröselt

Stefan Ehlert (Bild), Bautechniker bei Straßen NRW, hat an der Entwicklung des neuen Straßenbelages mitgewirkt.

Stefan Ehlert (Bild), Bautechniker bei Straßen NRW, hat an der Entwicklung des neuen Straßenbelages mitgewirkt.

Foto: MATTHIAS GRABEN / Funke Foto Services

Duisburg.  Leiser als OPA ist bisher keiner, aber eben auch nicht so anfällig wie er. Deshalb ist die Lebensdauer Flüsterasphalt nur so kurz:

Ausgerechnet die hohen Lärmschutzauflagen an Autobahnen führen in NRW dazu, dass viele Anlieger zusätzlichen Baustellen ausgesetzt sind. Denn der Flüsterasphalt („Offenporiger Asphalt“, OPA) erreicht die mit Abstand beste Lärmminderung. Daher wird seit mittlerweile fast 15 Jahren dieser Fahrbahnbelag genutzt, um an besonders kritischen Stellen das Abrollgeräusch der Reifen auf einer Fahrbahn deutlich zu verringern. Das Problem ist, er geht aber auch besonders schnell wieder kaputt und muss dann neu aufgetragen werden: nach zehn bis zwölf Jahren oder wie auf der A 59 in Duisburg nun sogar nach vier Jahren. Gussasphalt erreicht eine Lebenszeit von 25 bis 30 Jahren.

Dank ihrer speziellen Zusammensetzung aus verhältnismäßig großen Körnern ist die rund 4 cm dicke Deckschicht aus OPA sehr porös. Mehr als 20 Prozent des Volumens besteht aus Hohlräumen. Die Luft im Reifenprofil wird daher nicht zusammengepresst, sondern in die Straßenoberfläche hineingedrückt, wo sie sich im Hohlraumgeflecht verteilt – ohne Zischen. Zusätzlich nimmt der offenporige Asphalt Schallwellen auf, die der Motor erzeugt.

80 Kilometer Flüsterasphalt auf NRW-Autobahnen

Die offene Struktur, die Motor- und Rollgeräusche schluckt, ist dabei zugleich das Problem: Sie setzt sich über die Jahre zu mit Staub und Abrieb. Zugleich wird sie immer härter und zerfällt.

Zum Einsatz kommt dieser spezielle Fahrbahnbelag allerdings fast ausschließlich auf hoch belasteten Autobahnen, weil es sich in der Regel nur dort wirklich lohnt. „Je schneller die Hohlräume verschmutzen, desto schneller lässt die gute Wirkung nach. Durch Schmutzeintrag von anderen (benachbarten) Baumaßnahmen, Aufgrabungen, landwirtschaftlichem Verkehr etc. kann die Verschmutzung besonders schnell einsetzen“, heißt es bei Straßen NRW.

Offenporiger Asphalt findet sich auf dem 2.200 Kilometer langen Streckennetz der Autobahnen in Nordrhein-Westfalen bislang auf rund 80 Kilometern.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben