Gerichtsurteil

Großvater missbraucht fünfjährige Enkelin – Viereinhalb Jahre Haft

Zwischen 2004 und 2009 hat sich ein Duisburger wiederholt an seiner Enkeltochter vergangen. Nun wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Foto: Uli Deck

Zwischen 2004 und 2009 hat sich ein Duisburger wiederholt an seiner Enkeltochter vergangen. Nun wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Foto: Uli Deck

Duisburg.  Wegen sexuellen Missbrauchs ist ein 73-jähriger Duisburger zu mehr als vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der beteuert seine Unschuld.

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Bis zuletzt hatte ein Mann aus Obermeiderich (73) seine Unschuld beteuert. Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg war am Ende des sechstägigen Prozesses allerdings vom Gegenteil überzeugt. Wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte sie den Rentner am Montag zu viereinhalb Jahren Gefängnis.

Es sei eine schwierige Beweislage gewesen, gab der Vorsitzende in der Urteilsbegründung zu. Zum einen, weil die angeklagten Taten lange zurück lagen: Zwischen 2004 und 2009 hatte sich der Angeklagte in mindestens 37 Fällen an seiner zu Beginn fünf Jahre alten Enkeltochter vergriffen. Die Taten hatten sich ereignet, wenn das Mädchen an Wochenenden in der Wohnung der Großeltern übernachtete. Zum anderen fehlten objektive Beweismittel: „Im Kern steht Aussage gegen Aussage“, so der Vorsitzende.

Glaubwürdige Zeugenaussage

Doch gerade an der Aussage der heute 18 Jahre alten Hauptbelastungszeugin hatten die Richter am Ende wenig Zweifel. Das Ermittlungsverfahren war erst 2015 in Gang gekommen, nachdem sich die Geschädigte einer gleichaltrigen entfernten Verwandten anvertraut hatte. Eine psychologische Sachverständige stufte die Aussage als erlebtes Geschehen ein. „Dass es bei der Polizei, bei der Sachverständigen und vor Gericht Abweichungen gab, ist völlig normal“, so der Vorsitzende. „Wir hätten eher gestutzt, wenn alle Aussagen genau deckungsgleich gewesen wären.“

Zudem hatte die Geschädigte zuvor im Laufe der Jahre bereits mehrfach entsprechende Andeutungen gemacht: Gegenüber ihrem kleinen Bruder und zu der in Kindertagen besten Freundin, zu der sie vor der Verhandlung viele Jahre keinerlei Kontakt mehr gehabt hatte.

Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass der Mann bislang unbestraft war und ein Leben lang für seine Familie hart gearbeitet habe. Zur Tatzeit habe der Angeklagte mit beruflichen, ehelichen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. „In dieser schwierigen Lebensphase hat er sich vergessen.“

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