Gericht

Duisburger Vermögensverwalter wegen Untreue verurteilt

Das Gebäude des Land- und Amtsgerichts wurde zwischen 1873 und 1902 mitten in Duisburgs Innenstadt errichtet.

Das Gebäude des Land- und Amtsgerichts wurde zwischen 1873 und 1902 mitten in Duisburgs Innenstadt errichtet.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Ein Vermögensverwalter aus Duisburg hat unter seinem Namen Kundengeld in eine Firma investiert, die mit Transfers von Fußballspielern spekuliert.

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Wegen gewerbsmäßiger Untreue fand sich ein 55-jähriger Vermögensverwalter aus Rheinhausen vor dem Amtsgericht wieder. Laut Anklage hatte er zwischen Mai 2014 und September 2015 rund 834.000 Euro eines älteren Herren aus Duisburg, der ihm umfangreiche Vollmachten ausgestellt hatte, für eigene Zwecke verwandt.

Doch ganz so dramatisch war es bei genauerer Betrachtung des Falles nicht. Der Angeklagte gab zu, bei einer ominösen Firma, die mit Transfers von Fußballspielern spekulierte, 350.000 Euro unter seinem Namen investiert zu haben. „Das war aber mit dem Mandanten abgesprochen. Die Investitionen habe ich auch in den monatlichen Aufstellungen für ihn aufgeführt. Warum ich das unter eigenem Namen gemacht habe, kann ich heute einfach nicht mehr sagen.“

Das Geld habe zunächst Zinsen erwirtschaftet. Als er die Anlage nach sechs Monaten verlängerte, entpuppte sich das Unternehmen allerdings als bankrott. Gegen die ehemalige Geschäftsführung des so genannten Fußball-Kontors wird inzwischen ermittelt. Nicht viel besser erging es dem Vermögensberater mit einer Investition in eine Erdölquelle.

Sich selbst einen Kredit genehmigt

Was ihm die weitaus höheren Strafen bescherte, waren ein Kredit von 14.000 Euro, den er sich mal eben selbst bewilligte, und ein Kredit für ein Bauunternehmen über 90.000 Euro, den er auszahlte, als sein Mandant bereits gestorben war. „Ich glaubte, das wäre noch durch die Vollmacht gedeckt gewesen“, so der Angeklagte. „Ich dachte, ich hätte damals alles richtig gemacht.“

Das Schöffengericht sah das anders. Der Angeklagte sei kein Laie. Erstens betreibe er die Vermögensverwaltung seit 16 Jahren beruflich, zweitens sei er zuvor 20 Jahre Polizist gewesen. Da sich der 55-Jährige - abgesehen vom Kredit - aber nicht selbst bereichert hatte, kam er mit einer einjährigen Bewährungsstrafe davon. Als Auflage muss er in der dreijährigen Bewährungszeit für seinen Kredit 200 Euro monatlich an die Erben zahlen.

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