Gericht

Vier Jahre Gefängnis für Duisburger Tankstellenräuber

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße aus luftiger Höhe betrachtet.

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße aus luftiger Höhe betrachtet.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  300 Euro erbeutete ein Duisburger (44) bei einem Tankstellenraub in Wanheimerort. Das Landgericht verurteilt ihn dafür zu vier Jahren.

Am Morgen des 2. April überfiel ein 44-jähriger Duisburger eine Tankstelle an der Wacholderstraße in Wanheimerort. Er bedrohte zwei Zeugen mit einem Messer und griff sich 300 Euro, die ihm eine Angestellte aufgrund seiner Forderung auf den Tresen gelegt hatte. Noch in Tatortnähe schnappte die Polizei den Täter. Wegen besonders schweren Raubes verurteilte ihn das Landgericht zu vier Jahren Gefängnis.

Der Angeklagte hatte bereits zu Beginn des zweitägigen Verfahrens ein rückhaltloses Geständnis abgelegt. Erst drei Wochen zuvor war er aus einer längeren Haftstrafe entlassen worden. Als er keine Wohnung fand, sich nirgendwo anmelden konnte und sein Überbrückungsgeld von 2000 Euro für Essen, Kleidung und billige Hotels aufgebraucht war, habe er die Idee zu dem Raub gehabt.

Täter war nur eingeschränkt schuldfähig

Lediglich zu psychischen Problemen und zu seinem Drogenkonsum hatte sich der Mann nicht äußern wollen. Er wollte nicht noch einmal, wie vor einigen Jahren nach einem Verfahren vor dem Landgericht Duisburg, in einem Krankenhaus landen. Ein psychiatrischer Sachverständiger kam dennoch zu dem Schluss, dass der Angeklagte unter einer paranoiden Schizophrenie leide und Drogenmissbrauch betreibe. Die Strafkammer konnte daher im Urteil nicht ausschließen, dass der 44-Jährige zur Tatzeit nicht voll schuldfähig gewesen war. Das wirkte sich im Urteil ebenso strafmildernd aus wie das Geständnis, welches den Prozess deutlich abgekürzt hatte.

Zu Lasten des Angeklagten wirkten sich allerdings dessen Vorstrafen aus, darunter auch solche einschlägiger Art. Die Strafkammer lastete dem Räuber auch die bis heute andauernden Folgen der Tat an: Ein Zeuge, der nicht mehr mit der Sache zu tun hatte, als zum Zeitpunkt des Überfalls in der Tankstelle einen Kaffeeautomaten zu reparieren, befindet sich noch immer in psychotherapeutischer Behandlung.

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