Prozess in Duisburg

Vier verwandte Duisburger attackierten lästigen Brautwerber

Die denkmalgeschützte Fassade des  ältesten Gebäudeteils des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Die denkmalgeschützte Fassade des ältesten Gebäudeteils des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Landgericht Duisburg verhandelt gegen vier Hochfelder, denen ein brutaler Handy-Raub vorgeworfen wird. Doch das Motiv war nicht Habgier.

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Auf den ersten Blick scheint die Tat, mit der sich das Landgericht seit gestern beschäftigen muss, eher zu Jugendlichen zu passen: Vier Täter umringten am 9. Juli 2018 im Hochfelder Rheinpark einen Zeugen, schlugen und traten auf ihn ein und nahmen ihm sein Handy ab. Doch bei den Angeklagten handelt es sich um Männer im Alter zwischen 26 und 36 Jahren. Allerdings war der Raub – so es denn juristisch gesehen überhaupt einer war – auch kein normaler Überfall, sondern der Versuch einer Familie, einen in ihren Augen lästigen Zeitgenossen los zu werden.

Die vier miteinander verwandten Hochfelder sollen brutal vorgegangen sein. Mehrfach soll der Geschädigte mit einem Stock auf den Rücken geschlagen und so zu Boden gebracht worden sein. Dann sollen die Angreifer auf ihn eingetreten haben. Zuletzt sollen sie dem Geschädigten, nachdem dieser, von Platzwunden, Kratzern und Hämatomen übersät, auf den Knien zusammensank, das Handy des Mannes aus einem Rucksack gezogen haben.

Angeklagte wollten nur die Fotos vom Handy

Die vier Angeklagten, die in Pakistan geboren wurden und von denen drei einen deutschen Pass haben, legten zu Beginn des Verfahrens ein weit gehendes Geständnis ab. Der Geschädigte habe erfolglos um die Schwester zweier Angeklagter geworben. Doch nicht einmal der Umstand, dass die jemand anderen heiratete, habe ihn davon abgehalten, der jungen Frau weiter nachzustellen. Auch Fotos soll der Zeuge bei jeder sich bietenden Gelegenheit gemacht haben.

Am Tattag habe man sich zu einem klärenden Gespräch im Rheinpark verabredet. „Dann kam es zu dieser Rangelei“, so einer der Angeklagten. Eine Wortwahl, die selbst für die Verteidiger ziemlich untertrieben klang. Dafür habe der Geschädigte bei seiner polizeilichen Aussage deutlich übertrieben, so die Anwälte.

Geschädigter sollte die Stadt verlassen

Zu der Version, dass es den vier Männern nicht um das Handy, sondern um die auf dem Smartphone befindlichen Fotos ging, passt jedenfalls eine Bedrohung, mit der die Angeklagten den Zeugen offenbar ein für allemal abschrecken wollten: Sie sollen ihm geraten haben, Duisburg zu verlassen, da man ihm sonst eine Hand oder einen Fuß abschneiden werde.

Das Verfahren soll bereits in der kommenden Woche abgeschlossen werden.

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