U-Bahn-Eröffnung

Vor 25 Jahren kam in Duisburg die U-Bahn ganz groß raus

Vor 25 Jahren fuhr die erste Duisburger U-Bahn

Am 11. Juni 1992 wurden die unterirdischen Strecken und Bahnhöfe der Stadtbahn nach 17 Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Zwei Tage lang feierten die Duisburger dieses Ereignis.

Am 11. Juni 1992 wurden die unterirdischen Strecken und Bahnhöfe der Stadtbahn nach 17 Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Zwei Tage lang feierten die Duisburger dieses Ereignis.

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Dusburg.   Vor genau 25 Jahren, am 11. Juli 1992 wurden in Duisburg die U-Bahnsignale zum ersten Mal auf Grün gestellt.

„Wer will sie jetzt noch aufhalten?“ schrieb seinerzeit ein Kollege dieser Zeitung zwei Tage, bevor am 11. Juli die Duisburger U-Bahn eingeweiht wurde. Niemand wollte das, aber alle wollten dabei sein.

17 Jahre lang wurde am dem Jahrhundertprojekt gebuddelt, gut 1 Milliarde DM hat es verschlungen und zahlreiche Bürger verärgert. Sie haben jahrelang Dreck, Lärm und Behinderungen im Straßenverkehr ertragen. Sie sind über dünne Planken balanciert, um die Geschäfte in der Innenstadt betreten zu können, deren Händler durch die Riesenbaustelle in der City, die einer Operation am offenen Herzen glich, erhebliche Umsatzeinbußen beklagten.

Auch haben sich so einige Duisburger von alten Straßenbahnlinien verabschieden müssen, etwa die Duisserner von ihrer 909.

Und doch wollte scheinbar niemand, der laufen konnte, die Eröffnung der Tunnelstrecke verpassen und die Jahrhundertfeier mit Musik auf sechs Bühnen auch nicht. Eine solche Open Air-Party hatte Duisburg bis dahin nicht erlebt, und das wird die Stadt auch nie wieder. 350 000 Menschen drängelten sich am 11. Juli auf der König- und in den Seitenstraßen.

Zum letzten Mal oberirdisch durch die City

Vor den Bühnen, auf denen sich Stars wie Johnny Logan, Anna Haigis, Chris Barber, Rod Mason, Supercharge und Brotherhood of Men von 11 bis 22 Uhr das Mikro in die Hand gaben, pulkte und knubbelte das feierfröhliche Volk derart, dass nicht nur die City an ihre Belastungsgrenze kam. Auch für die DVG-Fahrer, die am Samstag zum letzten Mal oberirdisch die Bahnen durch die Innenstadt lenken sollten, gab es kein Durchkommen mehr. Sie mussten den Fahrdienst einstellen.

Fahrten zum Nulltarif waren sehr begehrt

Oben Gedränge, unten Geschiebe: Jeder wollte unbedingt einmal mit der neuen U-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Rathaus durch die Röhre rauschen. Die Fahrten zum Nulltarif waren so begehrt, dass sich lange Schlangen auf den Bahnhöfen bildeten. Doch die Duisburger warteten geduldig, bis sie einsteigen konnten. Und obwohl es einige Spezialisten gab, die sich begeistert stundenlang hin- und herkutschieren ließen, gab es keinen Ärger.

Das ist wahrscheinlich das größte Wunder dieses Tages: Niemand wurde verletzt. Es gab keine Streitigkeiten, und alle feierten fröhlich ihre neue U-Bahn.

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