Kultur

Wandbild ist Gemeinschaftswerk von Robin Meyer und A.G.Saño

Robin Meyer und A.G. Saño werden sich am 1. September zum ersten Mal begegnen.

Robin Meyer und A.G. Saño werden sich am 1. September zum ersten Mal begegnen.

Foto: Udo Gottschalk

Duisburg.   Robin Meyer und A.G. Saño von den Philippinen erarbeiten via E-Mail ein gemeinsames Bild. Aktion ist Teil der „Weltbaustellen“-Kampagne.

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Bei dieser Baustelle dürfte es kein Gemecker geben: An der Kremer-straße/Ecke Düsseldorfer Straße staut es sich ohnehin häufig genug. Und die Künstler Robin Meyer und A.G. Saño halten den Verkehr höchstens auf, weil die Autofahrer bald über das neue Kunstwerk staunen, das dort an einer Häuserwand entsteht.

Pünktlich zum Start des Platzhirsch-Festivals am 1. September treten beide in Aktion. Robin Meyer als junger Duisburger, A.G. Saño stammt von den Philippinen und wird extra eingeflogen. In dem Wandbild sollen entwicklungspolitische Themen und weltweite Umweltprobleme aufgegriffen werden. Das Projekt ist Teil der „Weltbaustelle“, die vom Eine-Welt-Netz NRW ins Leben gerufen wurde. In Duisburg sind die Vereine „Kulturspung“ und „Exile“ lokale Partner.

Über Kunst ins Gespräch kommen

Der Entwurf zeigt zwei Personen. Über ihren Köpfen hat sich ein Wirbelsturm zusammengebraut. „Die Philippinen wurden sehr oft von Umweltkatastrophen heimgesucht“, weiß Meyer. Der 24-Jährige und sein philippischer Kollege, der für seine kreative Kunst oft andere Länder bereist, haben gemeinsam die Idee für das Bild entwickelt. Erst hat jeder für sich gezeichnet. Anschließend schickten sie sich die Entwürfe hin und her. „A.J. war sehr entspannt, hat mir immer markiert, wo ich etwas einfügen darf. Den Wirbelsturm werde ich als Füllung eines Graffiti verwenden“, erzählt Meyer von der Zusammenarbeit. Manchmal haben die beiden auch miteinander telefoniert, doch zum ersten Mal sehen werden sie sich am 1. September. Globalisierung mal ganz anders. Bevor es losgeht, wird die Fassade des Gebag-Gebäudes noch einmal grundiert.

Der Standort für das Kunstwerk ist eher Zufall. „Es war sehr schwierig, ein Haus zu finden. Vieles ist im Vorfeld an Kleinigkeiten wie dem Denkmalschutz gescheitert“, sagt Luise Hoyer vom Verein „Kultursprung“, der auch das Platzhirsch-Festival organisiert. Deshalb wird es zum Beispiel im Grammatikoff selbst ein Gemälde der Weltbaustelle geben. Auch die Globus-Gesamtschule beteiligt sich.

Rahmenprogramm

„Wir haben ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Kunst erleichtert den Einstieg in die schwierigen Themen“, ist Angela Schmitz vom Verein „Exile“ überzeugt. Die Passanten und die Künstler sollen miteinander an einem Bauwagen ins Gespräch kommen. Außerdem soll es Schulbesuche geben und eine Podiumsdiskussion. WDR-Journalistin Chadia Hamadé ist „Schirmfrau“ der Weltbaustelle. Sie sagt: „Ich bin kunst- und malaffin. Sonst bin ich immer beruflich beim Platzhirsch gewesen, jetzt freue ich mich, dass das auch mal privat klappt.“

Als die Anfrage kam, hat sie sofort zugesagt. „Ich bin gerne Schirmfrau, nur an das Wort muss ich mich noch gewöhnen.“

„Entwicklungspolitik trifft Kunst“

Passanten und Interessierten haben vom 1. September bis zum 6. Oktober die Gelegenheit, die Künstler oder Vertreter von Vereinen vor Ort an der Düsseldorfer Straße 139 zu besuchen. Das Motto lautet „Entwicklungspolitik trifft Kunst“.

Vom 21. bis zum 25. August gibt es ein Museumsspaß-Angebot in Kooperation mit dem Lehmbruck-Museum. Zusammen mit Robin Meyer gehen Kinder auf Streifzug durch Duisburg, um sich Graffiti anzuschauen und etwas übers Sprayen zu lernen.


Am 3. September besteht die Gelegenheit an einer Tape-Art-Aktion teilzunehmen. Von 11 Uhr bis 20 Uhr findet sie auf dem Dellplatz statt. Eher politisch wird es am 26. September, wenn im Grammatikoff die Frage „Nach uns die Sintflut. Der Klimawandel betrifft uns alle“ diskutiert wird. Beginn ist um 19 Uhr.

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