Uni Duisburg-Essen

Uni Duisburg-Essen findet Nachfolgerin für den Autopapst

Dr. Ellen Enkel folgt an der Uni Duisburg-Essen auf Autopapst Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer.

Dr. Ellen Enkel folgt an der Uni Duisburg-Essen auf Autopapst Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer.

Duisburg/Essen  Autopapst Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer ist im Zorn gegangen. Nun stellt die Uni Duisburg-Essen die Nachfolgerin Dr. Ellen Enkel vor.

Wie verändern die neuen Technologien die Mobilitätsindustrie? Welche innovativen, branchenübergreifenden Geschäftsmodelle können Unternehmen entwickeln? Das zu erforschen, ist ein Schwerpunkt von Dr. Ellen Enkel. Sie ist neue Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Mobilität an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Sie folgt auf Autopapst Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Der 68-jährige Hochschullehrer verließ das Ruhrgebiet im Zorn. Dudenhöffer hatte sich sehr unglücklich über die Art und Weise gezeigt, wie die Uni Duisburg-Essen mit ihm zum Ende seines Engagements im Ruhrgebiet umgegangen sei. Der Rektor, Prof. Ulrich Radtke, habe nicht einmal mit ihm persönlich über eine Zusammenarbeit über seine Pensionierung gesprochen, so der 68-Jährige. Zwar habe man ihn zum Seniorprofessor ernannt. Als Entlohnung habe man ihm aber nur 750 Euro pro Monat angeboten, sagte Dudenhöffer unserer Zeitung und nannte das „eine Zumutung“. Dudenhöffer setzt seine berufliche Laufbahn an der Universität St. Gallen in der Schweiz fort.

Uni Duisburg-Essen bezeichnet Enkel als exzellente Nachfolgerin für Dudenhöffer

Die Universität bestätigte, dass Dudenhöffer „ab März 2020 eine Seniorprofessur“ erhalte, „ohne festgelegte Aufgaben in Lehre und Forschung und mit einem eigenen Büro“. Die Äußerungen bezüglich seiner Enttäuschung wollte die Uni nicht weiter kommentieren.

Sie freut nun vielmehr, mit Ellen Enkel "eine exzellente Nachfolgerin" gefunden zu haben, "die in der Mobilitätsforschung unserer Fakultät neue Akzente setzen wird“, wie es Prof. Dr. Dieter Schramm, Dekan der Ingenieurwissenschaften, formuliert.

Enkel: Nie war Technologie wichtiger als heute

Nie war Technologie wichtiger als heute, sagt Enkel selbst: „Die Zeiten, in denen man Unternehmen einer Branche eindeutig durch Produkte zuordnen konnte, sind vorbei. Die aktuell fünf erfolgreichsten Unternehmen haben gemeinsam, dass sie sich kurzfristig auf neue Techniken und Marktbedingungen einstellen, kontinuierlich ihre digitalen, plattformbasierten Geschäftsmodelle anpassen und gezielt ihre Umgebung beeinflussen.“ So ist beispielsweise der einstige Buchhändler Amazon zu einem Marktplatz für Produkte aller Art und einem Cloud-Anbieter mit großer Kompetenz in Datenanalyse geworden.

Mobilitätsindustrien fordere diese Entwicklung massiv heraus: „Die Marktentwicklungen etwa in den Bereichen Automotive, Logistik und Schiffstransport ist nicht mehr so einfach planbar“, sagt die 49-Jährige Expertin. Konkurrenz drohe aus der schnelleren IT- und Serviceindustrie, weshalb Mobilitätsunternehmen zügig alte Innovationsmuster verlassen müssten. „Ich sehe diese Entwicklung wie ein Aufholrennen, das nur gewonnen werden kann, wenn Mobilitätsunternehmen mit Start-ups, Technologiepartnern aus anderen Industrien und uns, in der Forschung, kooperieren.“

Promotion in Wirtschaftspädagogik

Enkel studierte Biologie, Pädagogik und Theologie in Paderborn und Bielefeld, promovierte in Wirtschaftspädagogik und widmete sich ab 1999 an der Universität St. Gallen/Schweiz offenen Innovationsprozessen in technologiebasierten Unternehmen. 2008 wurde sie Professorin für Innovations-Management an der Universität Friedrichshafen und leitete das Dr. Manfred Bischoff Institut für Innovationsmanagement der Airbus Group. Bis zu Ihrem Ruf an die UDE forschte sie zu kollaborativen Geschäftsmodellen und zur Digitalisierung vor allem in der Automobil- und Luftfahrtindustrie.

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