Gericht

Wachdienst soll Freier in Duisburger Bordell bestohlen haben

Das Rotlicht-Viertel an der Vulkanstraße. Dort sollen vier Sicherheitsmänner, die jetzt vor dem Amtsgericht standen, einen Freier beraubt haben.

Das Rotlicht-Viertel an der Vulkanstraße. Dort sollen vier Sicherheitsmänner, die jetzt vor dem Amtsgericht standen, einen Freier beraubt haben.

Foto: Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Wegen Raubes standen vier Sicherheitskräfte vor dem Amtsgericht Duisburg. Sie sollen einem Freier im Bordell brutal 90 Euro abgenommen haben.

Was machen drei Ostfriesen bei einem Junggesellenabschied ohne Bräutigam? Das klingt wie ein blöder Witz, ist aber keiner. In dem Fall, mit dem sich das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz jetzt auseinander setzen musste, lautet die Antwort: Sie fahren von Aurich in ein Bordell in Duisburg und einer lässt sich von Sicherheitsleuten verprügeln.

Laut Anklage hatten vier 31 bis 49 Jahre alte Männer aus Duisburg, Österreich, Oberhausen und Dortmund am Abend des 10. März 2018 den Geschädigten sogar beraubt. Als er das Haus an der Vulkanstraße schon verlassen hatte, sollen sie ihn zu Boden geschlagen, ihn in ein Zimmer geschleppt, dort weiter verprügelt und ihm 90 Euro abgenommen haben. Die Anklage ging von Raub aus.

Die Sicherheitsdienstler schauten grimmig und schwiegen

Die vier Angeklagten hatten vor dem Schöffengericht dazu nichts zu sagen. Eine weise Entscheidung ihrer Verteidiger. Denn der Hauptbelastungszeuge verwickelte sich in seiner Aussage in Widersprüche, insbesondere zu früheren Angaben bei der Polizei. Die allerdings waren auch erst Monate, nachdem ihn die Kripo erstmals zur Vernehmung geladen hatte, erfolgt. Freiwillig wollte der Mann, der mal von fünf, dann von drei, dann von noch mehr oder weniger Tätern sprach, offenbar nicht über seinen ihm peinlichen Ausflug ins Rotlicht-Milieu sprechen.

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Auch seine beiden Begleiter halfen den Juristen nicht weiter. Keiner der drei Teilnehmer eines Junggesellenabschiedes, dem die wichtigste Person aufgrund eines Todesfalles in der Familie fehlte, und der schnurstracks über 260 Kilometer Autobahn zum Laufhaus an der Vulkanstraße führte, konnte die vier Angeklagten als Täter identifizieren.

Das Quartett blieb strafrechtlich unbehelligt

Dafür gab es aber Hinweise darauf, dass der als Nebenkläger auftretende Geschädigte nicht ganz unschuldig an dem Gewaltexzess der Sicherheitskräfte gewesen sein könnte: Möglicherweise hatten private Ordnungshüter so heftig reagiert, weil der 27-Jährige – unzufrieden mit der Dienstleistung einer Prostituierten – ihr die Entlohnung hinterher wieder abnahm. Das Schöffengericht verkündete am Ende des viel zu langen Prozesses einen Freispruch.

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