Kommentar

Unbesetzte Lehrerstellen: Land muss Lehrer Duisburg zuweisen

 

 

Duisburg.  250 offenen Stellen: Junge Lehrer werden nicht freiwillig nach Duisburg kommen. Düsseldorf darf sich nicht mehr wegducken.

Es gibt Themen, die uns wie in einer Endlosschleife über Jahre begleiten. Nehmen wir den Lehrermangel in Duisburg. Aktuell sind 250 Stellen unbesetzt – und ein Großteil wird es auch noch zum Schulstart sein. Abhilfe könnte da nur die Landesregierung schaffen, indem sie – wie von der Lehrergewerkschaft GEW schon vor Monaten gefordert – die Pädagogen den Duisburger Schulen zuweist. Denn wenn nicht einmal mehr ausreichend Referendare nach Duisburg wollen, dann wird es ohne Zuweisungen nicht mehr gehen.

Auf die Freiwilligkeit zu setzen, ist nicht mehr als ein Wegducken vor der Verantwortung gegenüber den Lehrern, die an den Schulen die Lücke fehlender Kollegen irgendwie schließen müssen, und auch den Schülern gegenüber, die ein Recht auf Unterricht haben. Vor einem Jahr kündigte Schulministerin Gebauer an: „Wir wollen Angebot und Nachfrage wieder ins Lot bringen.“ Ach wirklich? Und womit? Mehr Quereinsteiger sollten für den Job gefunden werden. Einstellungen an Grund-, Haupt- und Realschulen sollten mit kurzfristigen Verbeamtungsperspektiven attraktiver werden. Das mag ja alles schön klingen. Aber wenn doch dennoch kaum einer nach Duisburg will, bringen all diese vermeintlichen Angebote nichts.

Genauso wenig scheinen derzeit all’ die Bemühungen von Agentur für Arbeit, Unternehmerverbänden, Berufsberatern, Industrie- und Handelskammern und noch vielen anderen Vertretern der Wirtschaft etwas auf dem Ausbildungsmarkt zu bewegen, zu fruchten. Wie schon in den Jahren zuvor gibt es zum Start des Ausbildungsmarkts noch 970 freie Lehrstellen in Duisburg, denen 1300 junge Menschen gegenüber stehen, die entweder ihren Traumjob unter den Angeboten nicht gefunden haben oder die Arbeitgeber überzeugt haben. Es scheint einfach nicht zusammen zu passen, was doch rein rechnerisch passen müsste. Nach wie vor klagen Chefs darüber, dass immer weniger Bewerber die Voraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen. Und immer weniger Bewerber sind bereit, bei der Wahl der Lehrstelle Kompromisse zu machen. So kann das nichts werden. Ja, Firmen und Betriebe müssen auch schauen, ob sie jemandem mit nicht so guten Papieren eine Chance geben. Aber das passiert längst.

Genauso müssen aber auch die Jugendlichen lernen, dass es manchmal besser ist, sich durchzubeißen und einen Ruck zu geben. Hier ist auch das Elternhaus gefragt. Es können noch so viele Besuche von Ausbildungsmessen, Berufsberatungen und Praktika auf den Stundenplan in den Schulen gesetzt werden, wenn die Jugendlichen nicht zu Hause motiviert werden, sich frühzeitig mit einer möglichen Berufswahl auseinander setzen. Je früher, je mehr Auswahl, je größer sind die Chancen.

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