Der große DVG-Ärger

Unschuldig zum Schwarzfahrer – kein Einzelfall in Duisburg

Eine Fahrkartenkontrolle in der U 79: In einer solchen Bahn wurde jüngst eine Duisburgerin trotz gültigen Tickets als Schwarzfahrerin beschuldigt. Am Ende lag es offenbar an einer technischen Störung.

Foto: Stephan Eickershoff

Eine Fahrkartenkontrolle in der U 79: In einer solchen Bahn wurde jüngst eine Duisburgerin trotz gültigen Tickets als Schwarzfahrerin beschuldigt. Am Ende lag es offenbar an einer technischen Störung. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Plötzlich Schwarzfahrer trotz gültiger Fahrkarte in Duisburg: Mehrere Leser berichten auf der Facebook-Seite der WAZ von ähnlichen Erlebnissen.

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Als Schwarzfahrerin beschuldigt trotz gültigen Tickets: Das Problem einer Huckingerin ist offenbar kein Einzelfall, wie die Reaktionen auf einen entsprechenden Bericht zeigen. Besonders intensive Diskussionen gab es auf der Facebook-Seite der WAZ Duisburg.

Zum Hintergrund: Koy Böttcher war neulich an der Haltestelle Kesselsberg in die Bahn der Linie U 79 in Richtung Stadtmitte gestiegen und hatte dort ihre zuvor gekaufte Fahrkarte entwertet. Kurze Zeit später sollte die Duisburgerin 60 Euro Strafe zahlen. Laut Ticket sei sie eindeutig eine Station vorher eingestiegen, am Froschenteich in Düsseldorf, und hätte demnach eine teurere Fahrkarte kaufen müssen. Am Ende musste Koy Böttcher nichts zahlen. Es lag offenbar eine technische Störung vor.

Fall nach Beschwerde bei der DVG niedergeschlagen

Facebook-Nutzer Pfimm Tennings hat Ähnliches erlebt. Er habe ein gültiges Kurztreckenticket gekauft und eingelöst, sei nur eine Station von Duissern bis Hauptbahnhof gefahren, aber laut Kontrolleur angeblich ja schon an der Steinschen Gasse eingestiegen. „Ich habe Einspruch erhoben und man gestand einen Fehler der Stempelmaschine ein“, so Tennings. Was ihn zusätzlich maßlos geärgert hat: „Ich sollte 5 Euro Bearbeitungsgebühren bezahlen. Mega dreist und eine Entschuldigung gab es auch nie...“

Martina Matt hatte auch Ticket-Ärger. Ihr sei unterstellt worden, dass sie doppelt gestempelt beziehungsweise das Ticket manipuliert habe. Nach einem Brief an die DVG sei der Fall dann im Service-Center niedergeschlagen worden.

Kundin: Beweislast sollte beim Unternehmen liegen

Nina Lambecht sieht die Beweislast in solchen Fällen ganz klar bei der DVG. Es könne doch nicht sein, dass dem Kunden bei einer überalterten, fehleranfälligen Technik das Problem aufgehalst werde.

Tanja Weber weist noch auf anderes Problem bei Zeittickets hin. Wenn bei einer Fahrt durch ganz Duisburg Busse ausfallen, sei man schnell aufgeschmissen und überschreite die 90-Minuten-Grenze.

Dirk Nolden ist genau das passiert. Er wurde kontrolliert und sollte 60 Euro Strafe zahlen. Er ist mit einem Preisstufe-A-Einzelticket von Walsum nach Bissingheim, also von Nord nach Süd quer durch die Stadt, und wieder zurück gefahren. Aufgrund von Verspätungen und Schienenersatzverkehr sei es gar nicht möglich, sein Ziel in anderthalb Stunden zu erreichen. Das Verfahren wurden am Ende eingestellt. Nolden und auch Weber fordern die DVG jetzt auf, angesichts „so vieler Baustellen“ die Zeit für die Tickets zu verlängern. Nolden: „von 90 auf 120 Minuten.“

Schlusswort Nicole Absch: „Entweder ist die Stadt zu groß für die 90 Minuten oder die Verbindungen sind beschissen. Oder beides.“

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