Vier Jahrzehnte Musik und immer noch nicht müde

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Seit mehr als 40 Jahren bringt der Duisburger Peter Bursch Menschen auf der ganzen Welt das Gitarrespielen bei. Auch Prominente wie Andreas „Kuddel“ von Holst, Gitarrist bei der Punkband „Die Toten Hosen“, oder die Schlagersängerin Juliane Werding gehören zu seinen Schülern.

Die wenigstens Musiker aber, denen er gezeigt hat, wie sie die Saiten zupfen müssen, hat er persönlich kennengelernt. Es sind seine Bücher, die sich weltweit millionenfach verkauft haben, die Anleitung geben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellte einmal die Hypothese auf, dass in jedem Billy-Regal von Ikea mindestens ein Buch von Peter Bursch steht und ernannte den Duisburger zum „Gitarrenlehrer der Nation“.

Und dabei hatte er eigentlich niemals vor, ein Gitarrenbuch zu schreiben.

Auf Tour mit „Bröselmaschine“

In den 1970er-Jahren tourte Bursch mit seiner Kultrockband „Bröselmaschine“ durch die Welt. Unterwegs lernte der heute 67-Jährige immer neue Spieltechniken kennen. Und wenn er gerade nicht auf Tour war, dann gab er Gitarrenunterricht. Seine Schüler fragten ihn dann, wie Bursch erzählt: „Du schreibst immer so viel an die Tafel, kannst du nicht mal ein Heft daraus machen?“

Genau das machte Peter Bursch daraufhin. Ein Freund führte eine Druckerei, Heftklammern hielten die ersten Hefte zusammen. Burschs Art des Gitarrenunterrichts kam an. Keine Noten, dafür Tabulaturen – also Zahlen. So müssen seine Schüler nicht erst die Theorie der Musik verstehen, bevor sie ihre ersten Stücke auf der Gitarre spielen können. Erfolge stellen sich schnell ein. Ein Erfolgsrezept. „Ich will den Leuten eben zuerst den Spaß an der Musik beibringen“, sagt Bursch.

Bis heute sind rund 20 verschiedene Bücher von Peter Bursch erschienen, die teils die unterschiedlichsten Stilrichtungen zum Thema haben – von Blues bis Rock.

Und was ist mit der eigenen musikalischen Karriere des Duisburgers passiert? Sie hat nie aufgehört. Nachdem es Ende der 1980er-Jahre ruhig um seine Band wurde, startet sie heute wieder durch und Peter Bursch betont: „Aufgelöst hatten wir uns nie.“

Festivals und Plattenvertrag

Mit einem Auftritt 2006 in der Sendung Rockpalast des WDR nahm die „Bröselmaschine“ wieder Fahrt auf. „Seitdem bekommen wir dauernd Angebote, irgendwo zu spielen.“ Der Auftritt ist übrigens auch als Aufzeichnung auf CD und DVD erschienen.

In dieser Festivalsaison war die Band wieder viel in Deutschland unterwegs. „Bröselmaschine“ spielte Konzert um Konzert – beim „Burg Herzberg Festival“ oder beim „Freak Valley“ stand die Gruppe etwa auf der Bühne. Bei den Maiwochen in Osnabrück, dem größten Stadtfest der Republik, kündigten die Veranstalter die Band als ein Stück Zeitgeschichte an, immerhin war sie auch eine der ersten deutschen Rockbands.

Und: Die Musiker quartierten sich im Studio ein. Ein neues Album nahmen sie auf. Erscheinen soll es im Frühjahr des kommenden Jahres auf Vinyl und CD. Peter Bursch liebäugelt noch damit, ob aus der Platte ein Doppelalbum werden soll.

„Wir haben mehr Stücke aufgenommen, als wir eigentlich brauchten“, sagt er. Aber vielleicht hebt sich „Bröselmaschine“ die Songs auch für ein weiteres Album auf. Einen Namen hat das neue Werk auch noch nicht, wie Peter Bursch erzählt. Die Fans der Gruppe dürfen gespannt sein – vor allem auch, weil Peter Bursch sagt: „Die Songs müssen alle so gut sein, dass man sie sich 100 Mal anhören kann.“ Das Interesse an dem Album ist bereits groß.

Bei der Band „Bröselmaschine“ liegen Angebote von drei Plattenlabels auf den Tisch, und Bursch sagt: „Wir überlegen noch, wo wir unterschreiben. Wenn einem heute sowas noch passiert, dann ist das ein echtes Geschenk.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik